Das himmelblaue Abendkleid ist eine deutsche Filmkomödie aus dem Jahr 1941, die unter der Regie von Erich Engels entstand. Die Hauptrollen verkörperten Albert Matterstock, Elfie Mayerhofer, Georg Alexander und Käte Haack.
Handlung
Das Zürcher Modehaus Haberland veranstaltet eine Modeschau mit den neuesten Kreationen von eigenen Damenkleidern. Hans Haberland, der Sohn des Hauses, führt durch den Abend. Höhepunkt ist die Präsentation eines „himmelblauen Abendkleides“. Hans Haberland beabsichtigt dieses Abendkleid samt eines wertvollen Schmuckstücks (Agraffe) später seiner Freundin, der Sängerin Lizzie Faber, zum Geburtstag zu schenken. Die Agraffe erwirbt Hans separat von dem Zürcher Juwelier Rüppli zu einem Preis von 8500 Schweizer Franken. Erwartungsvoll hat Hans das beabsichtigte Geschenk seiner Freundin Lizzie bereits angekündigt. Vater Kurt Haberland erfährt aber von der Absicht seines Sohnes und ist nicht davon begeistert. Nach seiner Meinung solle Hans sich zunächst als Juniorchef beweisen. Er kommt seinem Sohn zuvor und verkauft das himmelblaue Abendkleid mit der Agraffe zu einem günstigen Preis an seinen Berliner Geschäftsfreund Ernst Franke, der gerade in Zürich weilt.
Zurück in Berlin erwirbt Olga Petersen, die Ehefrau des Komponisten Herbert Petersen, von Ernst Franke, einem alten Freund, das himmelblaue Abendkleid zu Sonderkonditionen. Herbert Petersen steht gerade kurz vor dem Abschluss der Komposition einer neuen Revue mit dem Titel „Der Liebestraum“, in der die Sängerin Inge Gulden eine Hauptrolle verkörpert. Das Kleid mit der Agraffe wird von Olga zunächst vorübergehend in der „Pfandleihe Union“, auf ihren besonderen Wunsch hin, für 21,50 Mark verpfändet. Sie gibt gegenüber ihrem sparsamen Ehemann an, den entsprechenden Pfandschein gefunden zu haben und bittet Herbert, weil sie ja sowieso ein neues Abendkleid benötigt, den Betrag in der Pfandleihe auszulösen. Somit nimmt Herbert Haberland das Kleid entgegen. Er kommt aber spontan auf die Idee das Kleid an Inge Gulden weiterzugeben, die gemeinsam mit ihm aktuell für die Premiere der Revue probt. Olga hingegen bekommt von Herbert lediglich nur „ein einfaches Abendkleid“ geschenkt. Sie vermutet daher sofort, dass ihr Ehemann eine Geliebte hat. Ihre Freundin Elli rät ihr aus diesem Grund eine Detektei einzuschalten.
Inzwischen ist auch Hans Haberland auf der Suche nach dem Abendkleid in Berlin angekommen. Von dem Modehaus Franke hat er die Information erhalten, dass das betreffende Kleid an Olga Petersen verkauft wurde. Er sucht Olga Petersen in ihrer Wohnung auf, die aber zunächst denkt Hans Haberland sei der angekündigte Detektiv. Nachdem Hans das Missverständnis ausräumen konnte, stellt Olga Petersen diesen gegenüber ihrem Ehemann als Theateragent aus Zürich vor. Die Premiere der neuen Revue verläuft erfolgreich und Hans Haberland als Ehrengast lernt bei dieser Gelegenheit die attraktive Sängerin Inge Gulden kennen. Diese trägt das gesuchte „himmelblaue Abendkleid“ mit der wertvollen Agraffe.
Die Ereignisse und Verwechselungen nehmen nun erst recht ihren Lauf. Nicht nur Olga ist an dem Kleid der vermuteten Rivalin interessiert, auch Lizzie Faber reist aus Zürich an, um das von Hans versprochene Kleid zu suchen. Auch die Zollfahndung tritt auf den Plan und ermittelt auf Grund einer Anzeige wegen „Zollhinterziehung“ in Bezug auf wertvollen Schmuck. Zudem ist die Agraffe nach einer Reparatur bei der Schneiderin zunächst nicht aufzufinden.
Es kommt zu einem „Showdown“ anlässlich eines Termins bei den Zollbehörden, zu dem alle Beteiligten vorgeladen sind. Nach und nach werden die gesamten Missverständnisse und Verwechslungen aufgeklärt. Sängerin Inge Gulden, die von Herbert Petersen das himmelblaue Abendkleid geschenkt bekommen hat, ist in Wirklichkeit die uneheliche Tochter des Komponisten. Zudem spricht eine Mitarbeiterin der Schneiderin bei dem Termin in der Zollverwaltung vor. Diese hatte zuvor von den Eheleuten Reschke, die ein Zimmer an Inge Gulden untervermietet haben, die Nachricht erhalten, dass Inge einen Termin in der Zollverwaltung wahrnimmt. Die Mitarbeiterin übergibt dort die Agraffe, die von der Schneidermeisterin zuvor separat verwahrt wurde. Auch Vater Kurt Haberland spricht bei der Behörde vor und übergibt eine Bescheinigung, dass die Agraffe bereits ordnungsgemäß verzollt wurde. Im Übrigen sei die mit dem Kleid verkaufte Agraffe nur eine wertlose Imitation, die er in Auftrag gegeben hat. Das Original sei bei ihm verblieben. Später sucht Haberland Senior die völlig enttäuschte und weinende Sängerin Inge in ihrem Zimmer bei den Eheleuten Reschke auf. Er liest ihr hierbei aus einem Telegramm seines Sohnes, dass er in der Nacht in Zürich erhalten habe, vor. Der Text lautet unter anderem: „Bin restlos verliebt. Endlich die Richtige - Stopp - Möchte Familie gründen - Stopp - Größte Komplikationen wegen Zollhinterziehung an Schmuck himmelblaues Abendkleid. Schicke telegrafisch Minimum 10.000 wegen Kaution. Morgen früh 10:00 Uhr Vernehmung.“ Hans Haberland kommt nun zu dem Gespräch hinzu und macht in Anwesenheit seines Vaters Inge einen Heiratsantrag, den sie mit Freude annimmt.
Produktionsnotizen
Die Dreharbeiten zu Das himmelblaue Abendkleid fanden von April 1940 bis Juni 1940 überwiegend in den Tobis-Ateliers in Berlin-Johannisthal und der Umgebung von Berlin statt. Die deutsche Uraufführung war am 17. Januar 1941.Das himmelblaue Abendkleid (mit Datum der Erstaufführung) auf murnau-stiftung.de; abgerufen am 10. September 2026 In Berlin wurde der Film erstmals am 5. Februar 1941 im Marmorhaus gezeigt. Am 14. Januar 1941 erging durch die nationalsozialistische Filmprüfstelle ein entsprechendes Jugendverbot für den Film.
Die Bauten stammen von den Filmarchitekten Gustav A. KnauerKay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 416, 417. und Franz Bi.Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 1: A – C. Erik Aaes – Jack Carson Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 379, 380 Der verantwortliche Tonmeister war Martin Müller und die Aufnahmeleitung hatten Carl Ludwig LöffertCarl Ludwig Löffert In: Johann Caspar Glenzdorf (Hrsg.): Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 2: Hed – Peis. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961; ; S. 1014. und Fritz Brix.Fritz Brix auf filmportal.de; abgerufen am 10. September 2026 Die Musik für den Film komponierte Willy Engel-Berger. Die von Charles Amberg und Kurt Feltz stammenden Liedtexte sang Elfie Mayerhofer.
Rezeption
Das Lexikon des internationalen Films kommt zu dem Resümee: „Eine elegante Abendrobe, die mehrfach die Besitzerin wechselt, ist der Anlaß für Begehrlichkeiten, Heimlichkeiten und Eifersüchte, am Happy-End aber auch für eine Verlobung. Musikalische Salonkomödie, vergleichsweise elegant inszeniert und gespielt.“
Die zeitgenössische Kritik stellte im März 1941 in der Zeitschrift „Der deutsche Film“Der deutsche Film auf Deutsches Filminstitut online; abgerufen am 12. September 2026 fest, dass das Lustspiel von Erich Engels überraschenden, aber nicht unverdienten Anklang fand und urteilte: „Ein witzig pointierter Dialog, eine lustig geschlungene spannende Handlung, die amüsante Revuekönigin Elfie Maierhofer, Alexanders und Matterstocks Komik verbreiten ungetrübte Laune.“Hans Spielhofer in: Der deutsche Film. Zeitschrift für Filmkunst und Filmwirtschaft. Heft 9. 5. Jahrgang, März 1941. Max Hesses Verlag Berlin. S. 181
Siehe auch Liste der während der Zeit des Nationalsozialismus im Deutschen Reich uraufgeführten deutschen Spielfilme
Literatur Das himmelblaue Abendkleid In: Illustrierter Film-Kurier Nr. 3175 (Filmprogrammheft) auf Internet Archive
Weblinks
Filmbilder (Bild 1 bis 4) auf IMDb.de Filmbilder auf filmportal.de
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1941 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Liebesfilm