mini|Lehrer Alfons Rapp 1922 Alfons Thomas Ulrich Rapp (* 22. April 1858 in Dillishausen; † 1925 in Immenstadt im Allgäu) war ein deutscher Pädagoge, Heimatdichter, Bühnenautor, Erfinder und eine prägende Gestalt des Kultur- und Vereinslebens im Oberallgäu an der Wende zum 20. Jahrhundert.
mini|Alphons Rapp (sitzend links) im Lehrerseminar in Lauingen
Leben und pädagogisches Wirken Alfons Rapp kam 1858 als Sohn des Lehrers und Autors Thomas Apostel Rapp (1825–1871) und dessen Ehefrau Josephine, geb. Denzel, zur Welt. Nach seiner Schulausbildung besuchte er von 1874 bis 1875 das Lehrerseminar in Lauingen.
Die ersten Anstellungen hatte Rapp als Schulgehilfe in Großaitingen (1876) und Schwabmünchen (1877). Nach dem Militärdienst in Neu-Ulm wurde er 1882 als Hilfslehrer der königlichen Präparandenschule Oberdorf zugewiesen.Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Bayern, 1884. Als Schullehrer wirkte er danach von 1886 bis 1893 in Sellthüren.
1893 verließ er den allgemeinen Schuldienst um vertrat als Inspektor die Zentrallehrsennerei in Weiler im AllgäuKatholische Schulzeitung Neuburg 1896 und stand dabei im persönlichen Kontakt mit Sebastian Kneipp und Karl Hoeffelmayr.
1896 trat er, nachdem die Übertragung seiner Pensionsansprüche auf die Inspektorenstelle in Weiler abgelehnt wurde, wieder in den Regelschuldienst ein, was ihn nach Immenstadt führteSchwäbischer Schulanzeiger Augsburg 1896, wo er 1909 zum Hauptlehrer und 1922 zum Oberlehrer befördert wurde. 1914 war Rapp Mitglied des Prüfungsausschusses der Landwirtschaftlichen Winterschule in Immenstadt. Im Jahre 1923 ging er in Pension.
Wirken und Werk im Allgäu In Immenstadt engagierte sich Alfons Rapp im Alpenverein und war dort im Vorstand Bibliothekar der von ihm begründeten Alpenvereinsbibliothek.Festschrift der Sektion Allgäu-Immenstadt des D. u. Oe. Alpenvereins, 1899.
1901 vereinigte er die beiden Gesangsvereine Eintracht und Frohsinn zur Harmonie, deren Leiter und Dirigent er lange Zeit war. mini|Aufführung des Stückes Edelweiss von Alfons Rapp Neben zahlreichen Gedichten und Lieder (zum Teil unter dem Pseudonym "M. v. Mitis") schrieb er auch Theaterstücke und wirkte auch teilweise bei deren Aufführung mit. 1899 schrieb Rapp zur Eröffnung des Gesellschaftshauses "Der Musen Einkehr" und 1901 besang er mit "Leb wohl Du alter Bretterkasten" den Abriss des alten Bahnhofs.Allgäuer Anzeigeblatt 1975 Bahnhof-Abbruch vor fast 75 Jahren. Mit dem 'Rehfiedlesmaler' Eugen Ludwig Hoess lud er am 8. Februar 1902 zur "Eröffnung der Zahnradbahn Einödsbach - Mädelegabel auf, die aber nur ein Faschingsscherz war und nie gebaut wurde.Allgäuer Anzeigeblatt vom 8.Februar 2002, Text von P. Schwarz. mini|Zugestellte Postkarte Seine Bekanntheit in Immenstadt belegt, dass eine Aufnahme von Fotograf Heimhuber des orientalischen Fastnachtsballs 1904 als Postkarte mit der Adresse: „An den Sultan von Sansibar, Immenstadt“ den Adressaten Alfons Rapp erreichte. Der Postbote erkannte den Herrn mit Turban. mini|hochkant|Theater-Plakat
Veröffentlichungen Gedichte (Auswahl) Heideröschen 1896 Maria 1896 Faschings Jereminade 1897 Zweifelhafte Kameradschaft 1898 Toast auf die Damen 1899 Schrecklich grausame Morritat 1901 Leb wohl, du alter Bretterkasten 1901 Eröffnungsfeier der Zahnradsbahn Einödsbach - Mädelegabel 1902
Lieder (Auswahl) Der glückliche Allgäuer Nr. 256 Dem Allgäu ein Lied Nr. 1001 Hindenburg Lied 1915
Theaterstücke Der Musen Einkehr 1899 Edelweiss 1904 Die Richtige Schneid 1922 Erlaubte Schwärzerei 1924
Neben der lyrischen Ader war Alfons Rapp auch technisch interessiert und hatte Patente im Deutschen Kaiserreich und in Kanada
Auszeichnungen 1910: Landwirtschaftliche Jubiläumsmedaille in Bronze
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Einzelnachweise
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