Die Arctic Monkeys sind eine vierköpfige britische Alternative-Rock-Band mit Einflüssen aus Post-Punk und Garage Rock. Sie wurde 2002 im englischen Sheffield gegründet und veröffentlichte 2006 ihr Debütalbum, das Platz eins der britischen Charts erreichte. 2007, 2009, 2011, 2013 und 2018 erschienen jeweils weitere Alben der Musikgruppe, die alle ebenfalls die Spitzenposition in Großbritannien erreichten. Aktuelles Album der Band ist das am 21. Oktober 2022 erschienene The Car.
Bandgeschichte 2002: Gründung Die Band wurde 2002 in High Green, einem Stadtteil von Sheffield, gegründet. Turner und Cook, die Nachbarn waren, hatten 2001 jeweils von ihren Eltern Gitarren zu Weihnachten bekommen. Das Spielen der Instrumente brachten sie sich selbst bei. Anschließend gründeten sie mit Turners Schulfreunden Glyn Jones, Matt Helders und Andy Nicholson die Musikgruppe Arctic Monkeys. Da Nicholson bereits mit dem E-Bass vertraut war, blieb für Helders nur das Schlagzeug übrig. Erst im Mai 2006 wurde bekannt, dass Alex Turner nicht der ursprüngliche Sänger der Band war. Dieser Part war damals Glyn Jones zugefallen, der ebenfalls die Stocksbridge High School besuchte. Jones bestätigte diese Gerüchte in einem Interview und sagte, dass er und Turner damals „aus Langeweile begonnen hatten, ein Lied über einen Streber in ihrem Jahrgang zu schreiben“. Außerdem sagte er, dass er die Band noch 2002 verlassen habe, da er „nicht die Hingabe besessen hätte, sein Engagement weiterzuführen“. Für ihn seien sie lediglich eine Gruppe von Kindern gewesen, die aus Langeweile herumalberten.
Der Name der Band stammt vom Gitarristen Jamie Cook, der sich die Bezeichnung „Arctic Monkeys“ bereits vor der Gründung der Gruppe ausgedacht hatte. Die vorherigen Aussagen der Mitglieder, der Name stamme von dem Schlagzeuger der Band oder vom Vater eines der Bandmitglieder, revidierten sie. Sie seien so oft nach der Herkunft ihres Namens gefragt worden, dass sie irgendwann begonnen hätten, sich Geschichten darüber auszudenken.
2003 bis 2004: Erste Auftritte und Demoaufnahmen Nachdem die Band nach ihrer Gründung in den Yellow Arch Studios mit dem Üben begann, spielten sie am 13. Juni 2003 ihren ersten Gig im The Grapes in Sheffield. Nach einigen Auftritten nahmen sie Demoaufnahmen in den 2fly Studios auf. Der Website der Studios ist zu entnehmen, dass die Gruppe 17 Lieder in fünfeinhalb Tagen aufnahm. Heute sind die Aufnahmen als Beneath the Boardwalk bekannt und eine Rarität, da die wenigen auf CD erhältlichen Einheiten kostenlos bei Konzerten der Band verteilt wurde. Da einige Fans ihre CDs im Internet hochluden, sind die Aufnahmen auch heute noch erhältlich, auch wenn die Titelliste variiert. Die Mitglieder der Gruppe sagten über die Aufnahmen, dass sie die kostenlose Verbreitung über das Internet nicht verhindern wollten, weil sie „ohnehin nie vorgehabt hätten, damit Geld zu verdienen, und sie sie sowieso kostenlos verteilten“. Außerdem könnten ihre Fans auf diese Weise einfacher ihre Musik hören. Die weit verbreitete Meinung, die Gruppe habe ihre Berühmtheit über ihre MySpace-Seite erhalten, die ihre Demos noch vor allen anderen kostenlos zur Verfügung stellte, dementierten die Bandmitglieder 2005 in einem Interview. Die Seite sei von ihren Fans, welche die Demo-CD besessen hätten, eingerichtet worden. Sie selbst hätten nicht einmal gewusst, wie sie ihre Musik im Internet hochluden. Ihren Namen erhielt die Kompilation ebenfalls von den Anhängern der Band, ursprünglich war sie nämlich ohne Titel erschienen. Nachdem die ersten Tonträger jedoch verteilt worden waren, benannten die Fans die CD nach der Art, wie sie sie erhalten hatten: Auf dem Bürgersteig (Beneath the Boardwalk).
2005: Plattenvertrag und erste Veröffentlichungen Nachdem die Band durch Auftritte und das Verbreiten ihrer Lieder über das Internet immer mehr Menschen mit ihrer Musik erreicht hatte, erlangte sie unter anderem durch BBC Radio und britische Boulevardzeitungen erstmals auch außerhalb ihrer Heimatstadt Sheffield Aufmerksamkeit.
Im Mai 2005 veröffentlichte die Gruppe ihre Extended Play Five Minutes with Arctic Monkeys. Diese bestand aus den Liedern Fake Tales of San Francisco und From the Ritz to the Rubble, die später auch auf ihrem Debütalbum zu finden waren. Da die Band damals noch keinen Plattenvertrag unterzeichnet hatte, gründete sie extra für die Veröffentlichung der EP ihr eigenes Label Bang Bang Recordings. Die EP war limitiert auf 500 CDs und 1000 sieben-Zoll-Schallplatten, weshalb sie heute ebenfalls eine Rarität ist. Sie ist jedoch in digitaler Form erhältlich. Kurz nach der Veröffentlichung der EP spielte die Band beim Reading and Leeds Festivals auf der Carling Stage, einer Bühne, die für unbekannte und/oder Bands ohne Plattenvertrag reserviert war. Ihr Auftritt wurde zuvor von den Medien „gehypt“, was zu einer ungewöhnlich hohen Zuschauerzahl führte.
Im Juni 2005 unterzeichnete die Gruppe bei Domino Records einen Plattenvertrag. In einem Interview sagten sie später, dass sie besonders von der Do-it-yourself-Einstellung des Co-Labelgründers und Besitzers Laurence Bell beeindruckt gewesen seien. Dieser betrieb das Label von seiner Wohnung aus und nahm nur Bands unter Vertrag, die er auch persönlich mochte. Laut einem Bericht des Daily Star, einer britischen Boulevardzeitung, führte ihr Plattenvertrag im Oktober desselben Jahres zu einem Vertrag über 1.000.000 britische Pfund mit dem Musikverlag EMI Music Publishing sowie einem Kontrakt mit Epic Records für die USA, der rund 725.000 Pfund wert sei.Scott Colothan: Die Band bestritt die Zahlen auf ihrer Website und gab später bekannt, dass EMI lediglich in Australien und Neuseeland für die Band zuständig sei und man in den USA die Musik selbst veröffentlichen würde. In Japan wird die Musik über das Independent-Label Hostess vertrieben. In Europa ist der Vertrieb von Land zu Land anders geregelt.
Am 17. Oktober 2005 erschien mit I Bet You Look Good on the Dancefloor die erste Single der Band im Vereinigten Königreich, wo sie auf Platz eins der Charts einstieg und die Sugababes von diesem Rang vertrieb. In Deutschland und auch den USA erreichte der Titel keine Platzierung in den offiziellen Charts, erreichte jedoch bei den Alternative Songs Charts der USA Platz sieben.Chartposition USA: Alternative Songs Zwei Wochen zuvor war die Gruppe erstmals auf dem Cover des NME-Magazines zu sehen gewesen.
2006: Internationaler Durchbruch mit Debütalbum mini|Turner und Cook im Juni 2006 bei einem Konzert Am 16. Januar wurde zunächst eine zweite Single veröffentlicht. When the Sun Goes Down erlangte ebenfalls Rang eins, zudem stieg es auch in die deutschen Charts ein, wo es sich auf Position 89 platzierte. Am 23. Januar 2006 erschien bei Domino Records unter dem Namen Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not das Debütalbum der Band, das Platz eins erreichte. Mit 363.735 verkauften Tonträgern allein in Großbritannien wurde das Album zum bestverkauften Debütalbum in einer Debütwoche im Vereinigten Königreich, ein Rekord, der zuvor bereits seit 2001 von der Popgruppe Hear’Say gehalten worden war (306.631/1. Woche). Mit 118.501 abgesetzten Tonträgern am ersten Tag war das Album zudem kommerziell erfolgreicher als die gesamten britischen Top 20 zusammen. Nach der Veröffentlichung in den USA rund einen Monat später erreichte es mit rund 34.000 verkauften Tonträgern Platz 24. Damit avancierte das Album zum am zweitschnellsten verkauften Indie-Rock-Debütalbum in den Vereinigten Staaten. In Deutschland platzierte sich das Album auf Rang 20.
Im April veröffentlichte die Band ihre zweite Extended Play, Who the Fuck Are Arctic Monkeys? konnte sich aufgrund ihrer Länge nicht in den britischen Charts platzieren, erreichte in Deutschland jedoch Rang 79.
Bereits nach der Veröffentlichung ihres ersten Albums gingen die Arctic Monkeys auf Tournee, die sie unter anderem auch in die USA führte. Im Mai verkündete die Gruppe, dass Bassist Andy Nicholson nicht an ihrer bevorstehenden Tour durch Nordamerika teilnehmen werde, da er von dem vielen Touren erschöpft sei. Als die Reise durch Nordamerika beendet war, gab die Band bekannt, dass Nicholson nicht zurückkehren werde, da er nicht mit dem Ruhm der Band zurechtkomme, und Bassist Nick O’Malley, der Nicholson bereits in Nordamerika ersetzt hatte, auch für die restlichen Shows seinen Platz einnehmen werde. Wenig später bestätigte man, dass O’Malley offiziell neues Mitglied der Band sei. Im August 2006 erschien die Single Leave Before the Lights Come On, die nicht auf dem Debütalbum der Band zu finden war. Sie erreichte Platz vier in Großbritannien.
2007: Zweites Studioalbum Favourite Worst Nightmare Bei den Grammy Awards 2007 war die Band in den beiden Kategorien „Best Rock Instrumental Performance“ (Chun Li’s Flying Bird Kick) und „Best Alternative Music Album“ (Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not) nominiert, erhielt jedoch keinen Preis. Anschließend erschien am 2. April des Jahres die erste Single Brianstorm des zweiten Studioalbums Favourite Worst Nightmare. Sie erreichte Platz zwei in Großbritannien sowie Rang 64 in Deutschland. Drei Wochen später folgte das Album, das wie sein Vorgänger Position eins im Vereinigten Königreich erlangte. Des Weiteren platzierte es sich auf Rang zwei in Deutschland und Position sieben in den USA. Am 4. Juli erschien die zweite Single, Fluorescent Adolescent, die Platz fünf in Großbritannien erreichte. Die dritte und letzte Single, Teddy Picker, wurde am 3. Dezember veröffentlicht und erlangte lediglich Position 20, die bis dahin schlechteste Singleplatzierung der Band.
2007 spielte die Band zahlreiche Konzerte, unter anderem als Headliner des Glastonbury Festival und auf der „Favourite Worst Nightmare Tour“. Das letzte Konzert dieser zweiten weltweiten Tournee im O2 Apollo Manchester in Manchester wurde aufgenommen und auf DVD sowie CD veröffentlicht.
2008 bis 2010: Nebenprojekte, drittes Studioalbum und „Humbug Tour“ Am 3. November 2008 erschienen die Live-DVD und Live-CD des Konzertes der „Favourite Worst Nightmare Tour“. Zuvor war der Film bereits in einigen Kinos gelaufen.
Im Jahr 2008 begab sich die Band zunächst in eine etwa halbjährige Pause, in der Frontmann Alex Turner sich dem Projekt The Last Shadow Puppets widmete und Schlagzeuger Matt Helders ein Album zu der Serie Late Night Tales beisteuerte. Im zweiten Halbjahr begann die Gruppe mit den Arbeiten an einem dritten Album, dessen Titelliste am 1. Juni 2009 bekanntgegeben wurde. Bereits am 13. Januar hatte die „Humbug Tour“ begonnen, die bis Februar dauerte und im Juli fortgeführt wurde.
Am 6. Juli 2009 erschien die erste von drei Singles aus dem dritten Album Humbug. Sie trug den Namen Crying Lightning und erreichte Platz zwölf, womit sie die zweite Single der Band war, die im Vereinigten Königreich nicht den Einstieg in die Top Ten schaffte. Als am 19. August das Album erschien, stieg es in Großbritannien direkt auf Platz eins ein, wie seine beiden Vorgänger. In Deutschland rangierte es auf Rang vier, in den USA belegte es Position 15. Am 16. November 2009 (Cornerstone) und 22. März 2010 (My Propeller) wurden zwei weitere Lieder aus dem Album ausgekoppelt, die jedoch beide eine Chartplatzierung verfehlten. Dies war bisher noch bei keinem Titel der Gruppe vorgekommen.
Im Juli 2009 wurde die Welttournee fortgesetzt, sie dauerte bis April 2010 und führte die Gruppe nach Australien und Neuseeland, Europa, Nordamerika und Japan.
2011/2012: Viertes Studioalbum und „Suck It and See Tour“ mini|links|hochkant|Alex Turner beim Lollapalooza in Chicago im August 2011