Der Schimmerkuckuck (Phaenicophaeus curvirostris, Syn. Cuculus curvirostris), auch Rostbauchkuckuck oder Hakenschnabel-Häher, ist eine Vogelart aus der Familie der Kuckucke (Cuculidae).

Er kommt in Südostasien von Myanmar über die Malaiische Halbinsel einschließlich Singapur, Sumatra bis Java, Bali, Borneo und in den Philippinen vor. Zusammen mit dem Bubukuckuck (Rhinortha chlorophaea) ist die Art einer der beiden häufigsten Malkohas in diesem Gebiet.

Mitunter wurde die Art zusammen mit dem Buntschnabelkuckuck (Rhamphococcyx calyorhynchus) in die Gattung Rhamphococcyx gestelltJ. L. Peters: Genus RHAMPHOCOCCYX. In: Check-list of Birds of the World, Band 4, S. 54ff, 1940, Biodiversity Library, auch wurden diese beiden zusammen mit dem Mentawai-Schimmerkuckuck (Phaenicophaeus oeneicaudus) der Gattung Zanclostomus zugeordnet.E. C. Dickinson: The Howard and Moore complete checklist of the birds of the world., 3. Auflage, 2003, Christopher Helm, ISBN 0-691-11701-2, 9780691117010 Nach molekularbiologischen Untersuchungen wurde die aktuell gültige Zuordnung in die Gattung Phaenicophaeus bestätigt.M. D. Sorenson und R. B. Payne: A molecular genetic analysis of cuckoo phylogeny. In: R. B. Payne (Herausgeber): The Cuckoos, Oxford University Press, S. 68–94, 2005, DOI:10.1093/oso/9780198502135.003.0005

Sein Verbreitungsgebiet umfasst Dickichte und dichten Unterwuchs im Tieflandwald, dichtes Gebüsch, teileingeschlagene Wälder, Waldränder, Torfmoore, Mangrovenwald, Plantagen, Grasland und Gärten meist unterhalb von 1100 m. ü. M., in Sumatra bis 1500 m.

Der Artzusatz kommt von und .

Beschreibung Die Kombination eines hellroten Gesichtes mit auffallend blassen Augen und einem zweifarbigem gelb-rotem Schnabel ist unverkennbar, auch hat die Art als einziger Malkoha keine weißen Schwanzspitzen. Die Art ist 42–50 cm groß und wiegt etwa 145–165 g. Beim Männchen sind Stirn, Scheitel und Nacken mittelgrau, ebenso ein Streif unterhalb der unbefiederten roten Orbitalhaut. Oberseite und Flügel glänzen dunkelgrün, bei abgetragenem Gefieder etwas bläulich. Der lange, gestufte Schwanz ist überwiegend grün glänzend, zum Ende zu rotbraun. Die Unterseite ab Kinn ist rotbraun, die Flanken sind glänzend grün, der Bauch schwärzlich ebenso die Unterschwanzdecken, die Schwanzunterseite ist kastanienbraun. Beim Weibchen ist der graue Unteraugenstreif breiter, das Kinn ist grau. Jungvögel haben einen dunkelgrauen Schnabel und weniger unbefiederte Gesichtshaut.

Die Iris ist meist bläulich, mitunter weißlich oder grau, mit einem helleren Augenring beim Männchen, beim Weibchen gelb, cremefarben bis rot, bei Jungvögeln ist die Iris dunkelbraun. Hinzu kommt ein großer unbefiederter Abschnitt um das Auge bis an die Schnabelbasis reichend in Rot. Der wuchtige Schnabel ist kräftig gebogen, der Oberschnabel gelb bis gelbgrün mit dunklerer Basis. Der Unterschnabel ist dunkel hornfarben bis hell rosarot mit gelblicher Spitze, bei Jungvögeln noch ungebogen, schwarz bis schieferblau. Die Füße sind dunkelgrau.

Der Rotbauchkuckuck (Phaenicophaeus sumatranus) und der Diardkuckuck (Phaenicophaeus diardi) sind beide kleiner, haben blassgrünen Schnabel, eine graue Brust und weniger rote Gesichtshaut. Der Grünschnabelkuckuck (Phaenicophaeus tristis) hat vergleichbare Größe, aber auch einen blassen Schnabel, eine graue Unterseite und eine breite weiße Schwanzspitze.

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt: P. c. singularis (, 1907)C. Parrot: Rhamphococcyx curvirostris singularis. In: Abhandlungen der Mathematisch-Physikalischen Klasse der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 24, S. 186, 1907, Biodiversity Library – Südmyanmar und Thailand über die Malaiische Halbinsel bis Sumatra, die Anambasinseln, Wangen und Kinn grau, Bauch schwarz, die rote Gesichtshaut durch kleine schwarze und weiße Federn abgegrenzt P. c. curvirostris (, 1810), Nominatform – Zentral- und Westjava; Synonyme sind: Phaenicophaeus tricolor. , 1815J. F. Stephens In: General Zoology or Systematic Natural History, Band 9, S. 61, Abbildung 14, 1810; Phaenicophaus [sic] viridis , 1817L. P. Vieillot in: Nouveau dictionnaire d’histoire naturelle, appliquée aux arts, à l’agriculture, à l’économie rurale et domestique, à la médecine, etc. Nouvelle Édition, Band 18, S. 462, 1817 P. c. deningeri , 1913E. Stresemann: Phoenicophaës curvirostris deningeri. In: Novitates Zoologicae, Band 20, S. 347, 1913, Biodiversity Library – Ostjava und Bali, blasser als die anderen Unterarten, Kehle blass rotbraun, Gesicht hellgrau P. c. microrhinus , 1895H. H. C. L. Berlepsch: Phoenicophaës microrhinus. In: Novitates Zoologicae, Band 2, S. 70, 1895, Biodiversity Library – Bangka und Borneo, Kopf teils dunkelgrau mit hell rotbraunem Kinn oder nur blass grau, Unterseite dunkel rotbraun, Schwanz kürzer und weniger gerundet, Schnabel grün, Unterschnabel weitgehend rot, Nasenlöcher sind breiter als tief. P. c. harringtoni (, 1877)R. B. Sharpe: Dryococcyx Harringtoni. In: Transactions of the Linnean Society of London, Band 1, Nummer 2, S. 321, 1877, Biodiversity Library – Palawan, Balabac, Calamian-Inseln und Dumaran, Kopf olivbraun überhaucht, breiter grauer Steif unterhalb der roten Gesichtshaut, Unterseite blasser als Nominatform, zentrale Steuerfedern kastanienbraun, unterschiedlich lang, kein Sexualdimorphismus

Der Mentawai-Schimmerkuckuck (Phaenicophaeus oeneicaudus) wurde lange als Unterart Phaenicophaeus curvirostris oeneicaudus angesehen, dann aber als eigenständige Art abgegrenzt.J. del Hoyo und N. J. Collar: HBW and BirdLife International Illustrated Checklist of the Birds of the World. Band 1: Non-passerines, 2014 Lynx Edicions and BirdLife International, doi:10.1111/jofo.12102, ISBN 978-84-96553-94-1

Stimme Es sind verschiedene Arten von Rufen beschrieben worden: ein hühnerartiges, langsames klickendes „tok-tok-tok“ oder schnelleres „kok-kok-kok“, ein katzenartiges „miaou“ als Alarmruf, ein laut kicherndes ansteigendes „kekekekeke“, auch ein weiches Pfeifen „wee-oo wee-oo“ mit dem 2. Laut etwas tiefer.

Lebensweise Die Art ist ein Standvogel und standorttreu.

Die Nahrung ist vielfältig und besteht aus Insekten, Früchten wie Feigen und kleinen Wirbeltieren, die durch die Vegetation hüpfend eichhörnchenartig mit heftig schwingendem Schwanz gejagt werden, auch bewegungslos auf einem hohen Ansitz hockend, gerne in gemischten Jagdgemeinschaften mit Drongos (Dicruridae), Tephrodornis-Arten (Vangawürger), anderen Malkohas und mit der Trauerelster (Platysmurus leucopterus).

Die Brutzeit liegt in den trockeneren Monaten zwischen März und August. Wie andere Malkohas ist die Art kein Brutparasit. Das Nest wird in einer Astgabel in einem großen Busch oder Baum in 2–10 m über dem Erdboden gebaut.

Das Gelege besteht aus 2–3 kalkweißen Eiern, die über mindestens 13 Tage von beiden Elternvögeln bebrütet werden. Beide ziehen auch die Küken auf.

Gefährdung Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur G. Shaw: Cuculus curvirostris. In: The naturalist's miscellany, Band 21, Nummer 8, S. 905, 1810, Biodiversity Library

Weblinks

Macaulay Library Phaenicophaeus curvirostris auf Briefmarken Featherbase

Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF AviList Core Team. 2026. AviList: The Global Avian Checklist, v2025b. doi:10.2173/avilist.v2025b Johannes Erritzøe, Clive F. Mann, Frederik P. Brammer, Richard A. Fuller: Cuckoos of the World. Christopher Helm, London 2012, ISBN 978-0-7136-6034-0. G. M. Kirwan, R. B. Payne, J. del Hoyo und N. Collar: Chestnut-breasted Malkoha (Phaenicophaeus curvirostris), version 2.1. In: B. K. Keeney (Herausgeber): Birds of the World. 2024, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Phaenicophaeus curvirostris

J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. IOC World Bird List v15.2 Turacos, bustards, cuckoos, mesites, sandgrouse James A. Eaton, Bas van Balen, Nick W. Brickle, Frank E. Rheindt: Birds of the Indonesian Archipelago Greater Sundas and Wallacea. Lynx Edicions, Barcelona, 2. Auflage, S. 66, 2021. ISBN 978-84-16728-44-2 Q. Phillipps und K. Phillipps: Phillipps' Field Guide to the Birds of Borneo: Sabah, Sarawak, Brunei, and Kalimantan, 3. Auflage, S. 166, 2014, Princeton University Press, ISBN 978-0-691-16167-9.

Kategorie:Kuckucksvögel