Karl Feierabend (* 14. Mai 1889; † 1962) war ein deutscher Gewerkschafter und Feuerwehrmann und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1947 Leiter der Gesamtberliner und bis 1952 der Ostberliner Feuerwehr.

Leben Karl Feierabend arbeitete 1907 bei einer Werkstatt für Schiffsbauzubehörteile in Alt-Stralau. Seit 1910 gehörte er der Berliner Feuerwehr an und betätigte sich außerdem nach dem Ersten Weltkrieg im Verband Deutscher Berufsfeuerwehrmänner und später in der Reichsgewerkschaft Deutscher Kommunalbeamter.

Feierabend wurde 1933 von den Nationalsozialisten aufgrund von „kommunistischen und gewerkschaftlichen Aktivitäten“ im Zuge der Durchsetzung des Berufsbeamtengesetzes aus dem Feuerwehrdienst entlassen. Über sein Leben in der Zeit des Nationalsozialismus ist nichts Näheres bekannt.

Nach der Einnahme Berlins durch die Rote Armee und der Kapitulation der Wehrmacht wandte sich der neu eingesetzte Bürgermeister des Bezirks Prenzlauer Berg am 18. Mai an den neu gebildeten Magistrat und empfahl Karl Feierabend für eine angemessene Stelle in der neugegründeten Feuerwehrbehörde. Als Grund nannte er dessen antifaschistische Gesinnung, die er schon in den Zwanziger Jahren bei der Modernisierung der Feuerwehr an den Tag gelegt hätte. Am 24. Mai wurde Feierabend zum Branddirektor ernannt und kommissarisch mit der Leitung der Feuerwehr beauftragt. Am gleichen Tag erhielt die Brandbekämpfungsbehörde den neuen Namen „Zentralamt der Feuerwehr“.

Erste Amtshandlungen Feierabends waren die Schaffung von Berufsfeuerwachen in jedem der zwanzig Berliner Bezirke sowie am 29. Mai die Aufforderung an alle Rotarmisten, die besetzten Feuerwachen zu räumen. Im Juni ließ er außerdem nach ehemaligem nationalsozialistischen Personal aus den Reihen der Feuerschutzpolizei suchen, was zur Verhaftung einiger Offiziere, darunter des vormaligen Feuerwehrchefs Generalmajor Gustav Wagner, führte. Diese „Entnazifizierung“ seiner Behörde brachte ihm insbesondere bei den sowjetischen Offizieren Vertrauen ein. Außerdem zeigte Feierabend auch Zerstörungen von Feuerwachen durch Feuerschutzpolizisten während des Endkampfs um Berlin bei der Stadtverwaltung an und ließ entsprechendes Beweismaterial beschaffen.

Im Zuge des Neuaufbaus erfolgte auf seine Anweisung hin eine Überprüfung der Gebäudezustände der Berufs- und Freiwilligenfeuerwehren in allen Stadtteilen. Ein Großteil der Wachen war mindestens leicht beschädigt oder gar völlig zerstört und fast alle Löschfahrzeuge zerstört, evakuiert oder beschlagnahmt worden. Daraufhin mussten etwaige Schritte mit den jeweiligen Sektorenkommandanten getroffen werden, da alle vier Besatzungsmächte den Neuaufbau der Feuerwehr unterschiedlich angingen und Feierabend hier zunehmend an administrative Grenzen stieß. Am 21. Dezember erfolgte seine Ernennung zum Oberbranddirektor und ordentlichen Leiter der Feuerwehr.

In der Nacht vom 20. auf den 21. November 1947 wurde nach Rücksprache mit den Westalliierten durch den Vorsitzenden des Personalrats der Feuerwehr, Ludwig Wissell, ein Telegramm entsandt, in dem dieser vermeldete, „im Auftrag der westlichen Militärregierungen die kommissarische Leitung der Feuerwehr übernommen“ zu haben. Brandfahrzeugen in den westlichen Sektoren war es nun verboten, in den Ostsektor einzufahren. Dieses Ereignis leitete die faktische Teilung der Berliner Feuerwehr ein. Der bisherige Direktor Karl Feierabend wurde am 26. November vom faktisch „Westberliner“ Magistrat aufgrund seiner sozialistischen Vergangenheit und Mitgliedschaft in der SED beurlaubt und vorübergehend von der französischen Militärpolizei in seiner Dienstwohnung in der Stockholmer Straße verhaftet.

Der von der sowjetischen Besatzungsmacht gestützte „provisorische demokratische Magistrat“ im Ostteil der Stadt setzte Feierabend als Branddirektor unverzüglich wieder ein. Dieser erließ am 22. Dezember die Bekanntmachung Nr. 8, wonach das „rechtmäßige Zentralamt der Berliner Feuerwehr […] sich seit dieser Zeit in Weißensee, Parkstraße 38“ befinde.

Zum 1. Januar 1950 erfolgte in der DDR die Eingliederung der Berufsfeuerwehr in die Volkspolizei als „Dienstzweig Feuerwehr“. Diese neue Behördenstruktur trat in Ost-Berlin erst am 1. Juli in Kraft. Da er sich offenbar vor der Übernahme der Feuerwehr in die VP gesträubt hatte, wurde Feierabend 1952 vom Posten des Oberbranddirektors enthoben und schied dann am 16. März 1955 gänzlich aus dem Dienst aus. Als sein Nachfolger wurde Oberstleutnant Ernst Ettrich, vorheriger Leiter der Feuerwehr Gera, berufen. Karl Feierabend verstarb im Jahre 1962.

Weblinks

Biographische Skizze zu Karl Feierabend auf der Website der Berliner Feuerwehr

Einzelnachweise

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