Mythology ist ein Musikalbum von Peter Kowald und Vinny Golia. Die am 16. April 2000 im Newzone Studio in Los Angeles entstandenen Aufnahmen erschienen 2009 auf dem israelischen Label Kadima Collective.
Hintergrund Die Musik entstand während der Tournee des Bassisten Peter Kowald durch die Vereinigten Staaten 2000/01, die zu zahlreichen musikalischen Begegnungen führte, u. a. mit Rashied Ali/Assif Tsahar (Deals, Ideas & Ideals), Daniel Carter/Laurence Cook (Principle Hope), Miya Masaoka/Gino Robair (Illuminations), Tatsuya Nakatani (13 Definitions of Truth) und Damon Smith (Mirrors - Broken But No Dust). Die Titel der Stücke auf dem Duoalbum mit dem Saxophonisten Vinny Golia verweisen jeweils auf die von Kowald verwendete Technik (Coll’arco, Pizzicato) und das von Golia gespielte Instrument.
Titelliste Peter Kowald / Vinny Golia: Mythology (Kadima Collective – KCR 20) Arco / Bb Clarinet 2:03 Pizz / Bass Clarinet 3:54 Arco / Bass Clarinet 3:29 Arco / Soprano 5:31 Prepared Pizz & Vocals / Piccolo 2:23 Arco & Vocal / Taragoto 4:31 Pizz / Ab Clarinet 2:28 Arco / Contra Alto Clarinet 3:41 Pizz / Baritone 6:29 Pizz / Alto Flute 4:02 Arco / Sopranino 3:57 Arco / A Clarinet 6:00 Pizz / Chinese Flute 3:37 Pizz / G Flute 5:48
Die Kompositionen stammen von Peter Kowald und Vinny Golia.
Rezeption mini|Vinny Golia (2017) Nach Ansicht von Nic Jones, der das Album in All About Jazz rezensierte, sind Kowald und Golia in der Szene der freien Improvisation seit Langem geschätzte Musiker und hätten sich einen festen musikalischen Namen gemacht. Doch was dieses Programm so besonders mache, sei beider außergewöhnliches musikalisches Wissen. Golia würde über ein ganzes Arsenal an Instrumenten verfügen, während Kowald verschiedene Spieltechniken einsetze. Beides verleihe der Musik Tiefe und Substanz, die man sonst kaum erwarten würde. „Arco / Soprano“ sei ein Paradebeispiel dafür, wie man mit relativ wenigen Mitteln maximale Wirkung erzielen könne. Es sei eine beachtliche Leistung Golias, dass er auf dem geraden Saxophon so unverwechselbar ist, dass er niemanden außer sich selbst heraufbeschwören könne. Die Musik profitiere davon, denn beide Musiker würden im besten Sinne des Wortes im Hier und Jetzt aufgehen.
„Arco / Contra Alto Clarinet“ werde nur geringfügig von Anthony Braxtons Verwendung des Kontrabassmodells dieses Instruments beeinflusst, doch sobald Golia seine anfängliche Fixierung auf die tiefen Lagen überwinde, würde die Musik ihre ganze Pracht entfalten, so Jones. Kowald entlocke seinem Bass Töne jenseits der temperierten Töne, und gerade die bewusst unkonventionelle Herangehensweise des Duos verleihe der Musik eine noch größere Resonanz als gewöhnlich. In „Arco / Bass Clarinet“ würden sie beweisen, wie sehr sie „dem Augenblick verfallen“ seien. Golia zeige sich erneut als eigenständiger Musiker auf einem Instrument, dem man eine ambivalente Stellung in der Musikgeschichte zuschreiben könnte. Hier sei er in den tiefen Lagen des Instruments am wirkungsvollsten, während Kowald zeitweise allgegenwärtig zu sein scheine, wobei sein Eingehen auf den Moment durch die Anforderungen des gemeinsamen Musizierens gebremst werde. „Arco / Sopranino“ sei im Grunde der Ausdruck der impliziten Übereinkunft, nicht übereinzustimmen, doch Kowalds Heimlichkeit scheine diesen Eindruck ohnehin zu untergraben. Während Golia auf schnelle und kaum artikulierte Noten zurückgreife, trotte der Bassist zeitweise unbeholfen dahin, nicht so sehr in Golias Gefolge, sondern neben ihm, während er radikal andere Perspektiven eröffnen würde.
Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album (Neue Improvisationsmusik) Kategorie:Album 2009 Kategorie:Peter Kowald