mini|Gesamtansicht, 2012 mini|hochkant|Ansicht des Turms, 2018 Die Lutherische Kirche (, auch Świętej Trójcy - Dreifaltigkeitskirche) in der Großstadt Radom in der Woiwodschaft Masowien in Polen, ist die Pfarrkirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde, die zur Diözese Warschau der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen gehört. Die Gemeinde der altkatholischen Kirche der Mariaviten hält dort ebenfalls ihre Gottesdienste ab.

Lage Das Gebäude steht an der „ulica Mikołaja Reja“ im Nordosten des Stadtviertel Miasto Kazimierz (Kasimirs Stadt), das nach Kasimir dem Großen benannt ist. Die Innenstadt schließt sich südöstlich an. Die Kirche ist nicht geostet. Sie ist Station des Rundgangs „Radomer Baudenkmale“.Stadt Radom: Kościół Ewangelicko-Augsburski (ul. M. Reja 6). Polnisch, abgerufen am 9. September 2026.

Geschichte Benediktiner aus Sieciechów errichteten innerhalb der Stadtmauern in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts die kleine Holzkirche, die zu Ehren der Jungfrau Maria geweiht war. Im Jahr 1785 konnte der Neubau der Mariä-Himmelfahrt-Kirche im Stil des Barock und Klassizismus abgeschlossen werden. Ihr Chor lag im Norden und war in einen Wehrturm der Stadtmauer eingebaut. Sechs Jahre später wurde die Kirche von den Benediktinern an die Radomer Bernhardiner übergeben. Mit der Dritten Teilung Polens 1795 kam Radom an Österreich und die Kirche wurde 1802 in ein Lagerhaus umgewandelt. Nach einem Umbau in der Zeit des Herzogtums Warschau diente das Gebäude als öffentliches Theater.

Die lutherische Gemeinde der Stadt wurde 1826 gegründet und erwarb im folgenden Jahr das Theater, das wieder als Kirche genutzt wurde. Nach Niederlegung der Stadtmauer gestaltete man den Stadtgraben zu einer Promenade um. In der Folge wurde die Kirche umgebaut und gedreht, straßenseitig erhielt sie einen massiven Turm an der Nordseite.

Nach Plänen des Stadtbaumeisters August Załuski erfolgte von 1893 bis 1895 ein grundlegender Umbau. Nach einer Verlängerung des Kirchenschiffs wurde im Süden eine niedrigere Sakristei angebaut. Der umgestaltete Turm erhielt eine Turmhaube. Die Stilmischung von Neogotik, Neobarock und Klassizismus gilt als eklektisch. Das Innere wird durch einen Altar aus schwarzem Marmor geprägt, die Kanzel sowie die zweigeteilte und von Säulen gestützte Chorempore sind aus Holz. Die Orgel fertigte Gottfried Riemer aus Brieg.

Eine bronzene Figur des auferstandenen Christus aus dem Familiengrab der Familie Karsch wurde nach ihrer Restaurierung hierher versetzt. Dank einer Stiftung derselben Familie war die lutherische Kirche das erste Gotteshaus der Stadt, das 1905 elektrisches Licht erhielt.

Literatur Ewa Kutyła: Spaziergang durch Radom. 3. Auflage, Radom 2015.

Weblinks

Website der Kirchengemeinde

Fußnoten

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