Hendrik „Rik“ Tobi (Taufname Henricus Josephus Jacobus Tobi; getauft 24. September 1741 in Antwerpen, Herzogtum Brabant; † 30. März 1809 ebenda) war ein flämischer Komponist.

Leben Handrik Tobi wurde am 24. September 1741 in der Liebfrauenkathedrale seiner Heimatstadt getauft. Sein Vater Laurentius Tobi war eine etwas schillernde Figur, der eigentlich eine Schreinerwerkstatt betrieb, sich aber auch dem Musikinstrumentenbau widmete und als Musiker wirkte. Da der Familienname Tobi im Raum Antwerpen ungebräuchlich war, ist es auch denkbar, dass der Vater englischer Abstammung war. Hendrik war das zweitjüngste Kind von Laurentius und dessen zweiter Frau Catherina Goetschalck. Musikunterricht erhielt er von seinem Vater und seinem ältesten Halbbruder Jacobus, der als begabter Musiker galt und ab 1766 als Turmwächter und Stadttrompeter angestellt war.

Hendrik Tobi ist ab 1762 als Musiker an der Sakramentskapelle der Kathedrale nachgewiesen, wo er bis zur Auflösung der Chöre 1794 wirkte. Ab 1764 war er außerdem Stadtmusiker. 1768 heiratete er Anna Maria de Ridder, mit der er fünf Söhne und vier Töchter hatte. Von 1768 an spielte er auch regelmäßig Cello an der Kirche St. Jakob, wo alle seine Kinder getauft wurden.

Hendrik Tobi war, nicht ungewöhnlich für seine Zeit, ein Multiinstrumentalist. Insbesondere scheint er ein Virtuose auf der Klarinette gewesen zu sein, einem Instrument, das er auch unterrichtete. Außerdem ist er als Hornist, Oboist und Cellist nachgewiesen. Tobi war Mitglied der Musikergilde von Antwerpen, was Voraussetzung war, um bei Festen, Prozessionen und in Gottesdiensten als Musiker auftreten zu können, und diente drei Amtsperioden lang als deren Gildemeister.

Tobi half auch regelmäßig als Kirchenmusiker an St. Andreas aus. An dieser Kirche wurde sein jüngster Sohn Henricus Josephus Chorsänger, und sein zweitältester Sohn Joannes Franciscus Josephus wurde dort 1785 Kantor. Möglicherweise wegen dieser familiären Verbundenheit schuf Tobi seine erhaltenen kirchenmusikalischen Werke für die Andreaskirche, offenbar im Zeitraum zwischen 1800 und 1807.

Hendrik Tobi scheint einer der herausragendsten Antwerpener Komponisten gegen Ende des 18. Jahrhunderts gewesen zu sein. Sein Kompositionsstil zeigt Ähnlichkeit mit den kirchenmusikalischen Werken Joseph Haydns und Wolfgang Amadeus Mozarts in den 1780er Jahren.

Werke Opus 1: Sechs Sonaten für zwei Violinen. Paris 1771. Opus 2: Sechs Trios für zwei Melodieinstrumente und Bass. Antwerpen 1779. sieben Motetten eine Messe (Musik)

Aufnahmen/Tonträger Hendrik Tobi: Sacred Music + Six Trios Opus 1. Terra Nova Collective, Vlad Weverbergh (Leitung). 2 CD. Etcetera Records KTC 1824 (2024).

Literatur Godelieve Spiessens: De Antwerpse muzikant en componist Henri Joseph Jacques Tobi (Antwerpen, 1741–1809). In: Provinciale Commissie voor Geschiedenis en Volkskunde. Provincie Antwerpen. Jaarboek XV: 2003–2004. Antwerpen, 2005, S. 5–23. Godelieve Spiessens: De Antwerpse muzikanten Henri-Adrien, Jan Frans, Engelbert en Coleta Tobi, kinderen van componist Henri-Joseph Tobi (1741–1809). lute-academy.be, 2012 (PDF, 2,1 MB). David Vergauwen: The Antwerp of Hendrik Tobi (1741–1809). In: Hendrik Tobi. Sacred Music. CD-Booklet. Etcetera Records, 2024 (PDF; 1,19 MB).

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Einzelnachweise

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