Die Allgemeine Zeitung für Nordbaden und die Pfalz (AZ) war ein Zeitung mit Redaktionssitz in Mannheim. Sie gehörte mit anderen regionalen Zeitungen wie der Badischen Allgemeinen Zeitung in Karlsruhe zum Versuch, neben den Lizenzzeitungen eine sozialdemokratisch orientierte regionale Tagespresse aufzubauen. Bekannt waren alle regionalen Zeitungen als „AZ“. Die Mannheimer Ausgabe knüpfte an die Volksstimme an, die 1933 ihr Erscheinen einstellen musste.

Geschichte Die Allgemeine Zeitung für Nordbaden und die Pfalz gehörte zu den Periodika, die nach der Aufhebung der Lizenzpflicht auf den Markt kamen. Die Zeitung erschien zunächst unter dem Namen Badisch-Pfälzische Abend-Zeitung ab dem 29. Juli 1949, änderte dann aber bereits am 5. September 1949 den Namen in Abend-Zeitung für Nordbaden und die Pfalz. Nach der Umstellung auf ein morgendliches Erscheinen wechselte die Zeitung ab 1951 unter Beibehaltung des Kürzels AZ den Titel in Allgemeine Zeitung für Nordbaden und die Pfalz. Ab dem 2. April 1951 teilten sich die Mannheimer und die Karlsruher Ausgabe der AZ den Mantel.

Die Zeitung kämpfte von Anfang an mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Trotzdem bezog 1954 sie ein neues Redaktionsgebäude auf dem Gelände, das vorher von den Redaktionen von Volksstimme und Hakenkreuzbanner genutzt worden war. Die Zeitung zeichnete sich durch ein relativ niedriges inhaltliches Niveau aus, aber konnte hierdurch neben dem Mannheimer Morgen eine wirtschaftliche Nische besetzen.

Die um 1960 halbwegs solide wirtschaftliche Situation erodierte jedoch zunehmend in den 1960er-Jahren. Dies fand seinen Ausdruck in zwei kurzfristigen strukturellen Änderungen. Zunächst betonte man mit der Umbenennung auf Allgemeine Zeitung für Mannheim und die Kurpfalz die regionale Ausrichtung. 1966 erfolgte unter wirtschaftlichem Druck noch eine größere strukturelle Neuorganisation der sozialdemokratischen Presse im Südwesten. Alle regionalen Zeitungen bekamen als gemeinsamen Titel Südwestdeutsche allgemeine Zeitung für den gemeinsamen Mantel mit Lokalausgaben für die größere Städte.

Diese Umstrukturierung brachte keinen Erfolg. Im Jahr trat 1967 trat die SPD die Hälfte der Anteile an der AZ an die Mannheimer Großdruckerei und den Mannheimer Morgen ab und überließ der lokalen Konkurrenz auch Vertrieb und Herstellung. Die Lokalausgaben in Karlsruhe und Freiburg wurden sofort eingestellt, die Mannheimer Lokalzeitung noch einmal in Zeitung für Mannheim umbenannt und schließlich 1971 abgewickelt.

Literatur Uwe Mönninghof: Neuanfang und Wiederkehr. Die Tagespresse in Baden-Württemberg nach 1945, in: Württembergische Landesbibliothek (Hg.): Von der Preßfreiheit zur Pressefreiheit. Südwestdeutsche Zeitungsgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Stuttgart 1983, S. 173–199 Jan Leemreijze: Die Tagespresse in Baden-Württemberg von 1953 bis heute, in: Württembergische Landesbibliothek (Hg.): Von der Preßfreiheit zur Pressefreiheit. Südwestdeutsche Zeitungsgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Stuttgart 1983, S. 173–199.

Weblinks Allgemeine Zeitung für Nordbaden und die Pfalz in den Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek

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