James Joseph Frawley III (* 29. September 1936 in Houston, Texas; † 22. Januar 2019 in Indian Wells, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur, der von 1961 bis 2009 aktiv war. Er wurde als Regisseur der Komödie Die haarsträubende Reise in einem verrückten Bus, des Muppet Movie sowie der Fernsehserie Die Monkees bekannt.
Leben Frawley wurde 1936 als James Joseph Frawley in Houston im US-Bundesstaat Texas geboren. Wenige Quellen geben als Geburtsjahr auch 1937 an. 1984 heiratete er seine Frau Cynthia Margaret Frawley (1951–2022), mit der er bis zu seinem Tod verheiratet war; das Paar hatte keine Kinder. Er stand in keiner familiären Beziehung zu dem Schauspieler William Frawley.
1959 absolvierte er das College of Fine Arts (CFA) der Carnegie Mellon University (CMU), Fachbereich Schauspiel. Seit 1961 war er zudem Mitglied des Actors Studio, wo er von Lee Strasberg und Sanford Meisner ausgebildet wurde.
2009 beendete er seine Karriere und zog mit seine Ehefrau von Los Angeles, wo sie lange in „Old Las Palmas“ lebten, nach Indian Wells. Frawley starb im Alter von 82 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts. Er fand seine letzte Ruhe auf dem Welwood Murray Cemetery.
Karriere Frawley begann seine Karriere als Schauspieler auf der Bühne. 1961 hatte er sein Debüt am Broadway in dem für den Tony Award nominierten Stück Becket – an der Seite von Laurence Olivier und Anthony Quinn.
Ab 1961 war er als Mitglied der Premise Players auch vor der Kamera zu sehen, erstmals in The Seasons of Youth. Danach folgten von 1963 bis 1968 Gast- und Nebenrollen in verschiedenen Fernsehserien und Fernsehfilmen, bis er seine Tätigkeit hinter die Kamera verlagerte. Von 1976 bis 1996 hatte er jedoch gelegentlich weiterhin Auftritte vor der Kamera auf, oft in den Produktionen, bei denen er auch Regie führte.
Von 1966 bis 2009 führte Frawley, dessen Lieblingsfilm Jean Renoirs La Règle du Jeu aus dem Jahr 1939 war, Regie bei zahlreichen Fernsehserien und Fernsehfilmen. Seine erste große Produktion als Regisseur war die zwischen 1966 und 1968 produzierte Fernsehserie Die Monkees der gleichnamigen Band, bestehend aus Michael Nesmith, Davy Jones, Peter Took und Mickey Dolenz. Er führte bei 32 Folgen Regie und wirkte in dreizehn Folgen auch in Nebenrollen vor der Kamera mit. Die beiden jungen Produzenten Bert Schneider und Bob Rafelson hatten Frawley entdeckt, als er in Hollywood Improvisationstheater mit der New Yorker Comedy-Gruppe The Premise spielte.
1969 drehte er zwei Pilotfilme für geplante Sitcoms: A Guide for the Married Man mit Hal Buckley und Tony Roberts – Vorlage war der Film Leitfaden für Seitensprünge aus dem Jahr 1967 – sowie Holly Golightly mit Stefanie Powers, der auf der weiblichen Hauptfigur aus dem Film Frühstück bei Tiffany (1961) basierte und bei der Frawley auch als Produzent in Erscheinung trat. Beide Formate gingen jedoch nicht in Serie.
In den 1970er-Jahren drehte er The Christian Licorice Store, Kid Blue, Die haarsträubende Reise in einem verrückten Bus und Muppet Movie; letzterer wurde von der National Film Registry (NFR) der Library of Congress als „kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsam“ ausgewählt. Ab Ende der 1990er-Jahre arbeitete Frawley auch als ausführender Produzent und Koproduzent, unter anderem für Fernsehserien wie Big Easy – Straßen zur Sünde, Rache nach Plan und Für alle Fälle Amy. Seine letzten Arbeiten hinter der Kamera waren fünf Folgen der Fernsehserie Grey’s Anatomy und zwei Folgen von Private Practice zwischen 2007 und 2009.
Während seines Ruhestands unterrichtete er Schauspiel am Coachella Valley Repertory Theater und er und seine Frau produzierten einen Kurzfilm für die Indian Wells Historical Society über Desi Arnaz und sein Wirken in Indian Wells. Im deutschen Sprachraum wurde Frawley unter anderem von Eckhard Bilz, Reinhard Brock, Eckart Dux, Erich Ebert, Fred Klaus und Claus Wilcke synchronisiert.
Auszeichnungen 1967: Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Directorial Achievement in Comedy“ für Die Monkees (Folge Royal Flush) 1968: Nominiert für den Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Directorial Achievement in Comedy“ für Die Monkees (Folge The Devil And Peter Tork) 1977: „Audience Award“ des Avoriaz Fantastic Film Festival für Die haarsträubende Reise in einem verrückten Bus 1977: Nominiert für den „Grand Prize“ des Avoriaz Fantastic Film Festival für Die haarsträubende Reise in einem verrückten Bus 1980: Nominiert für den Hugo Award in der Kategorie „Best Dramatic Presentation“ für Muppet Movie 1998: Nominiert für den Directors Guild of America Award in der Kategorie „Outstanding Directorial Achievement in Dramatic Series – Night“ für Ally McBeal (Pilotfolge) 1998: Nominiert für den Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Directing for a Comedy Series“ für Ally McBeal (Pilotfolge) 2001: Nominiert für den Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Directing for a Comedy Series“ für Ed – Der Bowling-Anwalt (Pilotfolge) 2011: Preis der Palm Springs Women in Film and Television
Filmografie (Auswahl) Schauspieler
Regisseur
Produzent 1996–1997: Big Easy – Straßen der Sünde (The Big Easy, Fernsehserie) 1998–1999: Rache nach Plan (Vengeance Unlimited, Fernsehserie) 2001–2005: Thieves (Fernsehserie) 2002: Nancy Drew – Auf der Suche nach der Wahrheit (Nancy Drew, Fernsehfilm) 2002–2005: Für alle Fälle Amy (Judging Amy, Fernsehserie)
Theater (Auswahl) 1961: Becket (Hudson Theatre, Broadway, New York City) 1963: Arturo Ui (Lunt-Fontanne Theatre, Broadway, New York City) 1964: Anyone Can Whistle (Majestic Theatre, Broadway, New York City)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1936 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann