Wunderbares Wrodow ist ein deutscher Dokumentarfilm von Rosa von Praunheim aus dem Jahr 1999.

Handlung 1993 kaufen drei Berliner – der Jugendrichter Frank Bauer, seine Frau Brigitte Gross und der Künstler Sylvester Antony – das alte Schloss Wrodow. Ihr Plan ist nicht, daraus einfach einen privaten Landsitz zu machen: Sie wollen es renovieren und Teile des Gebäudes sowie den Park für Feste, Kunst und kulturelle Veranstaltungen öffnen. Bei der Sanierung helfen Bewohner des Dorfes mit. Viele haben eine sehr persönliche Beziehung zu dem Gebäude. Der Film handelt deshalb nur vordergründig von einer Schlossrenovierung. Eigentlich porträtiert von Praunheim eine ungewöhnliche Gemeinschaft von Ost- und Westdeutschen nach der Wiedervereinigung. Er besucht die Einwohner in ihren Wohnungen, lässt sie über ihr Leben in der DDR erzählen und beobachtet zugleich, wie die drei Zugezogenen und die alteingesessenen Wrodower gemeinsam etwas Neues aufbauen. Ein Höhepunkt des Films ist ein Opernball im Sommer 1999 im Schloss: Rund 500 Gäste erscheinen in aufwendigen Kostümen, nachdem sie dem Ball monatelang entgegengefiebert haben.

Notizen Die Uraufführung des Films fand am 6. Juli 1999 im NDR statt.

Durch den Film erlangte das Schloss Wrodow überregionale Bekanntheit als kulturelle Begegnungsstätte und Veranstaltungsort.

Der Film wurde immer wieder zu bestimmten Veranstaltungen und Jubiläen auf Schloss Wrodow aufgeführt.

Rezeption Das Haus des Dokumentarfilms rezensierte: „Rosa von Praunheim zeigt in poetischen Bildern und mit viel Humor das Porträt einer west-östlichen Dorfgemeinde in Mecklenburg-Vorpommern.“ Besonders enthusiastisch fällt die Würdigung im Tagesspiegel anlässlich des Robert-Geisendörfer-Preises 2000 aus. Dort wird betont, dass von Praunheim durchaus gesellschaftliche Fragen behandelt, dies aber nicht abstrakt oder belehrend tut. Stattdessen zeige er gekonnt konkrete Menschen in vielschichtigen Lebenssituation, ohne zu werten. Interessant ist außerdem die Begründung für den Robert-Geisendörfer-Preis: Die Jury sah in dem Film einen Beitrag zur gesellschaftlichen Verständigung und zum Zusammenleben unterschiedlicher Gruppen. Die Tageszeitung berichtete ebenfalls von der Auszeichnung und bezeichnete das Werk unter Berufung auf die Jury als „zauberhaftes Porträt“ der ost-westdeutschen Dorfgemeinschaft.

Auszeichnungen 2000: Robert-Geisendörfer-Preis

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1999 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Rosa von Praunheim Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Fernsehfilm (Norddeutscher Rundfunk)