Karl Fischer (* 16. August 1904 in Wilhelmshaven; † nach 1968) war ein deutscher Schiffbauingenieur und Ministerialbeamter.

Werdegang Fischers Eltern stammten beide aus Hessen. Sein Vater war Marineingenieur in der Kaiserlichen Marine, zuletzt im Dienstgrad Korvettenkapitän. Fischer legte 1923 das Abitur ab und studierte anschließend Maschinenbau an der Technischen Hochschule Stuttgart. Er schloss das Studium mit dem Diplom ab. Daraufhin setzte er sein Studium an der Technischen Hochschule zu Berlin fort, wo er sich auf Schiffbau spezialisierte und ebenfalls ein Diplom erhielt. 1935 wurde er in Berlin mit der Dissertation Untersuchungen an Schiffen bei Rudermanövern promoviert.

Im Jahr 1928 trat Fischer als Marine-Bauführer in die Reichsmarine ein. 1931 legte er das zweite Staatsexamen ab und wurde zum Regierungsbaumeister ernannt. Er wurde 1935 zum Marinebaurat, 1938 zum Marineoberbaurat und 1942 zum Marinebaudirektor befördert. Er war vor allem bei Neubauten, insbesondere beim Einbau von Schiffsbewaffnungen tätig. Von 1942 bis 1943 leitete er die Waffenbaudirektion der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven. Ab 1943 arbeitete er für die Walterwerke in Kiel, wo er für Antriebsanlagen von U-Booten zuständig war. 1944 wurde er Leiter des Ingenieurbüros Glückauf, einer Abteilung des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion, die während des Zweiten Weltkrieges als Konstruktionsbüro des Hauptausschusses Schiffbau Durchkonstruktionen und Fertigungsplanungen für U-Boote der Kriegsmarine erstellte. Dort wurde bis Ende 1944 das Walter-Boot Typ XXVI entwickelt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Fischer von 1945 bis 1947 zunächst technischer Leiter der Marinewerft Wilhelmshaven. Diese war damals ein Sammelplatz von Schiffen, die repariert werden mussten und anschließend an eine der Siegermächte auszuliefern waren. Mitte 1946 begann die Demontage der Werft, anschließend deren Zerstörung. 1947 gründete Fischer eine eigene Firma zur Gewinnung von Brenntorf und Torfbriketts in Tannenhausen (heute Ortsteil von Aurich). 1951 gründete er ein weiteres Werk in Tensfeld.

Im Jahr 1956 wurde Fischer ins Bundesministerium der Verteidigung berufen, wo er die Leitung der Unterabteilung Marinetechnik übernahm. Ab 1958 leitete er als Ministerialdirigent die Abteilung für Wehrtechnik des Ministeriums. 1964 schied er aus diesem Amt aus und wurde von Hubert Schardin abgelöst. Zuvor hatte Fischer sich öffentlich über die Vernachlässigung der Rüstungsabteilung innerhalb des Ministeriums beschwert.

Nach seiner Entlassung zog sich Fischer auf seine Torfwerke in Norddeutschland zurück. Er beteiligte sich dennoch weiterhin an rüstungspolitischen Diskussionen. So kritisierte er 1967 in der Fachzeitschrift Wehr und Wirtschaft die Multilaterale Atomstreitmacht und den Ankauf von Lenkwaffenzerstörern durch die Bundesregierung.

Fischer war verheiratet und Vater von vier Kindern.

Literatur

Einzelnachweise

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