Emil Rauch (* 1894; † 18. Februar 1967 in Clavadel) war ein Schweizer Agraringenieur.

Leben Rauch, der seinen Abschluss als Agraringenieur an der ETH Zürich erlangte, befasste sich während des Zweiten Weltkriegs als landwirtschaftlicher Experte im Kriegs-Industrie- und Arbeitsamt mit der Zuteilung und Berechnung der kantonalen landwirtschaftlichen Treibstoffkontingente und hielt von 1943 bis 1948 zahlreiche Vorträge unter anderem beim Schweizerischen Traktorenverband. Er war bis zu seinem Tod Leiter der Dokumentation in der Schweizerischen Vereinigung zur Förderung der Betriebsberatung in der Landwirtschaft (SVBL) in Küsnacht. Ferner war er von 1941 bis 1948 Leiter der mobilen Ackerbaukolonne und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Geschäftsstelle der Schweizerischen Vereinigung für Innenkolonisation und Industrielle Landwirtschaft (SVIL). Seine Bibliothek vermachte er dem Schweizer Bauernverband. Rauch gilt als Pionier der Motorisierung der Schweizer Landwirtschaft.

In der Öffentlichkeit bekannt wurde Rauch durch seine Teilnahme an der ersten Schweizer Entwicklungshilfemission nach Nepal 1950 neben Walter Custer, Alf de Spindler und Toni Hagen. Die Gruppe reiste mit dem Flugzeug bis Delhi und erreichte von dort mit der Bahn und auf Lasttieren Nepal. Rauch betrieb seine dortigen Studien bis 1951, bereits im Sonderauftrag der nepalesischen Regierung, die ihn für Gutachtertätigkeiten in Anspruch nahm. Zu seinen Untersuchungsfeldern gehörten die Meteorologie, die Erstellung von Nutztierstatistiken ebenso wie die Prüfung der Erfolgsaussichten der Fisch-, Bienen- oder Seidenraupenzucht. Er empfahl unter anderem eine Hebung der Viehzucht- und Anbaumethoden, Fördermittel für eine moderne landwirtschaftliche Berufsausbildung, den Ausbau des Verkehrswege«»netzes, die Beteiligung an internationalen Forschungen sowie eine neuzeitliche Ausgestaltung der Milchwirtschaft.

Veröffentlichungen (Auswahl) «Motoren als Arbeitsfaktor.» In: Der Motor in der Landwirtschaft, Spezialheft von Auto 15, No. 21/22 (1941), S. 14–21. «Elektrizität in der Landwirtschaft.» In: Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift 69 (1941), Nr. 29, S. 771–775. «Die Motorisierung der schweizerischen Landwirtschaft.» In: Die Grüne 73 (1945), Nr. 39, S. 977–980; Nr. 40, S. 1014–1019. «Deutsche Agrar-Fragen.» In: Agrarpolitische Revue 4 (1948), H. 5/6, S. 195–207. «Pferd und Motor.» In: Neue Zürcher Zeitung Nr. 2568, 8. Dezember 1949. «Die Agrarverfassung im Wandel der dänischen Kulturlandschaft. Beitrag zur Agrargeographie.» In:Geographica Helvetica Bd. 5 (1950), S. 161–171 «L’agriculture au Népal.» In: Le Globe. Revue genevoise de géographie 94 (1955), S. 63–77. «Eindrücke eines Fluges über Nepal.» In: Geographica Helvetica Bd. 8 (1953), S. 316–321. «Untersuchungen über den Zugkraftbedarf in nordostschweizerischen landwirtschaftlichen Familienbetrieben.» In: Landwirtschaftliches Jahrbuch der Schweiz 68/NF 3 (1954), H. 2, S. 95–114. «Gehemmte Entwicklung der brasilianischen Landwirtschaft.» In: Agrarpolitische Revue 1955, H. 6/7, S. 274–292. «Der Bevölkerungsnachwuchs Westeuropas.» In: Agrarpolitische Revue 13 (1957), H. 5, S. 177–184. «Die Landwirtschaft Frankreichs.» In: Zürcher Bauer 88 (1957), Nr. 62–65. «Wirkungen der EWG-Verträge auf die Landwirtschaft einzelner Länder.» In: Agrarpolitische Revue 16 (1959), H. 3, S. 89–97.

Weblinks Archiv für Agrargeschichte: «Rauch, Emil» «Bergland im Himalaya. Eine schweizerische Beratermission in Nepal.» Neue Zürcher Zeitung Nr. 1874, 2. September 1951. Todesanzeige Emil Rauch NZZ Nr. 754, 22. Februar 1967 Ausgabe 03.

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