Matías Bargsted Valdés ist ein chilenischer Soziologe und Hochschullehrer. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der politischen Soziologie, der öffentlichen Meinung und den quantitativen Methoden der Sozialforschung.
Er ist Professor am Institut für Soziologie der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile, dessen Leitung er auch übernommen hat.
2014 erhielt Bargsted gemeinsam mit Nicolás Somma und Juan Carlos Castillo für die Arbeit Political Trust in Latin America den Edgardo-Catterberg-Preis für den besten Beitrag auf dem VI. Lateinamerikanischen Kongress der World Association for Public Opinion Research (WAPOR).
Akademische Laufbahn Bargsted studierte Soziologie an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile, wo er sowohl seinen ersten Hochschulabschluss als auch einen Master in Soziologie erwarb. Anschließend setzte er sein Studium an der University of Michigan fort und wurde dort 2011 in Politikwissenschaft promoviert.
Während seines Promotionsstudiums war Bargsted mit dem Comparative Study of Electoral Systems (CSES) verbunden. Nachdem er bereits am zweiten Modul des Projekts mitgearbeitet hatte, wurde er 2009 Mitglied des CSES-Sekretariats in Ann Arbor.
2012 wurde Bargsted Assistenzprofessor am Institut für Soziologie der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile. Diese Position hatte er bis 2019 inne; seit 2020 ist er dort außerordentlicher Professor. Später übernahm er die Leitung des Instituts. Darüber hinaus war er assoziierter Forscher am Zentrum für Konflikt- und Kohäsionsforschung (COES), wo er dem Forschungsbereich Politischer und sozialer Konflikt angehörte.
Öffentliche Tätigkeit Bargsted beteiligt sich regelmäßig als Experte an öffentlichen Debatten und wird von chilenischen und internationalen Medien zu politischen und gesellschaftlichen Fragen interviewt. Dabei äußert er sich insbesondere zu Wahlen, öffentlicher Meinung und den gesellschaftlichen Folgen der Proteste in Chile ab 2019.
Im Oktober 2024 gab Bargsted Radio Universidad de Chile ein Interview, in dem er sich mit der abnehmenden Unterstützung der Bevölkerung für die Protestbewegung von 2019 während der Präsidentschaft von Gabriel Boric befasste. Seiner Einschätzung zufolge habe die symbolische Bedeutung der Proteste angesichts aktueller Sorgen wie der öffentlichen Sicherheit und des Scheiterns der beiden Verfassungsprozesse in der öffentlichen Meinung an Bedeutung verloren.
Im Dezember 2025 wurde Bargsted von der spanischen Tageszeitung El País zur politischen Strategie des chilenischen Präsidentschaftskandidaten José Antonio Kast interviewt. Bargsted vertrat dabei die Auffassung, Kast neige dazu, seine ideologischen Positionen nicht offenzulegen und stattdessen die Kontrolle über die öffentliche Agenda anzustreben, insbesondere bei Themen der öffentlichen Sicherheit.
Veröffentlichungen (Auswahl) mit Nicolás Somma: Social cleavages and political dealignment in contemporary Chile, 1995–2009. In: Party Politics. mit Sebastián Valenzuela, Nicolás de la Cerda und Bernardo Mackenna: Participación ciudadana en las elecciones municipales de 2012: diagnóstico y propuestas en torno al sistema de voto voluntario. mit Nicolás Somma: La autonomización de la protesta en Chile. In: Aprendizaje de la ciudadanía: contextos, experiencias y resultados. mit Nicolás Somma und Juan Carlos Castillo: Political Trust in Latin America. mit Luis Maldonado: Party Identification in an Encapsulated Party System: The Case of Postauthoritarian Chile. In: Journal of Politics in Latin America. mit Nicolás Somma, Camila Ortiz und Ignacio Cáceres: Social and Political Trust in a Low Trust Society. In: Political Behavior.
Weblinks Akademisches Profil bei der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile
Einzelnachweise
Kategorie:Soziologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Päpstliche Katholische Universität von Chile) Kategorie:Absolvent der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile Kategorie:Absolvent der University of Michigan Kategorie:Chilene Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann