Albino Soares Pinto dos Reis Júnior (* 30. September 1888 in Loureiro, Oliveira de Azeméis, Distrikt Aveiro; † 14. Mai 1983 ebenda) war ein portugiesischer Richter und Politiker, der während der Zeit des Estado Novo unter anderem zwischen 1932 und 1933 Innenminister sowie von 1945 bis 1961 Präsident der Nationalversammlung war.

Leben Albino Soares Pinto dos Reis Júnior, Sohn von Albino Soares Pinto dos Reis und Maria da Silva Pereira Marques, absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Coimbra, das er 1913 mit einem Lizenziat (Licenciatura em Direito) abschloss, und war daraufhin als Richter tätig. Er fungierte von 1919 bis 1927 als Standesbeamter in Oliveira de Azeméis sowie zwischen 1927 und 1933 als Standesbeamter in São João da Madeira. Zudem begann er in der Ersten Portugiesischen Republik seine politische Laufbahn in der Liberalrepublikanischen Partei PLR (Partido Liberal Republicano) von Premierminister António Joaquim Granjo und wurde bei den Parlamentswahlen am 10. Juli 1921 für die PLR Mitglied der Abgeordnetenkammer (Câmara dos Deputados). Er war zudem zwischen 1923 und 1936 Präsident des Stadtrates (Câmara municipal) von Oliveira de Azeméis und damit Bürgermeister dieser Stadt. Bei den Parlamentswahlen am 8. November 1925 wurde er für die Nationalrepublikanische Partei PRN (Partido Republicano Nacionalista) der ehemaligen Premierminister António Ginestal Machado sowie Álvaro de Castro erneut zum Mitglied der Abgeordnetenkammer gewählt und stand bei seinen Ansichten in der Nähe von Francisco Pinto da Cunha Leal.

Nachdem Albino dos Reis von 1931 bis 1932 Zivilgouverneur des Distrikts Coimbra war, wurde er am 5. Juli 1932 als Innenminister (Ministro do Interior) in das erste Kabinett von Premierminister António de Oliveira Salazar berufen und bekleidete dieses Ministeramt vom 11. April 1933 bis zu seiner Ablösung durch Antonino Gomes Pereira am 24. Juli 1933 auch im zweiten Kabinett Salazar. Er war einer von Salazars politischen Beratern während der Zeit des „Neuen Staates“ (Estado Novo) und hatte als Einfluss auf die Zusammensetzung der Listen der Nationale Union NU (União Nacional), der Einheitspartei von Salazar. Er wurde 1932 Mitglied des Beratenden Ausschusses, 1933 Vizepräsident der Zentralkommission der Nationalen Union und fungierte zwischen 1933 und 1945 als Präsident des Beratenden Ausschusses der Nationalen Union. Er fungierte zudem zwischen 1933 und 1936 als Richter sowie 1936 als Präsident des Obersten Verwaltungsgerichts (Supremo Tribunal Administrativo), das am 30. Oktober 1933 neu gegründet wurde.

1934 wurde dos Reis Mitglied der Nationalversammlung (Assembleia Nacional) und gehörte dem Parlament bis zur Nelkenrevolution (Revolução dos Cravos), ein grundlegender politischer Umsturz, der am 25. April 1974 ausgelöst wurde, als die linksgerichtete Bewegung der Streitkräfte (Movimento das Forças Armadas) die autoritäre Diktatur des Salazar-Regimes beseitigte und den Übergang zur Demokratie der Dritten Republik einleitete. Er wurde 1936 auch Mitglied des Staatsrates (Conselho de Estado) und übernahm 1945 von José Alberto dos Reis den Posten des Präsidenten der Nationalversammlung, den er bis zu seiner Ablösung durch Mário de Figueiredo 1961 innehatte. Zugleich war er zwischen 1945 und 1968 Vizepräsident des Zentralkomitees der Nationalen Union sowie von 1961 bis 1974 Vorsitzender des Gesetzgebungs- und Redaktionsausschusses der Nationalversammlung. 1970 war er Präsident des V. und letzten Kongresses der Nationalen Union und wurde des Weiteren Präsident des Beratenden Komitees der aus der NU hervorgegangenen Nationalen Volksaktion ANP (Ação Nacional Popular).

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Einzelnachweise

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