mini|Blick von Osten auf Damm und Wasserfläche

Der Untere Flambacher Teich ist eine historische Talsperre südsüdwestlich des Stadtgebietes von Clausthal-Zellerfeld. Er wurde im Zusammenhang mit dem Oberharzer Wasserregal von Oberharzer Bergleuten im 17. Jahrhundert angelegt. Wie alle Oberharzer Teiche ist auch der Untere Flambacher Teich seit dem Jahr 2010 Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft.

Lage Der Teich liegt etwa 2,5 Kilometer südwestlich des Stadtkerns des Ortsteiles Clausthal und zwei Kilometer nordwestlich des Ortsteiles Buntenbock. Etwa 500 m östlich der Anlage verläuft in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße B 241. Gespeist wird die Stauanlage vom Flambach. Unmittelbar oberhalb des Unteren Flambacher Teiches befindet sich der Obere Flambacher Teich. Etwa 750 m unterhalb durchläuft das Wasser den Haderbacher Teich. Unterhalb des Haderbacher Teiches fließt das Wasser in die Innerste und wird nach etwa weiteren 15 Kilometern noch einmal durch die Innerstetalsperre aufgestaut.

Beschreibung Der Staudamm wurde vor 1689 als Erdbauwerk, das heißt mit einer Erd- und Felsschüttung, erstellt. Andere Quellen geben das Jahr 1689 als Baujahr an.Hugo Haase, Kunstbauten alter Wasserwirtschaft im Oberharz, 5. Auflage, Piepersche Druckerei und Verlagsanstalt, Clausthal-Zellerfeld 1985, ISBN 3-923605-42-0 Das Dammschüttmaterial wurde örtlich gewonnen und ist von überwiegend steiniger Substanz. Die Dammdichtung wurde aus Rasensoden hergestellt und verläuft entlang der wasserseitigen Böschung. Es handelt sich um einen Teich der „Alten Bauart“.

Die Hochwasserentlastungsanlage befindet sich am rechten (westlichen) Hang und besteht aus einer Grauwacke-Bruchstein-Konstruktion. Es sind Reste einer Stahlkonstruktion zu erkennen, in die man früher zusätzliche Staubretter einsetzen konnte, um den Teich noch höher anstauen zu können.

Es gibt zwei Entnahmemöglichkeiten: Der Obere Fall ist als Stahlleitung konstruiert und kann nur etwa den obersten halben Meter des Stauraumes erreichen. Der Schieber befindet sich unter der Hütte und das Wasser wird in den Oberen Rosenhöfer Fall eingeleitet, der als mit Betonplatten abgedeckter Graben auf der luftseitigen Böschung verläuft. Der Grundablass (Unterer Fall) ist als Striegelanlage gestaltet und wird heute mittels einer hydraulischen Vorrichtung betätigt. Das Holzgerenne ist noch im Einsatz. Das Wasser kann dann noch dem Unteren Rosenhöfer Fall zugeführt werden.

Einzugsgebiet, Wasserwirtschaft Das 0,84 km² große Einzugsgebiet des Unteren Flambacher Teiches besteht fast ausschließlich aus Wiesen- und Waldflächen. Es wird stark vom Schmidtsgraben geprägt, der große Teile des Zulaufes westlich an beiden Flambacher Teichen vorbeiführt. Auch die Hochwasserentlastungsanlage des Oberen Flambacher Teich entwässert in den Schmidtsgraben. Über einen Fehlschlag kann Wasser gezielt dem Teich zugeführt werden.

Der Teich speiste sein Wasser vornehmlich über Oberen Rosenhöfer Fall die zwei Kilometer nördlich gelegenen Bergwerken im Rosenhöfer Revier, wo es Aufschlagwasser genutzt wurde. Nach Stilllegung der Grube Rosenhof im Jahr 1930 wurde das Wasser bis 1981 dem Wasserkraftwerk im Ottiliaeschacht zur Verfügung gestellt.

Bauwerkshistorie 1938 erfolgte im Zuge der Autarkiebestrebungen im 3. Reich ein Ausbau des Oberen Rosenhöfer Falls zur Erhöhung der Stromerzeugung im Kraftwerk Ottiliaeschacht. Hierzu wurde der entlang der luftseitigen Böschung verlaufende Obere Rosenhöfer Fall in ein ausbetoniertes Gerenne umgewandelt, welches mit Betonplatten abgedeckt wurde.

In den Jahren 1985 und 1988 erfolgten Reparaturarbeiten am Striegelhaus und der Überlaufgraben wurde teilweise mit Wasserbausteinen gesichert. Die Striegelwiderwaage am luftseitigen Dammfuß wurde 1991 erneuert. Im Oberen Rosenhöfer Fall wurden 1994 Risse und Löcher ausgebessert und eine Hohlkehle eingebracht. Im Jahr 2000 wurde die vorhandene Ausflut abgerissen und ein neues Überlaufbauwerk aus Grauwacke-Beton-Konstruktion wesentlich größer und 40 cm tiefer errichtet. Damit soll nun das Bemessungshochwasser abgeführt werden können.

Sonstiges Badebetrieb kann nicht beobachtet werden; hierzu sind die benachbarten Teiche (Oberer Flambacher Teich und Semmelwieser Teich) attraktiver. Fischereilich ist der Teich offensichtlich an Privatpersonen verpachtet. Auch hier gibt es eine seltene Population aus Edelkrebs.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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