Das Richard Rodgers Theatre (ehemals Chanin's 46th Street Theatre und das 46th Street Theatre) ist ein Broadway-Theater an der 226 West 46th Street im Theater District von Midtown Manhattan in New York City, New York, U.S. Es öffnete 1925, nach den Entwürfen von Herbert J. Krapp, und war gebaut für Irwin Chanin. Es hat ungefähr 1.400 Sitzplätze auf zwei Ebenen und wird von der Nederlander Organization betrieben. Sowohl die Fassade als auch das Auditorium Interior sind New York City Wahrzeichen.

Die Fassade ist geteilt in zwei Teile. Der östliche Teil enthält den Zuschauerraum und ist designt im Stil der Neorenaissance mit weißen Ziegeln und Terracotta. Das Erdgeschoss des Zuschauerraums hat einen Eingang unter einem Vordach; über dem befinden sich eine Loggia mit drei Bögen doppelter Geschosshöhe sowie ein Gebälk und eine Balustrade als oberer Abschluss. Der westliche Teil der Fassade, mit dem Bühnenhaus, ist sieben Stockwerke hoch und mit geblichenem Backstein verkleidet. Der Zuschauerraum weist Details im Stil der Neorenaissance, steil ansteigende Bestuhlung im Parkett, einen großen Rang und eine flache Kuppeldecke auf. Aufgrund der Neigung der Sitzreihen befindet sich der hintere Teil des Parketts eine Etage über dem Erdgeschoss. Es gibt zudem Logenplätze im vorderen Teil des Saals auf zwei Rängen.

Chanin's 46th Street Theatre war das erste Broadway-Theater, das von Irwin S. Chanin entwickelt und unmittelbar nach seiner Eröffnung an die Shubert-Brüder verpachtet wurde. Die Shuberts kauften das Gebäude vollständig im Jahr 1931 und benannten es in 46th Street Theatre um. Im Jahr 1945 wurde das Theater von Robert W. Dowling der City Investing Company übernommen. Im Jahr 1960 wurde es vom Produzenten Lester Osterman erworben, welcher es an die Produzenten Stephen R. Friedman und Irwin Meyer im Jahr 1978 verkaufte. Die Nederlander Organization erwarb die Veranstaltungsstätte im Jahr 1981 und benannte sie zu Ehren des Komponisten Richard Rodgers im Jahr 1990 um. Über die Jahre beherbergte das Richard Rodgers elf mit Tony Award ausgezeichnete Produktionen: Guys and Dolls, Redhead, How to Succeed in Business Without Really Trying, 1776, Raisin, Nine, Fences, Lost in Yonkers, In the Heights und Hamilton. Weitere lang laufende Produktionen im Theater waren unter anderen Panama Hattie und One Touch of Venus.

Lage Das Richard Rodgers Theatre ist an der 226 West 46th Street, auf dem südlichen Gehweg zwischen Eighth Avenue und Broadway, in der Nähe des Times Square im Theater District von Midtown Manhattan in New York City. Das quadratische Grundstück umfasst 1.049,3 m². Das Theater hat eine Front von 34 Metern zur 46th Street und eine Tiefe von 30 Metern.

Das Richard Rodgers teilt sich den Block mit dem Music Box Theatre im Süden, dem Imperial Theatre im Westen und den New York Marriott Marquis im Osten. Weitere nahgelegene Gebäude sind das Paramount Hotel (einschließlich Sony Hall) und Lena Horne Theatre im Nordwesten, das Hotel Edison und Lunt-Fontanne Theatre im Norden, One Astor Plaza im Südosten, die Booth und Gerald Schoenfeld Theatres im Süden und die Bernard B. Jacobs und John Golden Theatres im Südwesten. Vor dem Bau des Theaters standen auf dem Grundstück sechs Brownstone-Wohnhäuser.

Architektur Das Richard Rodgers Theatre, ursprünglich das 46th Street Theatre, wurde von Herbert J. Krapp im Stil der Neorenaissance entworfen und im Jahr 1924 von den Chanin Brüdern gebaut. Die Gestaltung des Innen- und Außenbereiches waren besonders kunstvoll im Vergleich zu anderen Broadway-Theatern, da die 46th Street das erste Theater von Irwin Chanin war.

Fassade Die Fassade besteht aus zwei Abschnitten. Der östliche Abschnitt ist breiter und symmetrisch, umfasst den Eingang zum Zuschauerraum. Sie besteht aus weiß glasierten Ziegel mit weißen Terracotta-Dekorationen gemacht. Die Obergeschosse des Abschnitts mit Saal und Eingang sind als Säulenreihe mit mittiger Loggia gestaltet. Der westliche Abschnitt umfasst das Bühnenhaus, ist sieben Stockwerke hoch und hat eine Fassade aus gelblichen Ziegeln. Frühere Quellen geben auch an, dass die Theaterfassade Kalkstein enthält.

Saal-Abschnitt Das Erdgeschoss der Saalfassade ist symmetrisch angeordnet, wenngleich der östliche Abschnitt kürzer ist als seine Breite. Es gibt ein Sockelgesims aus Terrazzo über dem sich Bossenquader befinden. Auf der östlichen Seite der Fassade im Erdgeschoss verbindet eine doppelflügelige Metalltür das Gebäude mit einer Wirtschaftsgasse. Auf der rechten Seite, also im Westen, befinden sich drei Doppeltüren aus Glas und Aluminium die eine Verbindung zum Foyer der Kasse herstellen. Daneben führen Terrazzostufen vom Auditorium zu den Notausgängen. Die westlichste Öffnung besteht aus einer Bühnentür aus Metall. Das Erdgeschoss hat hölzerne Schaukästen und wird von einem Sims abgeschlossen. Über den mittleren drei Öffnungen hängt ein Vordach, es ersetze das ursprüngliche Vordach, das inzwischen entfernt wurde.

mini|Detailansicht des Bogens

Im zweiten und dritten Geschoss des Zuschauerraums befinden sich äußere Joche die eine Loggia mit drei Bögen flankieren. Jeder Bogen hat einen Schlussstein mit einer Konsole und wird von Pilastern mit Kapitellen im korinthischen Still und Terrakotta-Schwänen flankiert. Im unteren Bereich der mittleren Joche befindet sich ein Eisengeländer. Hinter den Bögen ist eine Feuertreppe und Backsteinmauer mit Lyren, Festons und Glockenblumen aus Terracotta. Die äußeren Joche weisen Wandabschnitte aus weißem Backstein auf, die von Festons und rechteckigen Tafeln mit Masken gekrönt sind. Neben jedem der äußeren Joche befinden sich Pilaster und an der östlichsten Buch ist Schild mit dem Namen des Theaters angebracht. Über der Fassade verläuft ein Gebälk, das einen Fries mit Tafeln, Wappenschildern und Ranken sowie ein von Terrakotta-Kragsteinen getragenes Gesims umfasst. Das Dach des Saals ist mit einer Terrakotta-Balustrade mit Urnen versehen, die in Joche unterteilt sind. Die mittleren drei Joche der Balustrade sind mit Gitterwerk verziert, während die äußeren Joche Wappenschilde und Blattwerkverzierungen aufweisen. Hinter der Terrakotta-Balustrade verläuft eine weitere Ziegelbrüstung mit Terrakotta-Abdeckung.

Bühnenhaus-Abschnitt Der Flügel des Bühnenhauses ist zweckmäßig gestaltet. Im Erdgeschoss des Bühnenhauses befindet sich ein Sockelgesims aus Terrazzo. Es gibt Öffnungen für den Bühneneingang sowie größere Türen für den Transport von Bühnenbildern und anderen sperrigen Gegenständen. In den oberen Stockwerken befinde sich auf jeder Etage vier Fensteröffnungen sowie Ziegelpilaster. Über dem siebten Stockwerk des Bühnenhauses befindet sich ein Gesims mit Konsolen, es besteht aus Blech und ist im Adamstil gestaltet.

Saal Der Saal hat ein Parkett, ein Rang, Logen und eine Bühne hinter dem Proszeniumbogen. Der Saal ist mit Stuckverzierungen im Flachrelief gestaltet. Nach Angaben der Nederlander Organization hat der Saal 1.319 Plätze, die Broadway League gibt hingegen eine Kapazität von 1.400 Plätzen an, während Playbill von 1.321 Plätzen spricht. Die ursprüngliche Bestuhlung hatte 1.500 Plätze, davon 640 im Parkett und 850 im Rang, sowie acht Logen. Das Theater war ursprünglich in Rot und Gold gehalten. Sowohl der Parkettbereich als auch der Rang sind aus dem gleichen Foyer zugänglich. Diese Anordnung war ein Teil der Bemühungen von Irwin Chanin die Sitzplatzverteilung im Theater zu „demokratisieren“. Aus einem ähnlichen Grund wurde das Richard Rodgers mit nur einem Rang statt der üblichen zwei entworfen, da Chanin der Ansicht war, dass ein zweiter Rang zu weit entfernt sei.

Sitzbereiche

Im hinteren (östlichen) Ende des Parketts befindet sich eine Promenade, deren Decke mit Zierbändern verziert ist. Das Parkett ist stufenförmig angeordnet, doch die hinteren Reihen fallen steiler ab als die vorderen Reihen. Während sich die vorderen Reihen auf Bodenhöhe befinden, befindet sich die hinterste Reihe fast ein Stockwerk höher, sodass das Eingangsfoyer unter dem hinteren Teil des Parketts untergebracht ist. Die Anordnung der Sitzplätze sollte angeblich die Sicht und Akustik verbessern, doch aufgrund des steilen Gefälles ist die Sicht von den hinteren Plätzen schlecht. Von der Mitte des hinteren Bereichs des Parketts führt eine Doppeltreppe in den Rang. Ein teilweiser Quergang und ein schmiedeeisernes Geländer trennen die vorderen vom hinteren Teil des Parketts. Von den teilweise breiten Gängen aus gibt es Notausgänge. Zwei Gänge führen von vorne nach hinten im Parkett und münden in die Ausgangstüren. Das Parkett und die Promenade sind mit Stuckverkleidungen versehen. An den Seitenwänden des Parketts befinden sich Bögen die mit flachen Pilastern und Zierleisten versehen sind.

Der Rang ragt über das Parkett, wodurch die Sichtbeeinträchtigung aus den hinteren Reihen des Parketts verringert wird. Die Rangebene ist ebenfalls durch einen Gang in der Mitte der Tiefe in einen vorderen und hinteren Bereich unterteilt. Die Doppeltreppe, die vom Parkett in den Rang führt, ist von Eisengeländern umgeben. Die Rückwand der Rangpromenade ist, wie auf Parkettebene, mit Stuckpaneelen verkleidet. An der Rückwand ist zudem ein Technikpult angebracht. Die Stuckpaneele setzen sich an den Wänden fort. An der Unterseite des Rang befinden sich Leuchten, Zierleisten und Stuckpaneele. Das vordere Geländer weist geformte Wellenverzierungen und Friese mit Blattmotiven auf, diese werden durch Leuchtkästen verdeckt.

Zu beiden Seiten des Proszeniums befindet sich ein Wandabschnitt mit Segmentbögen und vier Logen, die in zwei Reihen angeordnet sind. Die Vorderseiten der Logen sind nach außen gewölbt und weisen geformte Wellenverzierungen sowie mit Friese mit Blattmotiven auf. An den Unterseiten befinden sich geformte Verzierungen mit Leuchten. Über jedem Bogen befindet sich ein Medaillon mit Girlanden.

mini|Zentrale Kuppel mit überhängendem Kronleuchter

Weitere Architekturmerkmale Neben den Logen befindet sich ein elliptischer Proszeniumsbogen. Der Torbogen ist von einem profilierten, abgerundeten Band umgeben, das ein Motiv aus spiralförmigen Blättern aufweist. Über der Mitte des Proszeniums befindet sich eine Kartusche. Hinter den Kulissen verfügt das Theater über 16 private Räume und fünf dreifach so große Räume, die über einen Aufzug mit der Bühne verbunden sind.

Über dem Proszeniumsbogen wölbt sich eine Resonanzdecke zur Decke hin, die durch zwei Rippen vom Proszenium und von der Decke getrennt ist. Der Resonanzkörper ist mit Flachreliefs aus Gips und Gitterwerk verziert. Die Decke weist eine flache Kuppel auf, die von einem profilierten Band umgeben ist. Innerhalb der Kuppel selbst befinden sich Bänder, die die Kuppelflächen in Felder unterteilen. In der Mitte der Kuppel befindet sich ein Medaillon aus Stuck, von dem ein Kronleuchter herabhängt. Der übrige Teil der Decke, der die Kuppel umgibt, ist durch Zierleisten in Felder unterteilt. Diese Paneele weisen sowohl Gitter als auch Medaillons im Flachrelief auf.

Geschichte Der Times Square wurde das Epizentrum für große Theaterproduktionen zwischen 1900 und der Weltwirtschaftskrise der 1920er/1930er Jahre. Zwischen den 1900er und den 1910er Jahren wurden zahlreiche Theater in Midtown Manhattan von den Shubert Brüdern gebaut, eines der bedeutendsten Theater-Syndikate jener Zeit. Die Chanin Brüder entwickelten eine weitere Gruppe von Theatern Mitte der 1920er. Obwohl sich die Chanins weitgehend auf Immobilien statt auf Theater spezialisiert hatten, hatte Irwin Chanin bereits als mittelloser Student an der Cooper Union Interesse an Theater entwickelt. Er erinnerte sich später daran, dass er sich gedemütigt gefühlt hatte, weil er einen separaten Eingang benutzen musste, wenn er günstige Plätze auf einem oberen Rang gekauft hatte.

Entstehung und frühe Jahre mini|Anblick des 46th Street Theatre (1925)