London Calling ist das dritte Studioalbum der britischen Rockband The Clash. Das Doppelalbum, auf dem die Band verschiedene Stile wie Punk, Reggae oder Pop kombiniert, gilt als Meilenstein der Rockmusik und taucht in diversen Bestenlisten auf vorderen Plätzen auf. Es erschien im Dezember 1979.

Veröffentlichung London Calling wurde am 14. Dezember 1979 als Doppelalbum in Europa von Columbia Records und in den USA von Epic Records veröffentlicht. Auf CD erschien es erstmals 1987.

Am 21. September 2004 erschien die London Calling: 25th Anniversary Legacy Edition, die neben einer DVD zur Entstehung des Albums auch die den Studioaufnahmen vorangehenden Demos unter dem Titel Vanilla Tapes enthält.

Am 11. Dezember 2009 folgte die London Calling: 30th Anniversary Edition. Sie enthält das Album auf CD sowie eine DVD mit Videomaterial.

Das Album Das Cover Das von Pennie Smith fotografierte Albumcover zeigt Paul Simonon, wie er während eines Konzertes seinen Fender Precision Bass zertrümmert, und ist gleichzeitig eine Anspielung auf das Cover der ersten LP von Elvis Presley. Simonons Pose diente mittlerweile selbst als Vorlage mehrerer Reminiszenzen, unter anderem wurde das Cover des Soundtracks zu dem Videospiel Tony Hawk’s American Wasteland diesem Motiv nachempfunden.Eine Liste von Motiven, die auf die beiden Motive anspielen, ist hier verfügbar.

Am 7. Januar 2010 bildete die Royal Mail das Albumcover auf einer Briefmarke der zehnteiligen Serie Classic Album Covers ab, die klassische britische Albumcover zeigt.

Titelliste Nr. Titel Leadgesang Geschrieben von Länge1. London Calling Joe Strummer Mick Jones, Strummer 3:202. Brand New Cadillac Strummer Vince Taylor 2:083. Jimmy Jazz Strummer Jones, Strummer 3:544. Hateful Strummer Jones, Strummer 2:445. Rudie Can’t Fail Strummer, Jones Jones, Strummer 3:296. Spanish Bombs Strummer, Jones Jones, Strummer 3:187. The Right Profile Strummer Jones, Strummer 3:548. Lost in the Supermarket Jones Jones, Strummer 3:479. Clampdown Strummer, Jones Jones, Strummer 3:4910. The Guns of Brixton Simonon Simonon 3:0911. Wrong ’Em Boyo Strummer Clive Alphonso 3:1012. Death or Glory Strummer Jones, Strummer 3:5513. Koka Kola Strummer Jones, Strummer 1:4714. The Card Cheat Jones Jones, Strummer 3:4915. Lover’s Rock Strummer Jones, Strummer 4:0316. Four Horsemen Strummer Jones, Strummer 2:5517. I’m Not Down Jones Jones, Strummer 3:0618. Revolution Rock Strummer Jackie Edwards, Danny Ray 5:3319. Train in Vain (Stand by Me) Jones Jones, Strummer 3:09

Der Titelsong Der Titelsong London Calling beschreibt laut Greil MarcusGreil Marcus: In the Fascist Bathroom: Punk in Pop Music 1977–1992, 1993/ das gleichzeitige Hereinbrechen aller möglichen Katastrophen:

Rezeption Pressereaktionen bei Veröffentlichung Die Reaktionen der Musikpresse waren bei Erscheinen des Albums durchaus unterschiedlich:

New Musical Express (Großbritannien): „‘London Calling’ ist das erste Clash-Album, das ihrem Mythos vollauf gerecht wird, wobei es die unverdaulicheren Aspekte dieses Mythos größtenteils weglässt. Teilweise klingt es wie nichts, das sie jemals vorher aufgenommen haben, und doch ist das im Endeffekt die bislang Clash-mäßigste Clash-Platte. […] 'London Calling' ist zudem – kein unwichtiger Punkt – die erste Clash-Platte (vielleicht mit Ausnahme von ‘The Cost Of Living’), die sich tatsächlich genau richtig anhört. Guy Stevens hat The Clash so produziert, wie sie von Anfang an hätten produziert werden sollen. […] 'London Calling' macht den schlecht gespielten Rock’nRoll des ganzen letzten Jahrzehnts wieder wett.“Charles Shaar Murray, in: New Musical Express, 15. Dezember 1979

Melody Maker (Großbritannien): „Dass das nicht so verzweifelt oder deprimiert rüberkommt wie das vorherige Album liegt grundsätzlich an zwei Dingen: The Clash haben Amerika entdeckt und dadurch auch sich selbst. […] Die übliche Kritik an Doppelalben könnte man hier anbringen, und, da es einige Schwachstellen gibt, auch zu Recht. Aber das würde am Thema vorbeigehen: ‘London Calling’ zeigt The Clash in voller, kämpferischer Kontrolle über alles, was sie einmal so klasse gemacht hat. Es ist unendlich viel besser geworden als wir jemals erwartet hätten.“James Truman, in: Melody Maker, 15. Dezember 1979

Sounds (Großbritannien): „Unfähig dazu sich nach vorn zu entwickeln, haben sie nach jedem Strohhalm gegriffen und sich am Ende zurückentwickelt, wegen Strummers Rhythm-and-Blues-Vergangenheit und Jones’ Keith Richards-Fixierung auf das Outlaw-Image der Stones und müde, alte Rockklischees. Hier gibt es keinen Hunger, keine Vision, keinen Zusammenhang und keine eigene Persönlichkeit, keine Killer-Hämmer – nichts, das einen dazu bringt, ‘Wow!’ zu rufen.“Garry Bushell, in: Sounds, 15. Dezember 1979

ZigZag (Großbritannien): „‘London Calling’ ist das bisher tanzbarste Clash-Album. Sie breiten sich aus in eine breite Palette an Musikstilen […] Lebendige, aufregende Elemente von allem, was klasse ist, Clash-ifiziert und verdichtet zu einem lebensfreudigen, positiven Album.“Kris Needs, in: ZigZag-Magazin, Nr. 99, Dezember 1979

Rolling Stone (USA): „Trotz First-Take-Gerumpel und Guerilla-Produktion ist dieses Doppelalbum Musik, die von Dauer sein soll. Sie ist so reichhaltig und breitgefächert, dass sie einen nicht nur beschwingt, sondern regelrecht begeistert und triumphal lebendig fühlen lässt. […] ‘London Calling’ ist grosszügig und extravagant angelegt. Es ist vollgepackt mit Charakteren und Geschichten wie ein toller Roman, und die neue stilistische Breite der Band – Bläser, Orgeln, hier und da Klavier, Blues-Schwermut, poppige Leichtigkeit und ein Reggae-Dub-Einfluss, der fast durch jede Nummer hindurchscheint – intensiviert noch die Dichte und Reichhaltigkeit des Sounds.“Tom Carson, in: Rolling Stone, 3. April 1980

The New York Times (USA): „Das ist ein Album, das die ganze urtümliche Energie der Clash einfängt, sie mit der brillanten Produktion von Guy Stevens kombiniert und ein Ausmaß an Erfindungsgabe und Kreativität enthüllt, das das bisherige Schaffen der Band nicht hätte vermuten lassen. […] Die Musik ist so überragend, wie sie die Vielfalt des Alltagslebens der Londoner Unterschichten einfängt, und The Clash, ausgerüstet mit derartigem Songmaterial, können bei ihren Auftritten eine derart leidenschaftliche Band sein, dass es wirklich erstaunlich wäre, wenn Epic Records sie in Amerika nicht einem Massenpublikum verkaufen könnten.“John Rockwell, in: The New York Times, 4. Januar 1980

Musikexpress (Deutschland): „Clash sind als Einzelpersönlichkeiten und als Band gereift, haben auf ‘London Calling’ einen noch saubereren und klareren Sound als auf ‘Give ’Em Enough Rope’, […] und dürften somit auch diejenigen erreichen, die bislang mit Police, Ian Dury und/oder den Boomtown Rats ganz zufrieden waren.“ (Wertung: 5 von 5 Sternen)Review von Detlef Kinsler, in: Musikexpress 01/1980, Ausgabe 288, S. 33.

Sounds (Deutschland): „‘London Calling’ ist ein erschreckend müder Aufguss einer Band, die vorgab, Nummer 1 des Punk zu sein. Mit ihrem Supermarktangebot haben sie sich selbst das Grab geschaufelt. Fasele mir bitte keiner was von musikalischer Innovation. Hier dreht sich nix weiter auf dem Plattenteller als ein mittelmässig produzierter Rock’n’Roll.“Alfred Hilsberg, in: Sounds, Januar 1980

Der Spiegel (Deutschland): „Auf ihrem jüngsten Doppel-Album ‘London Calling’ entfalten die Clash eine stilistische Breite, die Beatles-Elemente, Rockabilly, Jazz, Soul, Rhythm and Blues und Reggae einschließt und immer frisch swingt. Saftige, federnde Bläser-Kommentare entfernen den Clash-Rock weit von blasser Punk-Askese.“

Gegenwärtige Rezeption

Gegenwärtig gilt London Calling als das Opus magnum von The Clash. Vor allem die Vielzahl der Stile, die bei den 19 Songs verwendet wird, überrascht: Punk, Rockabilly, Reggae, Pop, Hard Rock, Ska, Rhythm and Blues und sogar Jazz.Siehe [ Kritik] im All Music GuideBei Oder auch die von Pitchfork Media

Das Album belegt vordere Plätze in zahlreichen Bestenlisten, so wurde das Album, obwohl 1979 erschienen, von der Musikzeitschrift Rolling Stone zum besten Album der 1980er Jahre gekürt.Rolling Stone Magazine Nr. 565, 16. November 1989 (US-Ausgabe)100 Best Albums of the Eighties auf rollingstone.com (abgerufen am 25. April 2023) Das Magazin wählte London Calling 2003 und 2012 auf Platz 8 der 500 besten Alben aller Zeiten.Joe Levy (Hrsg.): Rolling Stone. Die 500 besten Alben aller Zeiten. (Originalausgabe: Rolling Stone. The 500 Greatest Albums of all Time. Wenner Media 2005). Übersetzung: Karin Hofmann. Wiesbaden: White Star Verlag, 2011, S. 24f500 Greatest Albums List (2003) auf rollingstone.com (abgerufen am 25. April 2023) In der Aufstellung von 2020 belegt es Platz 16.The 500 Greatest Albums of All Time auf rollingstone.com (abgerufen am 25. April 2023) Der Song London Calling erreichte Platz 15 und Train in Vain Platz 298 der 500 besten Songs aller Zeiten. auf rollingstone.com (abgerufen am 6. Juni 2018)500 Greatest Songs of All Time auf rollingstone.com (abgerufen am 6. Juni 2018)

2013 wählte der New Musical Express das Album auf Platz 39 der 500 besten Alben aller Zeiten.The 500 Greatest Albums Of All Time: 100-1 auf NME.com, abgerufen am 17. April 2016 London Calling belegt Platz 23 der 500 besten Songs.The 500 Greatest Songs Of All Time auf nme.com, abgerufen am 7. Dezember 2019

Pitchfork führt London Calling auf Platz 2 der 100 besten Alben der 1970er Jahre sowie Train in Vain auf Platz 104 und London Calling auf Platz 48 der 200 besten Songs des Jahrzehnts.Top 100 Albums of the 1970s auf pitchfork.com, abgerufen am 10. September 2017The 200 Best Songs of the 1970s auf pitchfork.com, abgerufen am 7. Dezember 2019The 200 Best Songs of the 1970s auf pitchfork.com, abgerufen am 7. Dezember 2019

Das Album belegt Platz 23 der 200 besten Alben aller Zeiten in der Auswahl der Zeitschrift Uncut.200 Greatest Albums of All Time, in: Uncut 02/2016, Ausgabe 225, S. 48.

Die britische Tageszeitung The Guardian wählte London Calling auf Platz 17 der 100 besten Alben.The Guardian 100 Best Albums Ever auf discogs.com (abgerufen am 6. Juni 2018)

Entertainment Weekly führt es auf Platz 5 der 100 besten Alben.Top 100 Albums auf ew.com (abgerufen am 25. April 2023)

Das Magazin Time nahm es in die Zusammenstellung der 100 wichtigsten Alben auf.All-TIME 100 Albums auf time.com (abgerufen am 6. Juni 2018)

2007 wurde das Album in die Grammy Hall of Fame aufgenommen.GRAMMY Hall Of Fame auf grammy.com (abgerufen am 7. Dezember 2019)

London Calling gehört zu den 1001 Albums You Must Hear Before You Die.

Die BBC bezeichnet London Calling als „quintessential rock album“ und urteilt: „Truly, a record so brilliant you’d have to be from another planet not to love it“.The Clash London Calling – 25th Anniversary Edition Review auf BBC.co.uk, Autor: Mark Sutherland (abgerufen am 17. April 2016)

In dem deutschen Magazin Musikexpress nannte Michael Sailer London Calling in der Rezension der 2004 erschienenen 25th Anniversary Edition das „größte Rock-Album des 20. Jahrhunderts“.

Coverversionen Im Jahr 2010 veröffentlichte Bruce Springsteen eine Live-Doppel-DVD mit einer Coverversion von London Calling. Das Lied wurde von der Hamburger Hip-Hop-Band Fettes Brot als Hamburg Calling gecovert und erstmals 2007 live gespielt. Es wurde 2008 auf der Single Bettina, zieh Dir bitte etwas an veröffentlicht.

Kommerzieller Erfolg Chartplatzierungen

Auszeichnungen für Musikverkäufe

25th Anniversary Legacy Edition