Petra Seedorff (* 3. Mai 1967 in Stendal) ist eine deutsche Hörspiel-, Theater- und Romanautorin, Dramaturgin, Regisseurin und seit 2023 Vorstandsvorsitzende der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft.
Leben Petra Seedorff wuchs in Tangermünde und ab 1977 in Karl-Marx-Stadt auf, erlangte dort 1985 ihr Abitur an der EOS „Friedrich Engels“ und studierte von 1985 bis 1990 Literatur, Sprachwissenschaft, Geschichte und Pädagogik an der PH Leipzig. Seit 1990 ist Seedorff als Lehrerin tätig, seit 1992 an Gymnasien in Chemnitz, Hohenstein-Ernstthal, Olbernhau und Freiberg. Zwischen 2000 und 2006 wirkte sie als Doktorandin im Forschungsseminar der neueren vergleichenden Literaturwissenschaft der TU Chemnitz unter Leitung von Elke Mehnert. Seit 2008 bildet Seedorff zudem Gymnasiallehrer im Fach Deutsch am Seminar in Dresden und Chemnitz aus. Seit dem Schuljahr 2013/14 unterrichtet sie am Chemnitzer Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium.
Seit 1993 inszenierte sie zahlreiche – darunter auch eigene – Theaterstücke für Aufführungen der Theatergruppen des Immanuel-Kant-Gymnasiums Chemnitz sowie des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums, mehrere der Produktionen wurden auch bei der Chemnitzer Schultheaterwoche aufgeführt.Programm_26._Chemn._Schultheaterwoche.pdf Ab 1983 war Seedorff Teilnehmerin an verschiedenen Zirkeln schreibender Werktätiger in Karl-Marx-Stadt, unter anderem unter Leitung von Rainer Klis. Seit 1984 nahm Seedorff an den Poetenseminaren des Bezirks Karl-Marx-Stadt teil sowie 1986, 1987 und 1989 am Zentralen Poetenseminar der DDR in Schwerin.
Ihr erstes Hörspiel Robert J. wurde im Oktober 1988 erstausgestrahlt, und im März 1989 mit dem DDR-Hörspielpreis des Staatlichen Komitees für Rundfunk in der DDR ausgezeichnet. Im März 1990 folgte das zweite Hörspiel Roman & Claire. Die geplante Verfilmung ihres am 7. August 1990 urgesendeten dritten Hörspiels David, Geliebter konnte aufgrund der deutschen Wiedervereinigung im Herbst 1990 und der daraus resultierenden Abwicklung des Rundfunks der DDR und der DEFA nicht mehr verwirklicht werden.
Seedorff lebt in Chemnitz und hat einen erwachsenen Sohn.
Werke Hörspiele 1988: Robert J. – Regie: Manfred Täubert (Original-Hörspiel, Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1990: Roman & Claire – Regie: Manfred Täubert (Originalhörspiel, Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1990: David, Geliebter – Regie: Wolfgang Rindfleisch (Originalhörspiel – Rundfunk der DDR)
Quelle: ARD-Hörspieldatenbank
Theaterstücke
Einen Whisky für den Mann in weiß. 1993. Die Straße, die Nacht, der Stein. 1995. Leben, Traum, Tod. Verlag Theaterboerse, Braunschweig 1998. Großstadtratten. Verlag Theaterboerse, Braunschweig 2001. Asyyyl! Tötet sie nicht, zerstreut sie in der Fremde. Verlag Theaterboerse, Braunschweig 2018. Something rotten… 2018 Nachtgedanken – den Teufel an die Wand. 2020 H – wie Hamlet. 2023
Romane Ein verdammt guter Tag zum Aufhören. verlag am park, 2003, ISBN 3-89793-082-X. Atemnot. Scheunen-Verlag, Kückenshagen 2004, ISBN 978-3-934301-93-1.
Wissenschaftliche Veröffentlichungen Novalis – Natur und Kunst. In: Elke Mehnert (Hrsg.): ‘s kommt alles vom Bergwerk her. Materialienband zum 7. Deutsch-Tschechischen Begegnungsseminar. Peter Lang, Frankfurt 2005, ISBN 3-631-53954-1, S. 281–288. Das Bild Russlands beziehungsweise der Sowjetunion in den Texten von Friedrich Wolf. In: Elke Mehnert: Russische Ansichten – Ansichten von Russland: Festschrift für Hugo Dyserinck. Peter Lang, Frankfurt 2007, ISBN 978-3-631-57317-4, S. 61–71.
Rezensionen Der Literaturkritiker Matthias Biskupek schrieb im Magazin Eulenspiegel über den Roman Atemnot:„Der [Roman Atemnot] packt all die Volksbildhauereien, die eine aufgeregte Öffentlichkeit immer mal wieder kurzfristig diskutiert, um vieles beim Alten zu belassen, in eine ergreifende Geschichte: Andersartiger Halbwüchsiger wird an einem Provinz – Gymnasium gemobbt.[…] die Leidenschaft, mit der ein kunstsinniger Heranwachsender qualvoll seinen Weg sucht, erinnert an Hesses ‚Unterm Rad‘, an ‚Frühlings Erwachen‘ und frühe Brecht-Songs. In einer Schulwelt, die nach Punkten und Zweitkorrekturen geordnet ist, in einer lieblichen deutschen Landschaft, in der von außen Kommende fertig gemacht werden – die Welt braucht Fertigteile – sind solche Bücher nötig.“Matthias Biskupek über Atemnot. In: Eulenspiegel, Heft 9/06, S. 49.
Preise/Auszeichnungen 1985: Förderpreis des Bezirkskabinetts für Kulturarbeit Karl-Marx-Stadt 1985: KuBa-Literaturwettbewerb 1984/85; 1. Preis Altersgruppe 17–25 1986: KuBa-Literaturwettbewerb 1985/86; Sonderpreis Altersgruppe 17–25 1989: Hörspielpreis der Hörer des Staatlichen Komitees für Rundfunk in der DDR für Robert J.
Einzelnachweise
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