Aschendorf ist eine Dorfwüstung in der Gemarkung der Stadt Hofgeismar im nordhessischen Landkreis Kassel. Sie befindet sich rund 1,5 km nordöstlich des Zentrums der Kernstadt Hofgeismar auf Höhe über NHN in der Nähe der Aschendorfer Brücke über die Esse, 250 m westlich der Kabemühle. Dort war 1936 noch der Flurname zu Assendorf vermerkt.Die schriftliche Wiedergabe des Ortsnamens änderte sich im Laufe der Zeit, meist jedoch nur unwesentlich: Asechendorf, Asekenthorp (1145), Asikendorp (1234), Asekendorp (1244), Asekendorph (1272/73), Askendorp, Asykendorp (13. Jahrhundert), Asekindorp, Askendorp (1324), Azekendorp (1355), Hasekendorp (1374), Asekindorp (1370, 1376, ca. 1380), Askendorp (1407), Aschindorf (1483), Aschkendorf (1494) und schließlich Aschendorfer Brücke (um 1900); siehe Aschendorf, Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS)

Geschichte Das Dorf Asechendorf bzw. Asekenthorp wurde im Jahre 1145 erstmals urkundlich erwähnt.Schultze (Hrsg.): Klöster, Stifter und Hospitäler der Stadt Kassel und Kloster Weißenstein: Regesten und Urkunden, (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck IX, Klosterarchive, Regesten und Urkunden, Zweiter Band), Elwert, Marburg, 1913, S. 502-503, Nr. 1361. Es gehörte zum Herrschaftsbereich der Grafen von Dassel und wurde 1272 von Graf Ludolf V. von Dassel an Kurmainz verkauft. Wichtigste Grundeigentümer im Ort waren die Edelherren von Schöneberg, die ihre bis zu neun Hufen mehrheitlich an Hofgeismarer Bürger verpachteten oder verlehnten und lange Zeit auch den Zehnten im Dorf besaßen. Auch das Kloster Hardehausen erwarb in der Zeit von 1244 bis 1376 erheblichen Besitz, angefangen mit zwei Morgen und schließlich angewachsen auf sieben Hufen, die vom Hardehäuser Hof in Hofgeismar verwaltet wurden. Von kleinerem Ausmaß war der Grundbesitz des Klosters Lippoldsberg, 1380 mit drei Hufen beurkundet; zu dieser Zeit war auch der Zehnte im Dorf dem Kloster gehörig, kam dann aber an die Herren von Schachten.

Zwei Brüder einer ritterbürtigen Familie, Berthold und Konrad, wurden, laut Georg Landau, im 13. Jahrhundert in Aschendorf ansässig und nannten sich nach dem Ort. Ihre Söhne sind jedoch spätestens 1282 bereits als Bürger in Hofgeismar bezeugt, wo Mitglieder des Geschlechts noch bis ins 15. Jahrhundert im Stadtrat saßen.Landau: Wüste Ortschaften S. 29

Bereits 1374 wurde Hasekendorp als wüst bezeichnet, die Einwohner waren in die aufblühende Stadt Hofgeismar umgesiedelt.Helmut Müller (Bearb.): Urkunden des Klosters Hardehausen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Reihe 37: Westfälische Urkunden (Texte und Regesten), Bd. 9), Mentis, Paderborn, 2002, ISBN 3-89785-294-2, S. 587, Nr. 846

Einzelnachweise

Literatur Georg Landau: Historisch-topographische Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen und in den großherzoglich hessischen Antheilen am Hessengaue, am Oberlahngaue und am Ittergaue. Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Siebentes Supplement, Theodor Fischer, Kassel, 1858, S. 28–29 Thomas-Sergej Huck: Das Zisterzienserkloster Hardehausen in Ostwestfalen von seiner Gründung im Jahre 1140 bis in das 15. Jahrhundert. Studien zur Beschaffenheit und Organisation des klösterlichen Besitzes und zur Wirtschafts- und Rechtsgeschichte des Klosters unter besonderer Berücksichtigung siedlungsgeschichtlicher Aspekte. Hänsel-Hohenhausen, Egelsbach, 1998, ISBN 3-8267-2463-1 (= Deutsche Hochschulschriften. Band 2463), Univ. Kassel, Dissertation, 1994, S. 284–285 Jochen Desel: Das Kloster Lippoldsberg und seine auswärtigen Besitzungen. Gutenberg, Melsungen, 1967, S. 116 Heinrich Reimer (Bearb.): Historisches Ortslexikon für Kurhessen (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, Band 14), Elwert, Marburg, 1926, (Unveränderter Neudruck 1974, ISBN 3-7708-0510-0), S. 19 (Digitalisat)

Weblinks Aschendorf, Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS)

Kategorie:Wüstung in Hofgeismar