José Bernardino de Portugal e Castro, 12. Conde de Vimioso, 5. Marquês de Valença (* 20. Mai 1780 in Campo Grande, Lissabon, Portugal (nach anderen Angaben: Salvador, Kolonie Brasilien); † 26. Februar 1840 in Lissabon) war ein portugiesischer Staatsmann.

Leben José Bernardino de Portugal e Castro war der Sohn von Afonso Miguel de Portugal e Castro (1748–1802), der zwischen 1779 und 1783 Gouverneur von Bahia in der Kolonie Brasilien war. Sein jüngerer Bruder war der Kolonialadministrator und Staatsmann Manuel de Portugal e Castro (1787–1854), der unter anderem 1846 ebenfalls Außenminister war. Ein Onkel war der Staatsmann Fernando José de Portugal e Castro (1752–1817), der unter anderem wischen 1801 und 1806 vorletzter Vizekönig von Brasilien sowie von 1808 bis 1817 erster Erster Minister des Königreichs Brasilien war.

Nach dem Tode seines Vaters erbte er am 22. Dezember 1802 die Titel als 12. Conde de Vimioso sowie als 5. Marquês de Valença. Er war Offizier und nahm an den Napoleonischen Kriegen auf der Iberischen Halbinsel (2. Mai 1808 bis 17. April 1814) und der Liberalen Revolution (1821/1822) teil, die dem Land die Rückkehr des Königs und seine erste demokratische Verfassung brachten. Nach seiner Beförderung zum Brigadier (Brigadeiro) wurde er am 28. November 1828 zunächst Waffengouverneur von Trás-os-Montes und fungierte im Anschluss als Nachfolger von Inácio da Costa Quintela zwischen dem 6. Dezember 1826 und seiner Ablösung durch Cândido José Xavier am 16. Dezember 1826 in der dritten Cartisten-Regierung als Kriegsminister (Ministro e Secretário de Estado dos Negócios da Guerra). 1826 wurde er Mitglied der Kammer der würdigsten Peers des Königreichs (Câmara dos Digníssimos Pares do Reino), des Oberhauses des damaligen Parlaments (Cortes).

Nach dem Miguelistenkrieg (1832 bis 1834) wurde José Bernardino de Portugal e Castro am 4. November 1836 als Nachfolger von José da Gama Carneiro e Sousa Premierminister (Presidente do Conselho de Ministros). Seine als „Gabinete dos Mortos“ (Kabinett der Toten) bezeichnete Regierung war ein Cartisten-Kabinett, das jedoch nicht vereidigt wurde, so dass bereits am 5. November 1836 der Parteilose, zur Septemberbewegung (Setembristas) zählende Bernardo de Sá Nogueira de Figueiredo neuer Premierminister wurde. In seinem Kabinett fungierte Portugal de Castro am 4. und 5. November 1836 de Facto zugleich als Außenminister Portugals (Ministro e Secretário de Estado dos Negócios Estrangeiros).

Nach diesem erfolglosen Regierungsamt blieb er bis zu seinem Tod Mitglied des Oberhauses in Opposition zur Septemberbewegung und beendete seine militärische Laufbahn mit dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst im Rang eines Brigadegenerals am 5. September 1837. Aus seiner am 19. Juli 1813 geschlossenen Ehe mit Maria José de Almeida e Noronha, Tochter von Caetano José de Noronha e Albuquerque, 1. Conde de Peniche, ging der Sohn Francisco de Paula de Portugal e Castro (1817–1865) hervor, der 1840 den Titel als 13. Conde de Vimioso erbte.

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