Als U.S. Post Office Weymouth Landing ist seit 1986 das 1940 errichtete Postamt des United States Postal Service in Weymouth, Massachusetts im National Register of Historic Places eingetragen.
Beschreibung Das Gebäude liegt an der Washington Street, einer wichtigen Verkehrsachse von Weymouth. Durch die Umwandlung umliegender Wohnhäuser in Geschäfte hat sich das Umfeld zu einem kleinmaßstäblichen Geschäftsbereich entwickelt. Der Haupteingang wird über sieben Granitstufen mit schmiedeeisernen Geländern erschlossen. Die fünfachsige nordöstliche Hauptfassade besitzt einen dreiachsigen, durch vorspringende Pilaster betonten Mittelbereich. Die Außenwände bestehen aus bearbeitetem Granit mit vorspringendem Sockel. Ein hölzernes Gebälk mit Zahnschnittfries umläuft das Gebäude.
Der Haupteingang liegt in einer segmentbogigen Öffnung mit Granitkeilsteinen. Holzpilaster und kannelierte dorische Säulen tragen einen Zahnschnittfries. Über dem Eingang befindet sich ein rechteckiges Oberlicht; das Tympanon ist mit einem Adler im Flachrelief versehen. Die ursprünglichen Eingangstüren wurden durch Aluminium- und Glastüren ersetzt. Das Dach ist zur Straße hin als geneigtes, mit Schiefer gedecktes Dach ausgebildet, während die hinteren zwei Drittel ein Flachdach mit Attika besitzen. Über dem Baukörper erhebt sich mittig eine markante Kuppel beziehungsweise Laterne mit hölzerner Basis und Gesims, feststehenden Metalllamellen, blechverkleidetem Kupferdach und Wetterfahne.
Der öffentliche Bereich wird durch ein weitgehend erhaltenes ursprüngliches Vestibül aus Mahagoni und Glas mit Seitentüren und Messinggriffen betreten. Die Schalterhalle besitzt einen hellgrünen Terrazzoboden mit schwarzem Randstreifen. Die Wände sind horizontal in drei Bereiche gegliedert: einen unteren Sockel aus italienischem Marmor mit schwarzem Marmorsockel, eine mittlere Verkleidung aus gebeiztem Mahagoni und einen oberen verputzten Bereich. An der nordwestlichen Wand der Schalterhalle befindet sich ein Ölgemälde auf Leinwand mit dem Titel Landing of the Weston Company. Das rund 3,6 m breite und 1,50 m hohe Bild ist in eine entsprechend große Nische eingelassen.
Historische Bedeutung Das Postamt wurde 1940–41 errichtet und gilt als architektonisch bedeutendes Beispiel für die Entwicklung staatlicher Bauaufgaben in den Vereinigten Staaten während der 1930er und 1940er Jahre. Der kompakte Baukörper folgt den Prinzipien von Wirtschaftlichkeit, Standardisierung und Funktionalität und ermöglicht eine effiziente Anordnung der öffentlichen und betrieblichen Bereiche. Zugleich wurde bei der Errichtung bewusst lokaler Granit verwendet, um die regionale Wirtschaft zu unterstützen. Die Wahl des Colonial-Revival-Stils anstelle eines stärker klassizistisch geprägten Entwurfs könnte einen Bezug zu der frühen englischen Besiedlung Weymouths in den 1620er Jahren herstellen. Als charakteristische Gestaltungselemente werden insbesondere die streng symmetrische Hauptfassade, die Colonial-Revival-Gestaltung des Eingangs und die markante Kuppel hervorgehoben. Zum Zeitpunkt der Nominierung war das Gebäude noch keine 50 Jahre alt; seine Aufnahme in das NRHP wurde daher vor allem aufgrund seiner architektonischen Bedeutung als gerechtfertigt angesehen.
Die Planungen für das Gebäude reichen bis 1938 zurück, der Bau begann am 30. November 1940, die Einweihung fand am 23. Oktober 1941 statt. Die Baukosten beliefen sich auf 78.000 US-Dollar (heute ca. Dollar bzw. Euro). Das Postamt war das erste Bundesgebäude in Weymouth. Seine Finanzierung wurde durch den Kongressabgeordneten Richard Wigglesworth ermöglicht, der Weymouth von 1928 bis 1958 im US-Repräsentantenhaus vertrat.
Das Gebäude war das erste von drei Bundesprojekten, die Anfang der 1940er Jahre in Weymouth entstanden. Neben dem Postamt wurden eine Marine-Luftschiffbasis in South Weymouth und ein Wohnungsbauprojekt in North Weymouth errichtet. Der Bau des Postamts hatte zugleich wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt, da für das Gebäude der in Weymouth gewonnene Granit verwendet wurde. Der Granitabbau hatte dort eine lange Tradition und konzentrierte sich unter anderem auf einen Steinbruch an der Grenze zwischen Weymouth und Hingham an der Washington Street. Seinen Höhepunkt erreichte der örtliche Granitabbau 1920, als mehr als 200 Menschen in diesem Wirtschaftszweig beschäftigt waren und jährlich nahezu 46.000 Quadratmeter bearbeiteter Granit abtransportiert wurden. Der Bau des Postamts trug damit zur vorübergehenden Belebung eines Wirtschaftszweigs bei, der in den 1940er Jahren bereits an Bedeutung verloren hatte. Dies stand im Zusammenhang mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang Weymouths: Die einst bedeutende Schuhindustrie war von 775 Fabriken im 19. Jahrhundert auf nur noch drei Betriebe im Jahr 1930 zurückgegangen.
Eine zusätzliche kunsthistorische Bedeutung besitzt das Gebäude durch das Wandgemälde Landing of the Weston Company des international bekannten Künstlers Guy Pène du Bois. Das 1942 entstandene Werk wurde durch das US-Finanzministerium finanziert und stellt die Landung von Pilgern an der Küste Weymouths im Jahr 1622 dar. Du Bois war neben seiner Tätigkeit als Künstler auch Kunst- und Musikkritiker sowie Autor und Herausgeber des Magazins Arts and Decoration. Seine Werke befinden sich in den Sammlungen zahlreicher Museen in den Vereinigten Staaten.
Siehe auch Liste der Einträge im National Register of Historic Places im Norfolk County (Massachusetts) Liste denkmalgeschützter Gebäude des Post- und Fernmeldewesens
Literatur
Einzelnachweise vgl. Smith, S. 2. vgl. Smith, S. 3. vgl. Smith, S. 4. vgl. Smith, S. 5.
Kategorie:Postamt in Massachusetts Kategorie:Postgebäude in den Vereinigten Staaten Kategorie:Denkmal im National Register of Historic Places (Massachusetts) US Post Office Kategorie:Bauwerk des Neoklassizismus in Massachusetts Kategorie:Erbaut 1941