Serpentine ist ein Musikalbum von Christer Bothén, Oren Ambarchi, Johan Berthling und Andreas Werliin. Die am 4. September 2023 im Rōrane Studio in Hamburgsund, Schweden, entstandenen Aufnahmen erschienen 2026 auf Ambarchis Label Black Truffle.
Hintergrund Der Gitarrist Oren Ambarchi, der Bassist Johan Berthling und der Schlagzeuger Andreas Werliin legten 2022–25 die drei Alben Ghosted, Ghosted II und Ghosted III vor; für Serpentine kam der Multiinstrumentalist Christer Bothén hinzu, der bereits den Eröffnungstrack von Ghosted I mit der Donso n’goni gestaltet hatte. Bothéns erstes Instrument ist die Bassklarinette; in den 1970er-Jahren studierte er die Donso n’goni, eine sechssaitige, lautenähnliche westafrikanische Stegharfe aus der Region Wassoulou in Mali, was ihn schließlich in den Einflussbereich von Don Cherry brachte. Er beherrscht außerdem die Gnawa-Musik und lernte die Gimbri in Marrakesch. Diese Weltgewandtheit durchzieht Bothéns 1984 erschienenes Album Trancedance, eine ausgelassene Mischung aus bläserreichen, umherschweifenden Rhythmen, die 2024 von Ambarchis Label Black Truffle wiederveröffentlicht wurde, notierte Daryl Worthington.
Titelliste Christer Bothén/Oren Ambarchi/Johan Berthling/Andreas Werliin: Serpentine (Black Truffle – BT144) Serpentine 11:35 Antigorite 15:08 Lizardite 10:17 Chrysolite 11:12
Rezeption mini|Oren Ambarchi, Johan Berthling und Andreas Werliin beim Punkt Festival in Kristiansand 2025 Auf drei vorherigen Ghosted-Alben hätten Oren Ambarchi, Johan Berthling und Andreas Werliin zuvor die Möglichkeiten des Gitarre-Bass-Schlagzeug-Trios erweitert – mit einer fließenden und doch präzisen, „kosmischen“ [im Original deutsch] und zugleich erdigen Musik, die die Vorstellung von der klar abgegrenzten, unteilbaren Zeit in Frage stellt, meint Daryl Worthington in The Quietus. Bothens Mitwirkung an Serpentine würde eine ähnliche Weltgewandtheit im Ghosted-Trio zum Vorschein bringen und unterstreichen, wie sie sich an Strömungen anknüpfen, die tiefer verwurzelt und globaler sind als zeitgenössische Vorstellungen von experimenteller Musik.
Serpentines Tempo sei langsamer als auf den drei Ghosted-Alben, wodurch die Komplexität mehr Raum zum Atmen und Entfalten erhalte, so Worthington. Der Titeltrack würde auf einem wiegenden Riff von Berthlings Kontrabass basieren. Werliin gebe einen präzisen Takt vor, sein Schlagzeug scheint den Groove in einem immer größeren Kreis zu umspielen. Ambarchis Gitarre setze mit orgelartigen Tönen ein, die eine langsame Harmonie weben würden. „Antigorite“, der längste Track, sei – wenig überraschend für diese [Art von] Musik, deren Kraft aus Anhäufung, Variation und Wiederholung entstehe – der herausragende Song. Die Musik von Ambarchi, Berthling und Wierlin würde stets perfekt abgestimmt wirken, „um unserer erdrückenden, von Unsinn durchdrungenen, buchstäblich brennenden Realität entgegenzuwirken – und zwar auf eine weitaus eindringlichere und tiefgründigere Weise als oberflächliche Streaming-Vibes.“ Die himmlische Leichtigkeit, die Bothéns Spiel auf Serpentine erzeugt, verstärke diese heilende Wirkung noch.
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Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 2026