Jochen Zilch ist ein deutscher Musiker, Filmkomponist, Produzent und Filmemacher. Er war in den 1980er Jahren an der Münchner Elektronikformation Intoxis beteiligt und arbeitete später unter anderem im Bereich der Film- und Fernsehmusik. 2026 wurde sein Science-Fiction-Film Helen – Die Entscheidung uraufgeführt, bei dessen Produktion er generative Künstliche Intelligenz einsetzte.
Leben und Werk
Elektronische Musik Zilch beschäftigt sich nach eigenen Angaben seit den frühen 1970er Jahren mit elektronischer Musik. Als musikalische Einflüsse nannte er unter anderem Jean-Michel Jarre, Tangerine Dream, Pink Floyd, Emerson, Lake & Palmer, Walter Carlos, Richard Vimal und Synergy.
Anfang der 1980er Jahre war Zilch gemeinsam mit Herribert Huber an der Münchner Elektronikformation Intoxis beteiligt. Die Gruppe arbeitete mit analogen Synthesizern, Sequenzern und elektronischer Steuertechnik und trat live auf. Zilch war neben der musikalischen Arbeit auch mit der technischen Umsetzung der Instrumente und ihrer Steuerung befasst.
Als musikalische Stilbezeichnung verwendeten die Mitglieder von Intoxis rückblickend den Begriff „Romantic Rock“.
Die Gruppe produzierte Demokassetten und stellte diese Plattenfirmen vor. Nach Angaben Zilchs kam es zu Gesprächen mit kleineren Verlagen, eine Einigung wurde jedoch nicht erzielt, da die Musiker ihren Stil nicht verändern wollten.
Zusammenarbeit mit Birgit Winter Im Zusammenhang mit der Filmarbeit von Intoxis arbeitete Zilch mit der Sängerin Birgit Winter zusammen. Nach seinen Angaben war Winter die erste und einzige Sängerin von Intoxis. Sie trat jedoch nicht bei den Live-Auftritten der Gruppe auf, sondern wurde für die Arbeit an einem Kinofilm eingesetzt.
Bei dem 1985 entstandenen Spielfilm Aids – Die schleichende Gefahr ist Birgit Winter als Darstellerin in der Rolle der Liv verzeichnet. Als Komponist des Films wird er bei filmportal.de mit Harry Wing und Buddy J. Raindom genannt.
Nach Angaben Zilchs wurde Birgit Winter ungefähr zur Zeit der Veröffentlichung des Films von einem Plattenlabel entdeckt und begann anschließend unter dem Künstlernamen Mandy Winter eine Solokarriere. Mit dem Lied Julian erzielte sie 1987 einen größeren Charterfolg.
Filmmusik Zilch war auch nach der Zeit von Intoxis im Bereich der Musikproduktion tätig. Nach eigenen Angaben produzierte er unter anderem Musik für Dokumentarfilme, Tierfilme und Trailer. Als Auftraggeber beziehungsweise Ausstrahlungspartner nannte er unter anderem das Bayerische Fernsehen, Arte und das ZDF.
Helen – Die Entscheidung Ab 2024 arbeitete Zilch an dem Science-Fiction-Film Helen – Die Entscheidung. Die Handlung spielt in einer zukünftigen Welt, in der Großstädte unter Hitze und Wasserknappheit leiden. Eine Technologie zur Gewinnung von Wasser aus Kristallen ermöglicht den Bau sogenannter Wolkenfabriken.
Bei der Produktion setzte Zilch generative Künstliche Intelligenz zur Erstellung von Bild- und Videomaterial ein. Nach Angaben des Münchner Merkur entstanden während der Entwicklungs- und Produktionszeit von Mai 2024 bis Dezember 2025 rund 130.000 Startbilder mit sogenannten Prompts. Daraus wurden etwa 15.000 Kurzclips erzeugt, von denen rund 1000 für den fertigen Film verwendet wurden.
Zilch übernahm nach Angaben des Münchner Merkur unter anderem Drehbuch, Texte, Schnitt, Bildauswahl, Musik und Geräusche. Die Premiere von Helen – Die Entscheidung fand am 21. Februar 2026 im CineradoPlex in Freising statt.
Filmografie
Als Filmkomponist
Aids – Die schleichende Gefahr (1985)
Als Regisseur und Produzent
Helen – Die Entscheidung (2026) – Regie, Drehbuch, Produktion
Weblinks
Jochen Zilch bei filmportal.de Helen – Die Entscheidung – offizielle Website Interview: Intoxis, Münchener Elektro-Kultband aus den 80ern bei AMAZONA.de
Einzelnachweise
Kategorie:Musiker (Deutschland) Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann