mini|Yungay im Jahr 1907, hinten der Huascarán Die peruanische Stadt Yungay („die Perle der Anden“) () wurde am 31. Mai 1970 mitsamt dem Großteil seiner 19.000 Einwohner (Distrikt Yungay) durch einen gewaltigen Bergsturz und den darauf folgenden Schuttstrom vollständig unter Massen von Schlamm und Geröll begraben. Das gleiche Schicksal erlitten gleichzeitig die Nachbarorte Ranrahirca und Matacoto. Hervorgerufen durch ein sehr schweres Erdbeben mit der Magnitude 7,8 auf der Richterskala lösten sich große Teile der vergletscherten Nordwestflanke des Huascarán-Massivs, der mit 6768 m höchsten Erhebung Perus. Ungefähr 50 Millionen Kubikmeter Eis, Schlamm und Gestein donnerten mit verheerender Gewalt die Quebrada Llanganuco zu Tal, übersprangen einen 200 m hohen, vermeintlich schützenden Hügelkamm und ergossen sich über nahezu das gesamte Stadtgebiet. Lediglich der auf einem Hügel gelegene Friedhof und die riesige Christusstatue in seiner Mitte blieben verschont. Hier überlebten 93 Menschen. Die Gerölllawine legte nach Schätzungen des United States Geological Survey bis zu ihrem Stillstand etwa 14,5 km in vier Minuten zurück, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 220 km/h entspricht. Unterschiedlichen Quellen zufolge verloren 12.000 bis 20.000 Menschen ihr Leben; je nachdem, welche betroffenen Nachbarsiedlungen dazugezählt wurden.Preliminary Report on the Geologic Events Associated With the May 31, 1970, Peru Earthquake Nur ein paar Mauerreste und ein mit Gestein ausgefülltes Autobuswrack zeugen von der gnadenlosen Wucht der Katastrophe. Das Areal des zerstörten und von einer durchschnittlich fünf Meter dicken Schicht von Geröllschutt bedeckten Ortes wurde in seiner gesamten Fläche zum Friedhof (Heiligtum) erklärt und bleibt eine ehrfurchtgebietende Gedenkstätte.
Bei diesem Bergsturz wurde am Huascarán auch das Basislager einer 15-köpfigen tschechoslowakischen Bergsteigermannschaft unter meterhohen Geröllmassen begraben.
Einzelnachweise
Huascarán Kategorie:Naturkatastrophe 1970 Kategorie:Region Ancash Kategorie:Geschichte Perus