Nicole (Niki) Harré (* in Auckland) ist eine neuseeländische Psychologin und Professorin an der University of Auckland.

Leben Ihr Vater war Sozialanthropologe und die Familie verbrachte einen Teil ihrer Kindheit auf Fidschi bzw. auf Missionsschiffen im Südpazifik. Ihre Mutter war Schauspielerin. Nach der Rückkehr nach Neuseeland besuchte sie die Auckland Girls' Grammar School in Auckland und studierte an der University of Auckland. Hier promovierte sie zum Ph.D. mit der Arbeit The young driver: a highway warrior? Ihre weitere Karriere verlief an der University of Auckland; seit 2019 ist sie ordentliche Professorin an der University of Auckland mit Spezialisierung auf Gemeinschaftspsychologie und Psychologie der Nachhaltigkeit sowie Leiterin der Fakultät für Naturwissenschaften und Psychologie.

Werk Sie schreibt, forscht und lehrt zu den Themen werteorientiertes Handeln (wie Werte Entscheidungen und Verhalten prägen), ökologische Nachhaltigkeit (Werte, Motivation und kollektives Handeln für eine nachhaltige Zukunft), die Zukunft der Universitäten sowie ein gutes Zusammenleben auf unserem gemeinsamen Planeten (wie Gemeinschaften soziale und ökologische Herausforderungen bewältigen) und Gemeindepsychologie (wie Gemeinschaften soziale und ökologische Herausforderungen bewältigen).

Ein weiteres Projekt betrifft die Religion im säkularen Kontext, dabei erforscht sie mit dem Projekt The Calling, was säkulare Gesellschaften von religiösen Praktiken lernen können. Im Jahr 2021 ernannte sie sich als bekennende Atheistin, zur „säkularen Priesterin“. Sie wollte herausfinden, was verloren geht, wenn Religion an Bedeutung verliert – wie etwa in Neuseeland, wo sich die Mehrheit der Menschen zu keiner Religion bekennt. Sie nutzte ein einjähriges Sabbatical, um in das Christentum einzutauchen – jene Religion, die ihr am vertrautesten war. Sie besuchte Gottesdienste, beschäftigte sich intensiv mit christlichen Schriften und distanzierte sich von Hektik und Konsumdenken. Sie legte eigene Gelübde ab, gestaltete Sonntagsgottesdienste und startete eine Website für ihre Tätigkeit als säkulare Priesterin, über die sie Angebote wie die Durchführung von Zeremonien und persönliche Gespräche bekannt machte. Sie erkannte, dass Religion viel zu bieten hat – von der Auseinandersetzung mit den Geheimnissen des Lebens bis hin zum Dienst an der Gemeinschaft. Die Nichtgläubige bemerkte bei liberalen Christen eine Toleranz, die in der säkularen Welt zu fehlen schien – dies fiel ihr besonders auf, als Kollegen von der Universität diffamiert und ausgegrenzt wurden, weil sie Ansichten zu Mātauranga Māori (dem traditionellen Māori-Wissen) und Wissenschaft geäußert hatten. Auch nach Abschluss des Experiments kehrt Niki immer wieder in die überkonfessionelle Kirche „Rhythms of Grace“ in Parnell zurück. Das Experiment zeigte auf, dass die säkulare Welt zwar die Dogmen der Religion erfolgreich abgelegt hat, dabei aber Gefahr läuft, die sozialen Klebstoffe zu verlieren.

Privates Ihr Onkel ist der neuseeländisch-britische Wissenschaftstheoretiker, Psychologe und Professor Rom Harré, ihre Schwester ist die neuseeländische Politikerin Laila Harré.

Publikationen (Auswahl) Monografien The Calling: A year exploring what the secular world can learn from religion. Auckland University Press, Auckland 2021, ISBN 978-1-77671-228-1. The Infinite Game How to Live Well Together. Auckland University Press, Auckland 2018, ISBN 978-1-77558-987-7. Psychology for a Better World: Working with People to Save the Planet (Revised and Updated Edition). Auckland University Press, Auckland 2018, ISBN 978-1-86940-885-5. Keeping our values in play: A manual to accompany The Infinite Game and Psychology for a Better World. Auckland University Press, Auckland 2018. Psychology for a Better World: Strategies to Inspire Sustainability. Auckland University Press, Auckland 2011, ISBN 978-0-473-19304-1. Mit Quentin Atkinson: Carbon Neutral by 2020: How New Zealanders Can Tackle Climate Change. Craig Potton Publishing, New Zealand 2007, ISBN 978-1-877333-69-9.

Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge Traditional knowledge, planetary health and healthcare: a systematic review, In: New Zealand Medical Journal, 2026, 139 (1631), S. 93–103. Mit Katja Brundiers; Matthias Barth; Gisela Cebrián; Matthew Cohen; Liliana Diaz; Sonya Doucette-Remington; Weston Dripps; Geoffrey Habron; Meghann Jarchow; Kealalokahi Losch; Jessica Michel; Yoko Mochizuki; Marco Rieckmann; Roderic Parnell; Peter Walker; Michaela Zint: Key competencies in sustainability in higher education–toward an agreed-upon reference framework. In: Sustainability science, 2021, 16 (1), S. 13–29. Mit Helen Madden: The Infinite Game: A Symbol and Workshop for Living Well Together. In: Ecopsychology, 2017, 9 (4), S. 212–224. Mit H. Madden; R. Brooks; J. Goodman: Sharing values as a foundation for collective hope. In: Journal of Social and Political Psychology, 2017, 5, S. 342–366. Mit T. L. Milfont; W. Helton; A. Mead: Sustainability and the psychologically literate citizen. In: J. Cranney; D. Dunn (Hrsg.): The psychologically literate citizen: Foundations and global perspectives (S. 220–232). Oxford University Press, New York 2011. Mit John Read: The role of biological and genetic causal beliefs in the stigmatisation of'mental patients. In: Journal of mental health, 2001, 10 (2), S. 223–235. Mit Johannes Brug; Mark Conner; Stef Kremers; Susan McKellar; Sandy Whitelaw: The Transtheoretical Model and stages of change: a critique: observations by five commentators on the paper by Adams, J. and White, M. (2004) why don't stage-based activity promotion interventions work?, In Health education research, 2005, 20 (2), S. 244–258. Risk evaluation, driving, and adolescents: A typology. In: Developmental Review, 2000, 20 (2), S. 206–226.

Weblinks Niki Harre auf Google Scholar, abgerufen am 28. August 2026. Niki Harré auf Science direct, abgerufen am 28. August 2026. Dr. Niki Harré: The Practice of Love auf YouTube, abgerufen am 28. August 2026.

Einzelnachweise

Kategorie:Psychologe Kategorie:Hochschullehrer (University of Auckland) Kategorie:Neuseeländer Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau