mini|Der Hof von Ludovico il Moro (1823), eines der Historienbilder von Giuseppe Diotti. Giuseppe Diotti (* 1. März 1779 in Casalmaggiore; † 30. Januar 1846 ebenda) war ein italienischer Maler des Neoklassizismus. Er erlangte Bedeutung als langjähriger Direktor der Accademia Carrara in Bergamo, wo er eine Generation bedeutender lombardischer Künstler ausbildete.

Leben Diotti begann seine künstlerische Ausbildung in seiner Heimatstadt Casalmaggiore unter Paolo Araldi. Im Jahr 1796 zog er nach Parma, um an der dortigen Kunstakademie bei Domenico Muzzi zu studieren. Zwischen 1801 und 1805 setzte er seine Studien dank eines Stipendiums in Rom fort, wo er in der Werkstatt des Meisters Vincenzo Camuccini arbeitete und von der römischen Antike geprägt wurde.Renzo Mangili: Diotti, Giuseppe. In: Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 40, Rom 1991.

Im Jahr 1811 wurde Diotti nach einem Wettbewerb zum Professor und Direktor der Malschule an der angesehenen Accademia Carrara in Bergamo ernannt. Diese Position hatte er über dreißig Jahre lang bis zu seinem Ruhestand 1845 inne. Unter seiner akademischen Führung wurde die Akademie zu einem Zentrum des Klassizismus in Norditalien. Zu seinen Schülern zählten Francesco Coghetti, Giovanni Carnovali (genannt Piccio) und Enrico Scuri.

Gegen Ende seines Lebens zog sich Diotti in seine Heimatstadt Casalmaggiore zurück. Er vermachte seine private Kunstsammlung und seine eigenen Entwürfe der Stadt, welche den Grundstock für das heutige Museo Diotti legten. Er verstarb im Januar 1846.

Werk Diottis Stil zeichnet sich durch eine präzise Linienführung, anatomische Genauigkeit und eine kühle, monumentale Farbigkeit aus, die typisch für den akademischen Klassizismus ist. Er schuf sowohl großformatige religiöse Fresken als auch historische und mythologische Gemälde.

Der Einzug von Bayard in Brescia (1824): Ein monumentales historisches Gemälde, das mit einem Kunstpreis in Mailand ausgezeichnet wurde (heute in der Accademia Carrara). Die Badenden (*I Bagni*): Ein Werk, das seine Meisterschaft in der Darstellung der menschlichen Anatomie zeigt. Antigone (1845): Eines seiner letzten Meisterwerke, das die tragische mythologische Figur im strengen klassizistischen Stil darstellt. Fresken im Dom von Cremona: Monumentale religiöse Zyklen, die er in Zusammenarbeit mit seinen Schülern ausführte.

Literatur Renzo Mangili: Diotti, Giuseppe. In: Massimiliano Pavan (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 40: Di Fausto–Donadoni. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1991 (Wissenschaftlicher Standard-Lexikonartikel). Francesco Frangi, Fernando Noris (Hrsg.): Giuseppe Diotti. Un protagonista del neoclassicismo in Lombardia (1779–1846). Silvana Editoriale, Cinisello Balsamo 1991, ISBN 978-8836603510 (Die maßgebliche italienische Monographie und der Werkkatalog).

Weblinks

Eintrag zu Giuseppe Diotti im Dizionario Biografico degli Italiani (italienisch) Offizielle Website des Museo Diotti in Casalmaggiore (italienisch/englisch)

Einzelnachweise

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