Delirio Dei Sensi ist das siebte Studioalbum der Düsseldorfer Neo-Psychedelic- und Neo-Kraut Rock Band Vibravoid, die über das italienische Independent-Label Go Down Records veröffentlicht wurde. Der Albumtitel bezieht sich auf den italienischen Underground- und Hippie-Film Acid - Delirio Dei Sensi aus dem Jahr 1968 (Regie: Giuseppe Maria Scotese).
Entstehung und Veröffentlichung Das Album entstand im Zuge einer Italien-Tournee der Band. Ursprünglich plante das betreuende Independent-Label Go Down Records die Veröffentlichung eines Albums, bei dem eine Seite aus Studioaufnahmen und die andere aus einem Live-Mitschnitt im italienischen Sidro Club bestehen sollte. Die Band entschied sich jedoch stattdessen dafür, ein vollwertiges Studioalbum einzuspielen. Die Aufnahmen fanden innerhalb von zwei Tagen im Go Down Studio statt. Um ein authentisches Klangbild zu erzeugen, wurde die Produktion komplett mit historischem sowie zeitgenössischem Musikequipment der Marke VOX realisiert. Während der Studio-Session wurden die Stücke Listen, Can't You Hear und The Golden Escalator direkt vor Ort spontan komponiert und aufgenommen. Die Titel Poupée De Cire, Colour Your Mind und Magic Mirror stammten aus dem damaligen Live-Set der Band und wurden für das Album im Studio eingespielt. Das Stück The Empty Sky hingegen ging nicht aus dieser Session hervor; es war bereits im Jahr 2009 in Düsseldorf komponiert und aufgenommen worden.Liner Notes der Delirio Dei Sensi (Tour Edition 2026).
Editionen und Auflagen Die Erstveröffentlichung des Albums erfolgte im März 2013 als CD sowie auf farbigem Vinyl in einer grün, gelb und transparent gemusterten „Rose Splatter“ Variante. Kurz nach dieser Erstpressung brachte das Label ohne vorherige Absprache mit der Band eine weitere Pressung in einer veränderten Farbvariante auf den Markt. Im Juni 2020 wurde über Stoned Karma Records eine limitierte Wiederveröffentlichung unter dem eingedeutschten Titel Delirium der Sinne auf „Random Colour Vinyl“ herausgebracht, die zusätzliche Studio-Bonustracks enthält. Am 31. März 2026 wurde schließlich eine überarbeitete CD und LP Neuauflage als Tour Edition mit einem neuen Mix und Live Bonus Tracks veröffentlicht.
Rezeption Annika Reith bescheinigte der Band im Magazin Visions, mit ihren Veröffentlichungen ein „Authentizitäts-Monopol“ für das Genre aufrechterhalten zu wollen, und verwies auf die bewusste, zweitägige Aufnahmedauer, die dem Werk eine gezielte „Ungeschliffenheit“ verleihe. Das deutsche Classic Rock Magazin charakterisierte den stilistischen Kern als eine „kompromisslose Sound-Ästhetik“ aus „psychedelisch-spacigem Rock“, geprägt durch den intensiven Einsatz von Echogeräten, Delay und Hall. Das Stadtmagazin Coolibri bezeichnete das Album als „Geheimtipp“ und stellte fest, dass die Klangcollagen und Rockkompositionen mit Klassikern der Psychedelic-Pop-Geschichte harmonieren. In den Kieler Nachrichten wurde die Produktion als Mischung aus Spontaneität und Improvisation beschrieben; die Platte wirke zwar wie ein „Zwischenalbum“, unterstreiche jedoch den Kultstatus der Band. Georg Lommen ordnete das Werk in der Westzeit dem „fuzzigen Acid Garage Psych“ zu und sah stilistische Einflüsse bei Bands wie den Electric Prunes, MC5, Spaceman 3, Can oder Kraftwerk. Austin Matthews schrieb im britischen Shindig! Magazin, das Album führe das Erbe der musikalischen Bewusstseinserweiterung fort, indem es die Klänge der Acid-60er in einen „psilocybinhaltigen Mixer aus Garage-Orgel und Fuzz-Gitarre“ werfe. Für das italienische Magazin Rumore beschrieb Claudio Sorge das Werk als eine „barock-psychedelische Ausstellung“, die sich von klassischen Sixties-Punk-Strukturen hin zu hypnotischen Space-Rock-Pfaden mit Free-Form-Szenarien und Vintage-Effekten bewege. Alfred Crespo hob im spanischen Magazin Ruta 66 die Eigenkompositionen als „düstere zukünftige Klassiker“ hervor und verwies insbesondere auf die Interpretation des Aphrodite’s Child Stücks Magic Mirror. Thomas Neumann hob im Musikmagazin Ox-Fanzine hervor, dass sich die Gruppe auf dem Werk „in einem derart poppigen Gewand“ wie noch nie zuvor präsentiere. Durch eine im Vordergrund stehende Orgel gewinne die Produktion bei den ersten drei Songs eine „Flower-Pop-Leichtigkeit“, wobei er insbesondere die Coverversion Poupee De Cire und das zehnminütige Listen, Can’t You Hear als Höhepunkte benannte. Klemen Breznikar stellte im It’s Psychedelic Baby Magazine heraus, dass das Album zwar die bekannte, traditionelle „Retro-Vintage-Atmosphäre“ der Band transportiere, sich jedoch durch die Songauswahl und den Produktionsansatz frisch und neu präsentiere. Bo Vinberg bezeichnete das Werk auf Rockfreaks.net als ein „meisterhaftes Stück progressiven Psych“, das das umfangreiche Erbe von Progressive Rock und Psychedelia erfolgreich in ein fokussiertes Studioalbum komprimiere.
Titelliste Poupee De Cire – 2:30 Listen, Can’t You Hear – 10:03 Colour Your Mind – 5:23 The Empty Sky – 4:20 Magic Mirror – 2:41 The Golden Escalator – 12:49 All Stars Have Gone To Sleep (CD Bonus) – 4:45 Optical Sounds (CD Bonus) – 3:21 Nearby Shiras (CD Bonus) – 6:01 La Poupee Qui Fait Non (CD Bonus) – 3:27 Black And White (Live) (CD Bonus) – 4:36
Einzelnachweise
Kategorie:Album 2013 Kategorie:Album (Psychedelic Rock) Kategorie:Album (Krautrock) Kategorie:Album (Pop) Kategorie:Vibravoid-Album