Kurt Aterman (geboren als Kurt Attermann 9. September 1913 in Bielitz, Österreich-Ungarn; gestorben 28. Juli 2002 in Halifax) war ein tschechoslowakisch-kanadischer Pädiater und Pathologe.

Leben Kurt Attermann war ein Sohn des Ingenieurs Max Attermann (1888–1944) und der Amalia Attermann, er hatte eine Schwester. Attermann besuchte die Deutsche Realschule in Mährisch-Ostrau. Er studierte Medizin an der Karls-Universität in Prag, machte 1938 das Examen zum Medicinae Universae Doctor und arbeitete bei Jiří Brdlík an der Universitätskinderklinik. Nach der Zerschlagung der Tschechoslowakei gelang seiner Familie im April 1939 die Flucht nach Großbritannien. Aterman, wie er nun hieß, erwarb 1942 an der Queen’s University Belfast einen B. med. Er wurde im Zweiten Weltkrieg als Soldat des Royal Army Med. Corps in British India eingesetzt und durchlief danach am West Middlesex Hospital eine Ausbildung zum Pathologen.

Aterman war 1948/1950 als Commonwealth Fellow in den USA und arbeitete danach als Dozent für Pädiatrie an der Universität Birmingham, die ihn 1959 in absentia promovierte. Er heiratete 1955 Helen Rita Lawrence, sie hatten zwei Kinder. 1958 ging er als Associate Professor der Pathologie an die Dalhousie University nach Kanada und kehrte 1967 dorthin als Professor zurück, zwischenzeitlich war er unter anderem von 1963 bis 1967 Professor an der Buffalo State University (SUNY). Nach 1979 fungierte er als noch Labordirektor in Fredericton.

Aterman publizierte unter anderem in The Lancet und in Nature. Auf Einladung von Hans-Werner Altmann war er 1974/75 als Gastprofessor an der Universität Würzburg, er war Mitglied des Royal College of Pathologists und Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Pathologie. Er befasste sich auch mit medizinhistorischen Themen.

Schriften (Auswahl) Exophthalmos : its relation to adrenocortical function. Kopenhagen: Munksgaard, 1954 The liver. Band 1. Hrsg. Ch. Rouiller. New York: Academic Pr., 1963 Should Mozart have been psychoanalyzed? Some comments on Mozart's language in his letters. Dalhousie Review. 1993, 73: 178.

Literatur Aterman, Kurt, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,1. München: Saur, 1983, S. 38 Attermann [Aterman], Kurt, in: Nico Biermanns: Pathologen als Verfolgte des Nationalsozialismus : 100 Portraits. Stuttgart: Franz Steiner Verlag, 2022, S. 17f.

Weblinks James R Wright Jr: Kurt Aterman, MUDR, MB, BCh BAO HONS, DCH, MRCP, PhD, DSc, FRCPath: "A Small Man With a Very Large Cerebrum and a Soul to Match", Pediatr Dev Pathol, 2020 Sep-Oct;23(5):337-344. PMID 32406812 doi:10.1177/1093526620923459

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