mini|Ansicht der Kirche, 2026 Die römisch-katholisches Kirche St. Anna ist ein 1929 errichtetes Kirchengebäude im Bochumer Ortsteil Goldhamme (Stadtteil Hamme). Ebenso wie die nahe gelegene Epiphaniaskirche gibt die Kirche Zeugnis über den Backsteinexpressionismus im Ruhrgebiet. In ihrer Formsprache erinnert sie an Fabrikarchitektur. Kirchenpatronin ist die Hl. Anna.
Geschichte Der Bau der Kirche stand in engem Zusammenhang mit dem rasanten Wachstum der Industrie im westlichen Bochum. Das Wohngebiet war komplett umgeben von den Stahlwerken des Bochumer Vereins und deren Zeche Engelsburg. In den späten 1920er Jahren wurde eine eigene Pfarrvikarie gegründet, um die seelsorgliche Versorgung der stark wachsenden katholischen Arbeiterschaft vor Ort zu optimieren.
Der Sakralbau wurde von dem Bochumer Architekten Wilhelm Peter entworfen. Nach einem vorausgegangenen Architekturwettbewerb erfolgte der Spatenstich am 1. Mai 1929 und die Grundsteinlegung am 9. Juni 1929. Bereits am 22. Dezember 1929 wurde das Gotteshaus feierlich gesegnet.
Die Kirche, das Äußere des Pfarrhauses mit dem konstruktiven Gerüst und der Verbindung zur Kirche mit dem Durchfahrttor wurden 2005 unter Denkmalschutz gestellt (A 605).Denkmalliste der Stadt Bochum
Über viele Jahrzehnte diente St. Anna als religiöses und soziales Zentrum des Arbeiterquartiers Goldhamme. Im Zuge von Umstrukturierungen im Bistum Essen verlor St. Anna die rechtliche Eigenständigkeit und wurde der Pfarrei St. Meinolphus-Mauritius zugeordnet. Im Sommer 2023 wurde das Gebäude schließlich außer Dienst gestellt und die regelmäßige gottesdienstliche Nutzung beendet.
Seit der Entwidmung wird die Kirche für temporäre Kulturprojekte und Ausstellungen genutzt. Im Jahr 2026 ist die Kirche Spielort der Manifesta 16.
Architektur und Gestaltung Das an der Cramerstraße gelegene Bauwerk greift die Formensprache des Expressionismus auf und weist starke Bezüge zur regionalen Industriearchitektur auf. Das Mauerwerk der Fassade besteht aus dunkelrotem Klinker, dessen akzentuierte Setzung vertikale und horizontale Linien betont. Der kubische, monumentale Baukörper verzichtet auf historisierende Elemente und fügt sich funktional in das städtische Umfeld ein. Der Kirchturm aus Klinkern schließt nahtlos sich an die Frontseite an. Das Schallgeschoss ist mit Rundbogenfenstern gegliedert und mit einem Kreuz bekrönt. In den 1970er Jahren schuf der Glasmaler Nikolaus Bette farbige Fenster mit organischen Kompositionen in Rot-, Blau- und Grüntönen. Ein Fenster im Kirchenschiff ist eine Darstellung von Anna selbdritt.
Weblinks
Video mit Aufnahmen der Kirche und Angaben zum Stahlgeläut
Einzelnachweise
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