Nickelsdorf ist ein Musikalbum von Ernesto Rodrigues, Guilherme Rodrigues, Nuno Torres, Alexander von Schlippenbach und Willi Kellers. Die am 28. Juli 2025 beim 45. Festival Konfrontationen in Nickelsdorf als Produktion des ORF entstandenen Aufnahmen erschienen am 28. Oktober 2025 auf dem Label Creative Sources.

Hintergrund Der Pianist Alexander von Schlippenbach trat bereits bei der ersten Ausgabe der Konfrontationen 1980 und in den darauffolgenden Jahren auf, darunter auch bei der letzten, die dessen Gründer Hans Falb noch 2025 kuratierte. Mit ihm spielten sein jüngerer Landsmann, der Schlagzeuger Willi Kellers, sowie ein portugiesisches Trio: der Altsaxophonist Nuno Torres und das Vater-Sohn-Gespann Ernesto (Bratsche, Crackle Box) und Guilherme Rodrigues (Cello). Dieselbe Gruppe nahm bereits 2022 ein erstes gemeinsames Album auf (Conundrum), das ebenfalls auf dem Label Creative Sources von Ernesto Rodrigues veröffentlicht wurde.

Titelliste Ernesto Rodrigues / Guilherme Rodrigues / Nuno Torres / Alexander von Schlippenbach / Willi Kellers: Nickelsdorf (Creative Sources – CS 873 CD) Peace, Hope & Harmony 1:05:51

Rezeption Nach Ansicht von Andrey Henkin, der das Album in Squid‘s Ear rezensierte, beginnt die über einstündige Improvisation mit einer geheimnisvoll-verdeckten Einleitung, die sich bald zu einem sprudelnden Klang entwickelt. Bratsche und Cello würden die Atmosphäre auflockern, wo ein Bassist sie verdunkeln würde. Die Dynamik folge dem für viele ähnliche Begegnungen typischen Muster von Höhen und Tiefen, wobei die fesselndsten Momente an den Extremen von Lautstärke und Klangfarbe entstehen; die leisesten Passagen, in denen die ungewöhnlichen Instrumentenkombinationen am deutlichsten zu hören sind, seien die gelungensten. Dies zeige sich besonders gegen Ende: ein pastoraler Ausflug, bei dem die Bratsche wie eine Flöte klingt, würde in ein wunderbares Klanggewirr münden.

Ein weiterer faszinierender Aspekt sei, dass die Streicher in den höchsten Lagen und mit kräftigem Bogenstrich einen beinahe elektronischen Klang erzeugen würden, so Henkin. Die tatsächliche Elektronik komme von der treffend benannten, von Michel Waisvisz erfundenen Crackle Box. Als die Improvisation in Stille verklinge, würde Kellers während des anschließenden Applauses ein rollendes Thema einführen, woraufhin der Rest der Band rasch einsetze. Die Snare wird mit den Händen gespielt, die anderen Instrumente eher zurückhaltend – eine überraschende Zugabe, wo sonst Bombast zu hören ist. Das Zusammenspiel von grüblerischem Klavier, Cello und Saxophon mit hyperaktivem Schlagzeug und Bratsche wirke sehr organisch und würde die besten neun Minuten des Konzerts bilden.

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