mini|Anarchistische Demonstranten mit einer beschrifteten mexikanischen Flagge bei Protesten in Mexiko-Stadt (2014) Der Anarchismus in Mexiko umfasst die Geschichte der anarchistischen Bewegung in Mexiko, von der Bewegung des Sozialisten und Anarchisten Plotino Rhodakanaty, in den 1890er Jahren, bis hin zur Mexikanischen Revolution in den 1910er Jahren.

Ursprung Der aus Griechenland stammende Philosoph und Sozialist Plotino Rhodakanaty kam 1861 nach Mexiko und war hier der erste Verfechter anarchistischer Ideen. Rhodakanaty hatte an der gescheiterten Revolution in Ungarn teilgenommen und war mir den Ideen Hegels, Fouriers und Proudhons in Berührung gekommen. In Mexiko bemerkte er, dass traditionelle mexikanische Dörfer diese Ideen bereits umsetzten, sah diese Gemeinschaften jedoch durch die Regierung und von Großgrundbesitzern bedroht. Daher versuchte er ein Netzwerk sozialistischer Agrarkolonien aufzubauen, um dem entgegenzuwirken. Um Anhänger zu gewinnen, schrieb er sein Werk „Cartilla Socialista“, die erste sozialistische Publikation in Mexiko, in dieser argumentierte er gegen Privateigentum und soziale Ungleichheit. Rhodakanaty gelang es jedoch nicht, durch seine Publikation Anhänger zu gewinnen. Danach nahm Rhodakanaty einen Lehrstuhl an und gründete die Gruppe sozialistischer Studenten (Grupo de Estudiantes Socialistas), diese Gruppe folgte der Lehre des russischen Anarchisten Michail Bakunin. Obwohl Rhodakanaty es nicht schaffte, die breite Masse zu vereinen, sondern nur junge Handwerker und Bauern, gelang es ihm unter anderem, seinen Anhänger Julio López Chávez zu inspirieren, der Ende der 1860er Jahre einen Bauernaufstand anzettelte, der sich gegen die mexikanischen Großgrundbesitzer richtete.

Mitte des 19. Jahrhunderts organisierten die Anarchisten in Mexiko die ersten Industriestreiks und Demonstrationen des Landes, denen sich auch die mutualistischen Arbeitergruppen anschlossen. Die Streiks, die sich vor allem um die Löhne und die Arbeitsbedingungen drehten, fanden vor allem in der Textil- und Bergbauindustrie statt.

Mexikanische Revolution Verschiedene anarchistische Gruppen kämpften in den 1910er Jahren gegen die Regierung und den Präsidenten. Die mexikanische Revolution gilt als Wendepunkt in der Geschichte des mexikanischen Anarchismus, da die anarchistischen Ideen, unter anderem der Partido Liberal Mexicano, die eine wichtige Rolle in der Revolution spielte, in die mexikanische Verfassung von 1917 übernommen wurden. Obwohl die Partido Liberal Mexicano ihre Ideen eines anarchistischen Mexikos nicht umsetzen konnte, und große Ungerechtigkeiten bestehen blieben, wurden anarchistische Ideen vor allem im Süden umgesetzt. Zum Beispiel formten indigene Bauern in Chiapas eine Art autonome Region, die von den Ideen Emiliano Zapatas, einem der wichtigsten Anführer in der mexikanischen Revolution, inspiriert wurden.

Durch die mexikanische Revolution wurde der Anarchismus zwar nicht dauerhaft etabliert, aber in der Verfassung von 1917 wurden sozialistische Ideen verankert. Dazu gehörten zum Beispiel neue Arbeitsrechte und durch Landreformen wurde die Macht der Großgrundbesitzer stark eingeschränkt.

Später in den 1930er Jahren verloren mexikanische Anarchisten viele Anhänger. Das lag daran, dass der Staat mit der Verabschiedung des Gesetzes Ley del Trabajo eine stärkere Rolle beim Schlichten von Klassenkonflikten spielte und die Anarchisten für viele Arbeiter überflüssig machte.

Heutige Situation Der Anarchismus in Mexiko ist heute stark dezentralisiert. Es existieren vor allem einzelne Splittergruppen und Kampfgruppen. Die Federación Anarquista de México ist eine große mexikanische Organisation, die versucht, die einzelnen Gruppen im Land zu koordinieren. Außerdem gibt es auch radikale und gefährliche Gruppen, die in großen Städten unter anderem Brandanschläge auf Bankautomaten oder staatliche Institutionen verüben.

Anarchopunk in Mexiko Der Anarchopunk ist eine Untergruppe des Punks, die vor allem mit politischem Aktivismus und anarchistischen Überzeugungen verbunden ist. Die Präsenz des Anarchopunks ist vor allem in großen Städten wie Mexiko-Stadt vorhanden, wo es zu starken anarchistischen Protesten kam, an denen die Anarchopunkszene beteiligt gewesen sein soll. Bei diesen Protesten kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Punks und der Polizei.

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