mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet des Thomas-Fruchtvampirs Der Thomas-Fruchtvampir (Artibeus watsoni) ist ein Fledertier in der Gattung der Eigentlichen Fruchtvampire, der in Mittelamerika und im nordwestlichen Südamerika verbreitet ist. Die Art zählt zur Untergattung Dermanura, die in manchen Abhandlungen als Gattung vorkommt. Das Typusexemplar stammt aus dem Distrikt Bugaba in der Provinz Chiriquí im westlichen Panama. Der 1994 beschriebene Solitäre Fruchtvampir (Artibeus incomitatus) sollte aufgrund zu geringer genetischer Abweichungen als Synonym dieser Art gelten.

Merkmale Dieses kleine und schwanzlose Gattungsmitglied erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 50 bis 58 mm, ein Gewicht von 9 bis 15,5 g und hat 35 bis 41 mm lange Unterarme. Die Länge der Hinterfüße ist 8 bis 12 mm und die Ohren sind 14 bis 17 mm lang. Wie bei einigen nahe verwandten Blattnasen befinden sich im Gesicht auf jeder Seite zwei senkrechte weißliche Streifen. Dabei sind die äußeren weniger deutlich ausgeprägt. Das Fell auf Kopf und Rücken mit 6 bis 7 mm langen Haaren auf der Rückenmitte hat eine graubraune Farbe, wobei jedes Haar drei Farbabschnitte hat. Die Grundfarbe der nackten Ohren und des haarlosen Nasenblatts ist braun. Bei einigen Exemplaren sind die Kanten weiß, cremefarben oder gelb. Unterseits ist das graubraune Fell etwas heller und die Flügel sind hauptsächlich braun. Manchmal sind Stellen mittig zwischen den Fingern pigmentfrei. Das Nasenblatt hat einen hufeisenförmigen unteren Teil und eine breite aufgesetzte Spitze. Beim Thomas-Fruchtvampir kommen bis zur Hälfte behaarte Unterarme vor. Die Schwanzflughaut trägt wenige oder keine Haare. Die 30 Zähne im Gebiss verteilen sich nach der Zahnformel I 2/2, C 1/1, P 2/2, M 2/3. Der Schädel hat an der Stirn und an der Schläfe abgeplattete Bereiche.

Verbreitung und Lebensweise Das Verbreitungsgebiet reicht etwa vom Isthmus von Tehuantepec in Mexiko über das östliche Guatemala, das nördliche Honduras, Nicaragua und Costa Rica bis nach Panama. Berichte der Bevölkerung über Sichtungen im westlichen Kolumbien müssen überprüft werden. Der Thomas-Fruchtvampir lebt im Flach- und Hügelland bis 800 Meter Höhe. Er lebt in immergrünen und teilweise laubabwerfenden Wäldern und kann sich an moderate Veränderungen anpassen. Das kleine Tier bewegt sich geschickt durch den dichten Unterwuchs und frisst kleine Früchte, wie von Feigen, Arten der Gattung Pfeffer und Ameisenbäumen. Manchmal werden auch Insekten und Pollen als Nahrung angegeben.

Die Exemplare ruhen am Tage in einem aus einem Blatt geformten zeltartigen Gebilde allein oder in kleinen Gruppen. Genutzte Blätter gehören zu Helikonien, Bananen, Flamingoblumen, Palmen oder Scheibenblumengewächsen. Im Versteck ruhen die Geschlechter oft getrennt voneinander. In der Paarungszeit locken die Männchen mit melodischen Rufen die Weibchen zu sich. Soweit bekannt, gibt es je nach Region zwei Paarungszeiten pro Jahr. Allgemein wurden mit Fortpflanzung beschäftigte Weibchen in den Monaten Februar bis April, Juli und August sowie im November festgestellt.

Gefährdung Für den Bestand sind keine Bedrohungen bekannt. Ein Rückgang der Populationsgröße ist, wenn überhaupt vorhanden, nur geringfügig. Die IUCN listet den Thomas-Fruchtvampir als nicht gefährdet (least concern).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Blattnasen