Der Bahnhof Berlin-Siemensstadt ist ein historischer, stillgelegter und im Wiederaufbau befindlicher Hochbahnhof der S-Bahn Berlin an der Siemensbahn. Er liegt im Berliner Ortsteil Siemensstadt des Bezirks Spandau. Der Bahnhof wurde 1929 eröffnet und steht seit 1995 als Teil des Gesamtensembles der Siemensbahn unter Denkmalschutz. Nach der Einstellung des Betriebs im Jahr 1980 wird die Station im Zuge des Infrastrukturprojekts i2030 umfassend saniert und soll voraussichtlich Ende 2029 wieder in Betrieb gehen.

Lage Der Bahnhof befindet sich am Streckenkilometer 2,7 der Siemensbahn. Er ist als Hochbahnhof auf dem markanten, rund 800 Meter langen Stahlviadukt der Strecke ausgeführt. Die Station überspannt den Rohrdamm. Der Bahnhof verfügt über Zugänge auf beiden Seiten des Rohrdamms. In unmittelbarer Nähe befinden sich historische Produktionsstätten von Siemens und das Verwaltungsgebäude des Konzerns sowie das neue Stadtquartier Siemensstadt Square.

Geschichte Der S-Bahnhof entstand zwischen 1927 und 1929 im Zuge des Baus der Siemensbahn, die von der Firma Siemens & Halske weitgehend in Eigenregie finanziert wurde, um den massiven Pendlerverkehr zu den Werksanlagen in der Siemensstadt zu bewältigen.

Der Entwurf stammt vom Siemens-Hausarchitekten Hans Hertlein, der die gesamte Strecke im Stil der Neuen Sachlichkeit gestaltete. Typisch für Hertleins Entwurf am Bahnhof Siemensstadt war die farbliche Kennzeichnung in der Grundfarbe Rot sowie die Verkleidung des Viadukts mit dunklen Klinkern. Der Bahnhof wurde mit einem hölzernen Bahnsteigdach und zwei Treppenhäusern ausgestattet, um den enormen Passagierströmen während des Schichtwechsels gerecht zu werden. Die Station ging am 18. Dezember 1929 in Betrieb.

Infolge des Reichsbahnerstreiks im September 1980 wurde der S-Bahn-Betrieb auf der Siemensbahn durch die Deutsche Reichsbahn komplett eingestellt. Der Bahnhof Siemensstadt verfiel in den darauffolgenden Jahrzehnten. Trotz des Denkmalschutzes ab 1995 führten Witterung und mangelnder Unterhalt zu starken Schäden an den stählernen Viaduktbauten und den hölzernen Bahnsteigaufbauten.

Reaktivierung (Projekt i2030) Im Rahmen des Berliner Nahverkehrsprojekts i2030 wird die Siemensbahn vollständig wiederaufgebaut. Nach den bauvorbereitenden Arbeiten und ersten Sanierungen am Viadukt in den Vorjahren ist die umfassende Erneuerung des Bahnhofs Siemensstadt ab 2028 geplant.

Der Bahnhof wird unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes kernsaniert. Da das historische, hölzerne Bahnsteigdach aufgrund von Brandschutzauflagen und Baufälligkeit nicht eins zu eins erhalten werden kann, wird es durch eine moderne Konstruktion ersetzt, die sich optisch an Hertleins Entwurf anlehnt. Die historischen Klinkerfassaden der Treppenhäuser werden denkmalgerecht restauriert. Die Station erhält Aufzüge für einen vollständig barrierefreien Zugang. Eine Wiederinbetriebnahme der Strecke ist für den Dezember 2029 angestrebt. Nach der Reaktivierung bietet der Bahnhof eine Umsteigemöglichkeit zur U-Bahn-Linie U7 am 300 Meter entfernten U-Bahnhof Rohrdamm.

Literatur

Weblinks

Offizielle Projektseite der Deutschen Bahn zur Siemensbahn Informationen und historische Bilder zum S-Bahnhof Siemensstadt auf stadtschnellbahn-berlin.de

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