Die Buddhistischen Ruinen von Takht-i-Bahi und angrenzenden Relikte in Sahr-i-Bahlol in der antiken Region Gandhara (heute Distrikt Mardan, Khyber Pakhtunkhwa, Pakistan) wurden 1980 nach Kriterium (iv) in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.
Geschichte Das Kloster entstand zu einer Zeit, in der Gandhara unter wechselnden Herrschern – zuletzt den Indo-Parthern und Kushan – eines der Zentren des Buddhismus war. Eine in Takht-i-Bahi gefundene Inschrift in Kharoshthi-Schrift, die den indo-parthischen König Gondophares in seinem 26. Regierungsjahr (Jahr 103 einer Ära, wohl der Vikrama-Ära) nennt und auf 46 n. Chr. datiert wird, gilt als wichtiger chronologischer Fixpunkt für die Frühgeschichte der Anlage. Seine Blütezeit erlebte der Komplex in der Kushan-Epoche. Mit dem Niedergang des Buddhismus in Gandhara wurde er im 7. Jahrhundert aufgegeben.
Die Ruinen wurden 1836 erstmals von General Court, einem französischen Offizier in Diensten Ranjit Singhs, erwähnt und in den 1850er- und 1860er-Jahren mehrfach erkundet. Eine erste Grabung führte in den 1870er-Jahren Sergeant Wilcher durch, systematische Ausgrabungen des Archaeological Survey of India folgten 1907 bis 1909 unter D. B. Spooner und 1910 bis 1911 unter H. Hargreaves. Zahlreiche der geborgenen Skulpturen werden heute in den Museen von Peshawar und Mardan gezeigt.
Beschreibung Die Welterbestätte besteht aus zwei Bestandteilen aus derselben Epoche:
Takht-i-Bahi („Thron der Quelle“, „Thron des Ursprungs“): ein buddhistischer Klosterkomplex, der Anfang des 1. Jahrhunderts n. Chr. gegründet wurde und bis ins 7. Jahrhundert in Gebrauch blieb. Die auf mehreren Hügelkuppen (etwa 37 bis 152 m Höhe) gelegene, rund 33 Hektar große Anlage gilt als am vollständigsten erhaltenes buddhistisches Kloster Pakistans. Erhalten sind unter anderem ein Haupt-Stupa-Hof, ein Hof mit Votivstupas, eine Gruppe von drei Stupas, der Klosterhof mit Meditationszellen, eine Versammlungshalle und überdachte Treppengänge, errichtet aus Bruchstein im für Gandhara typischen Diaper-Muster. Sehri-Bahlol: die etwa 5 km entfernt in einer fruchtbaren Ebene gelegenen Ruinen einer kleinen befestigten Stadt aus der Kushan-Zeit. Sie liegen auf einem bis zu 9 m hohen langgestreckten Hügel, bedecken rund 9,7 Hektar und sind von Resten der Wehrmauern umgeben.
Die offiziell eingetragene Fläche der Welterbestätte beträgt insgesamt 50,73 Hektar, davon entfallen 42,68 Hektar auf Takht-i-Bahi und 8,05 Hektar auf Sahr-i-Bahlol.
Erhaltung Durch ihre Lage auf einem Hügelkamm blieb die Klosteranlage von Eroberungszügen verschont und ist außergewöhnlich gut erhalten. Die Ruinen von Sahr-i-Bahlol sind dagegen zunehmend durch Siedlungswachstum bedroht: Häuser wurden teilweise unmittelbar auf den antiken Resten errichtet, und von der Umfassungsmauer haben sich nur Bruchstücke erhalten. Als weitere Schadensursachen nennt die UNESCO unkontrollierten Vegetationsbewuchs, unzureichende Drainage, illegale Grabungen sowie Abgase aus Fabriken und Straßenverkehr. Eine Pufferzone um das Welterbe existiert bislang nicht.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Khyber Pakhtunkhwa Kategorie:Serielle Welterbestätte Kategorie:Welterbestätte in Asien Kategorie:Welterbestätte in Pakistan Kategorie:Weltkulturerbestätte