Gerd Julie Bergljot Pettersen (* Gerd Julie Whist am 24. Oktober 1914 in Verdal; † 13. Mai 2008 in Askim) war eine norwegische Telegrafistin und Widerstandskämpferin, die während der deutschen Besatzung Norwegens etwa 1000 Menschen, darunter hunderte Juden, zur Flucht nach Schweden verhalf.

Leben Gerd Pettersen wuchs ab ihrem sechsten Lebensjahr in Askim auf, wo ihr Vater Bahnhofsvorsteher war. Während der deutschen Besatzung lebte sie mit ihrem Mann in Oslo und arbeitete für die norwegische Telefongesellschaft. Als ihr Mann Ende Oktober 1942 von Rolf Syversen kontaktiert wurde, der vier junge jüdische Männer, die der beginnenden Verhaftungswelle im besetzten Norwegen knapp entgangen waren, in seiner Gärtnerei versteckt hatte, half die zu diesem Zeitpunkt schwangere Gerd bei der Organisation von Flüchtlingstransporten unter dem Decknamen Carl Fredriksens Transport. Während ihr Mann Fahrzeuge organisierte und die LKWs auf den Fluchtrouten zur schwedischen Grenze anführte, nahm Gerd Pettersen als Telegrafistin eine wichtige Rolle für das Warnsystem der Gruppe ein und fertigte gefälschte Transportdokumente an. Rolf Syversen und seine Gärtnerei fungierten als Kontakt und Anlaufstelle für die Flüchtlinge; seine ebenfalls schwangere Ehefrau Klara organisierte die Abläufe an den Versammlungsorten.Mats Tangestuen: Carl Fredriksens Transport – krigens største redningsbragd. URO/KORO, 2010 (norwegisch)

Insgesamt gelang innerhalb von sechs Wochen rund 1000 Personen die Flucht per Lkw nach Schweden. Darunter befanden sich etwa 500 Juden.

Anfang 1943 wurde die Fluchtorganisation verraten. Alf Pettersen konnte der Gestapo in Oslo knapp entkommen und mit Hilfe Syversens untertauchen. Gerd Pettersen befand sich zu diesem Zeitpunkt bei ihrer Familie in Askim. Am 15. Januar 1943 flüchtete Gerd Pettersen mit ihrem Mann Alf, dem Transportinspekteur Reidar Larsen und dem Fahrer Paul Danielski mit dem Auto nach Schweden. Die Anstrengungen der Flucht erschöpften Pettersen sehr, nach der Geburt ihres Sohnes Mitte März in Schweden schwebte sie zwei Wochen in Lebensgefahr. Rolf Syversen entschied sich, in Oslo zu bleiben, die Fluchtrouten neu zu organisieren und verhalf unter anderem weiteren Helfern des CFT zur Flucht. Er wurde im Juli 1943 verhaftet, inhaftiert und am 30. oder 31. Oktober 1944 im Wald von Trandum (Trandumskogen) nahe Oslo erschossen.Rolf Alexander Syversen auf der Webseite der Gedenkstätte Trandum

Ehrungen Erst viele Jahre nach Kriegsende wurden die Leistungen der Männer und Frauen von Carl Fredriksens Transport gewürdigt. 2016 wurde Gerd Pettersen posthum gemeinsam mit Alf Pettersen und anderen Mitgliedern des CFT von der Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet und an der Ehrenmauer verewigt.Gerd Pettersen, Eintrag der Gedenkstätte Yad Vashem

In Oslo erinnert die Gedenkstätte Dette er et fint sted seit 2013 an den Carl Fredriksens Transport.

Weblinks Gerd Pettersen. Biographie der Gedenkstätte Stille Helden

Einzelnachweise

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