mini|Kirche mit Glockenturm Mariä Himmelfahrt, auch kurz St. Maria genannt, ist die römisch-katholische Kirche in Buxtehude, einer Stadt im Landkreis Stade im Norden von Niedersachsen. Die nach der Aufnahme Marias in den Himmel benannte Kirche ist die Pfarrkirche der gleichnamigen Pfarrei im Dekanat Unterelbe des Bistums Hildesheim.
Geschichte In Buxtehude, das damals kirchlich zum Bistum Verden gehörte, wurde 1541 ein lutherischer Prediger zugelassen und 1542 die Reformation offiziell anerkannt. Nur das Alte Kloster blieb katholisch, bis 1632 schwedische Besatzungstruppen einfielen, den katholischen Priester vertrieben und 1648 das Kloster säkularisierten.Buxtehude, Petri. Kirchengemeindelexikon der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, abgerufen am 24. August 2026.
Erst 1943 bildete sich in Buxtehude wieder eine katholische Gemeinde. Nachdem im Zuge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa infolge des Zweiten Weltkriegs Katholiken in größerer Zahl in Buxtehude und den umliegenden Ortschaften eine neue Heimat gefunden hatten, wurde 1949 in Buxtehude eine Fertigteilkirche, St. Maria, errichtet, die auf dem Grundstück der heutigen Kirche stand.Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.): Katholischer Gottesdienst in der Diözese Hildesheim. Hildesheim 1966, S. 31. Sie übernahm das Marienpatrozinium des früheren Benediktinerinnenklosters Buxtehude.
Nachdem die Zahl der Gemeindemitglieder weiter angestiegen und die bisherige Kirche baufällig geworden war, wurde die Kirche 1975 durch die heutige ersetzt. Am 8. Juli 1973 nahm Generalvikar Adalbert Sendker (1912–1993) die Grundsteinlegung vor.Eine Kirche für Buxtehude. In: Kirchen Zeitung. Ausgabe 32/2023 vom 13. August 2023, S. 11. Zur Kuratie Buxtehude gehörten zu diesem Zeitpunkt über 2.500 Katholiken. Die Kirchweihe folgte 1975, am 27. September 1975 wurde das Gemeindezentrum eingeweiht.
Am 1. September 2004 wurde das Dekanat Stade, zu dem die Kirche gehörte,St.-Godehards-Werk (Hrsg.): Der Dom ´91. Hildesheim 1990, S. 105. verändert und in Dekanat Unterelbe umbenannt.Bischöfliches Generalvikariat: Urkunde über die Auflösung des Dekanates Buchholz-Soltau, über die Umbenennung und Veränderung des Dekanates Stade sowie über die Veränderung der Dekanate Celle und Verden. In: Bistum Hildesheim, Kirchlicher Anzeiger. Nr. 7/2004, S. 230–231. Am 1. September 2010 wurden der Pfarrei Mariä Himmelfahrt auch die Kirchen St. Josef in Neu Wulmstorf und St. Michael in Harsefeld angeschlossen,Bischöfliches Generalvikariat: Urkunde über die Aufhebung der katholischen Pfarrgemeinden Mariä Himmelfahrt, Buxtehude, St. Michael, Harsefeld, St. Josef, Neu Wulmstorf, und über die Errichtung der katholischen Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, Buxtehude. In: Bistum Hildesheim, Kirchlicher Anzeiger. Nr. 6/2010, S. 216–218. die beide 2026 profaniert wurden. Die katholischen Gottesdietnste in Harsefeld und Neu Wulmstorf finden seit den Profanierungen der Kirchen in den Pfarrheimen von Harsefeld und Neu Wulmstorf statt.
Beschreibung mini|Kirchenschiff Die Kirche steht im Buxtehuder Stadtteil Altkloster auf dem Grundstück Sigebandstraße 7, zwischen der Stader Straße und der Winterstraße. Sie entstand nach Plänen des Architekten Johannes Reuter jr. (1926–1985),Ulrich Knapp: Das Bistum Hildesheim und seine Kirchen. Strassburg 2002, ISBN 2-87718-893-0, S. 50.Franz Klanitz: Architekt Johannes Reuter – zum Gedenken. In: Heimatglocke Gleidorf, Ausgabe 3/1986, abgerufen am 24. August 2026. Sohn des Architekten Johannes Reuter sen. Der Zentralbau auf sechseckigem Grundriss ist ausgeführt als Betonskelett mit Backsteinausfachung. Die Kirche wird durch ein gefaltetes Zeltdach, das mit einem Kreuz bekrönt ist, abgeschlossen. Der freistehende Glockenturm wurde 1987 zugefügt.
Die Buntglasfenster wurden von Nikolaus Bette entworfen und von der Glasmalerei Herbert Koll in Bottrop 1975 realisiert. Das Kirchengestühl bietet 329 Sitzplätze. In der zum Kirchenschiff offenen Marienkapelle, die durch ein Oberlicht belichtet wird, können vor einer Fátima-Madonna Opferkerzen aufgestellt werden. Der Kirchenmusik dient eine Pfeifenorgel.
Im Altarraum hängt seit 2007 ein Kruzifix, ein Werk der ortsansässigen Bildhauerin Barbara Lorenz Höfer.Skulpturen. Barbara Lorenz Höfer, abgerufen am 24. August 2026.Michael Becker: Hinabgestiegen. In: KirchenZeitung. Ausgabe 9/2021 vom 7. März 2021, S. IV. Die Holzplastik stellt Jesus Christus dar, wie er mit seinen weit ausgebreiteten Armen die Stacheln des Todes durchbricht. Statt eines traditionellen Kreuzweges wird der Altarraum seit 1998 von zwei Passionstafeln flankiert, auf denen in zwei Bildblöcken die Kreuzwegstationen zusammengefasst sind. Im Altarraum sind außer dem schlichten, steinernen Altar auch der schmucklose Ambo, das Taufbecken und die Tabernakelstele angeordnet.
Siehe auch Liste der Kirchen im Bistum Hildesheim Mariä-Himmelfahrt-Kirche
Literatur Kirche für die Menschen. Aus Anlass der Einweihung des Gemeindezentrums am 27. September 1975. Katholische Kirchengemeinde Buxtehude. Willi Stoffers: Bistum Hildesheim heute. Hildesheim 1987, ISBN 3-87065-418-X, S. 90–91. St. Maria in Buxtehude. Kreuz und Kreuzweg. Buxtehude, März 2011. (Faltblatt)
Weblinks
St. Maria. Kath. Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, Buxtehude. Katholische Kirche St. Maria. Hansestadt Buxtehude.
Einzelnachweise
Maria Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Stade Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Hildesheim Kategorie:Mariä-Himmelfahrt-Kirche Kategorie:Erbaut 1975 Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Bauwerk der Moderne in Niedersachsen Kategorie:Zentralbau in Deutschland Kategorie:Kirchengebäude in Europa