Das Luther Seminary war ein Theologisches Seminar der Norwegischen Lutherischen Kirche in Kanada mit Sitz in Saskatoon, Saskatchewan. Es wurde 1939 gegründet und vereinigte sich 1965 mit dem Lutherischen College und Seminar zum Lutheran Theological Seminary Saskatoon.

Geschichte Die Norwegische Lutherische Kirche von Kanada strebte ab den 1930er-Jahren eine schrittweise Unabhängigkeit von ihrer amerikanischen Mutterkirche an und beschloss zu diesem Zwecke auf ihrer Versammlung 1937 die Einrichtung eines eigenen Seminars. Diese Pläne wurden durch den Ausschuss für Innere Mission der Gesamtkirche 1938 bestätigt und Gelder für die Gründung zur Verfügung gestellt. Man nahm Gespräche mit der Vereinigten Lutherischen Kirche und deren Manitoba-Synode auf, die bereits das Lutherische College und Seminar (LCS) in Saskatoon unterhielten, und einigte sich 1939 auf eine Kooperation. Die Norweger würden ein organisatorisch eigenständiges Seminar, das Luther Seminary, einrichten, jedoch die Gebäude, Anstalten und Bibliotheken des bestehenden Seminars mitbenutzen können.

Nachdem John Lavik und Iver Iversen auf die neu geschaffenen Lehrstühle berufen worden waren, nahm das Luther Seminary am 26. September 1939 den Lehrbetrieb mit sieben Studenten auf. 1941 konnte das Seminar mit John Precht seinen ersten Absolventen vermelden. Ab 1943 kooperierte auch die Lutherische Freikirche mit dem Seminar und sandte ihre kanadischen Studenten dorthin. 1945 erwarb der Wohlfahrtsausschuss der Norwegischen Kirche einen Block Land nahe der Universität von Saskatchewan. Aus Restmitteln ihrer Jubiläumssammlung finanzierte die Kirche ab 1946 den Bau eines neuen Seminargebäudes, das am 10. Oktober 1948 eingeweiht wurde. Dieser Umzug ermöglichte zwar einen besseren Austausch mit der Universität, belastete jedoch die Kooperation zum LCS für einige Zeit. Im Folgejahr erhielt das Seminar den Status eines affiliated college der Universität von Saskatchewan.

1953 trat der Gründungspräsident John Lavik in den Ruhestand und Professor Olaf Storaasli wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Bereits in den 1940er-Jahren hatte es freie Konferenzen zwischen sechs lutherischen Kirchen in West-Kanada gegeben, die sich mit der Frage einer gemeinsamen Lehranstalt befassten. 1960 waren die Norwegische Lutherische Kirche von Kanada und der Kanada-Distrikt der deutschamerikanischen ALC in der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Kanada (ELCC) aufgegangen. Begünstigt durch die Tatsache, dass die neue ELCC an beiden Seminaren die Mehrheit der Studenten stellte, kam es schließlich nach langwierigen Verhandlungen am 1. September 1965 zur Union des Luther Seminary mit dem LCS zu einer neuen Hochschule, die den Namen Lutheran Theological Seminary Saskatoon (LTS) tragen und von der ELCC und der LCA, in der die Manitoba-Synode inzwischen aufgegangen war, gemeinsam verwaltet werden sollte.

Nachdem dieses neue Seminar 1968 ein eigenes Seminargebäude bezog, wurden die Einrichtungen des Luther Seminary an die LutherCare Communities übergeben, die das Gelände als Seniorenresidenzen entwickelten.

Persönlichkeiten Hochschulpräsidenten 1939–1953 John Lavik 1953–1959 Olaf Storaasli 1959–1965 George Evenson

Weitere Dozenten Iver Iversen, auch Präsident der Norwegischen Lutherischen Kirche in Kanada Thomas Solem, später kommissarischer Präsident des LTS

Absolventen Theodore Jacobson, B.Div. 1947, Kirchenpräsident der ELCC Roger Nostbakken, B.Div. 1956, Systematischer Theologe

Ehrendoktoren George Evenson, D.D. 1955, Theologe

Einzelnachweise

Kategorie:Lutheran Theological Seminary Saskatoon Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1939 Kategorie:Aufgelöst 1965 Kategorie:Theologisches Seminar Kategorie:Organisation (Saskatoon) Kategorie:Bildung in Saskatoon Kategorie:Evangelical Lutheran Church (1917) Kategorie:Martin Luther als Namensgeber