Die Tontransportbahn der Ziegelei C. & F. Hauers war eine von Arthur Koppel gelieferte 1 km lange elektrische Feldbahn mit einer Spurweite von 760 mm in Wülfel bei Hannover.

Geschichte der Ziegelei Carl und Ferdinand Hauers gründeten 1871 die Hannoversche Kunstziegelei von C. & F. Hauers in Wülfel bei Hannover. Ihr Neffe Ferdinand Hauers (* 18. März 1855) trat nach seinem Studium als Teilhaber und Aufsichtsrat führend in das Unternehmen ein.Hannoversche Kunstziegelei C. & F. Hauers, Hannover – Ferdinand Huers 80 Jahre. Tonin­dus­trie-Zeitung, 1935, Nr. 22. Die Firma wurde 1936 nach dem Tod ihres Gesellschafters Christian Eichwede aufgelöst.Hannoversche Kunstziegelei C. & F. Hauers (Hannover), Auflösungsvermerk, 1396.Birte Rogacki-Thiemann: »Er trank die Welt in sich hinein«. Der Architekt Ferdinand Eichwede (1878–1909) und die Villa Ebeling.

Technische Beschreibung

Die elektrische Tontransport-Bahn der Ziegelei wurde 1901 von Arthur Koppels Berliner Fabrik für elektrische Anlagen und Lokomotiven gebaut, geliefert und in Betrieb genommen. Die Bahn hatte eine Spurweite 760 mm und bewährte sich zeitgenössischen Augenzeugenberichten zufolge auf das Beste.

Eine Herausforderung bestand in der notwendigen Kreuzung mit der gleichfalls elektrischen Straßenbahn, die aus ihrem Elektrizitätswerk für beide Bahnen den erforderlichen Strom mit einer Betriebsspannung von 500 Volt lieferte. Um diese Kreuzung zu passieren, war es nötig, dass die Feldbahn, die an den meisten Stellen eine Fahrdrahthöhe von 4 m hatte, an dieser Stelle die Höhe der Straßenbahn-Oberleitung von 5,6 m erhielt. Als durchaus zweckmäßig erwies sich dabei ein Parallelogrammstromabnehmer (Pantograph), der sich selbsttätig jeder Höhendifferenz anpasste und auch beim Rangieren kein Umlegen der Bügel, wie es sonst notwendig war, verlangte, sondern in beiden Richtungen gleichmäßig gut funktionierte.

Die Plateaulokomotive hatte einen geschlossenem Führerstand. Der Stromabnehmer war auf einem 800 mm hohen Dach-Aufbau aus Metallstangen montiert, um die Beanspruchung der Federn zu verringern. Der Elektromotor griff an der Vorderachse an und besaß eine normale Leistung von 15 PS. Um das gesamte Adhäsionsgewicht auszunutzen, waren die Räder durch Kurbelstangen verbunden.

Die Hauptstrecke von der Tongrube über die Leinebrücke bis zur Fabrik war 1 km lang und wurde in 5 Minuten zurückgelegt, was einer Geschwindigkeit von 12 km/h entsprach. Bei der stärksten Steigung von 1:65 (15 ‰) konnte die zugkräftige Lokomotive 5 Kipploren mit einem Gesamtgewicht von 9250 kg ziehen, während bei einer Steigung von 1:100 (10 ‰) 6 Wagen mit 11000 kg befördert werden konnten.

Die elektrische Streckenausrüstung bestand vor allem aus schmiedeeisernen Auslegern an Holzmasten und war fest verlegt, während ein kleiner Teil der Strecke in der Tongrube transportabel ausgeführt war. In der Tongrube war der Fahrdraht in Leitungsjochen aufgehängt, die auf verlängerten Querschwellen befestigt waren.Deutsches Reichspatent Nr. 92613. Die durchschnittliche Stromstärke betrug etwa 8 A, was bei einer Spannung von 500 Volt rechnerisch (8 × 500) / 1000 = 4 kW und bei 7½ stündigem Betrieb 7,5 × 4 = 30 kWh ergab. Bei einem Preis von 15 Pfennig pro Kilowattstunde ergab sich so ein Stromverbrauch von 4,50 Mark pro Tag.Sch. Br.: Elektrische Tontransportbahn. Tonindustrie-Zeitung, 1901 (28. Jahrgang), Nr. 95, Seite 1133–1134.Vico Vaccaro: Ferrovia elettrica per il trasporto dell'argilla. In: Rassegna mineraria metallurgica e chimica, 1909, S. 261, S. 262 und S. 263.

Lokomotiven Hersteller Baujahr Bauart Spannung SpurweiteArthur Koppel 1901 B-el 500V = 760 mm

Einzelnachweise mini|hochkant=1.2|Elektrische Tontransportbahn. Tonin­dus­trie-Zeitung, 1901, Nr. 95, S. 1133–1134.

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