Die Schwarz-Rot-Gold Akademie (häufig auch bezeichnet als Akademie Schwarz-Rot-Gold) ist ein am 16. Juni 2025 ins Handelsregister eingetragenes Unternehmen, welches das Zentrum eines Akademienetzwerkes der Partei Alternative für Deutschland darstellt und seinen Sitz in Berlin hat.
Entstehung Zu Beginn des Jahres 2023 tat die Co-Parteichefin Alice Weidel anlässlich des 10. Jahrestags der AfD-Gründung kund, künftig den Fokus auf die Regierungsfähigkeit ihrer Partei lenken zu wollen und kündigte „Personalentwicklungsprogramme und interne Ausbildungsprogramme“ an, „um auch in Regierungsverantwortung gehen zu können“. Es sei wichtig, dies „wie in einem Konzern“ strukturiert aufzubauen, betonte Weidel im Interview. Zwei Jahre später wurde daraufhin in Berlin die angekündigte Kaderschmiede gegründet.
Funktion Basierend auf der Auskunft der AfD-Landesverbände lassen sich drei Hauptaufgabenbereiche der Akademie feststellen: „theoretisches Wissen über politische Prozesse vermitteln“, „praxisnah Rhetorik und den Umgang mit Medien schulen“, „allgemeine strategische Konzepte für die AfD entwickeln“.
Zweck der „Schwarz-Rot-Gold Akademie GmbH“ seien laut Eintrag im Handelsregister Projekte im Bereich „Erwachsenenbildung und Schulungen von Fertigkeiten zur Wahrnehmung für haupt- und ehrenamtliche Tätigkeiten in Politik und Verwaltung“. Keine Angaben macht die AfD zu Lehrplänen, Teilnehmern und Auswahlverfahren. Bekannt ist, dass einige Dutzend Dozenten unterschiedlicher Fachrichtungen zur Verfügung stehen z. B. für Haushaltsrecht oder Innenpolitik. Offenbar soll über die Akademie Fachpersonal für die zweite und dritte Reihe geschult werden, um die AfD-Landesverbände strategisch darauf vorzubereiten, die Regierungsverantwortung in den Bundesländern zu übernehmen. Die Bundesebene soll dann die zweite Stufe darstellen.
Die Landesverbände der AfD sollen bei der Akademie offenbar nach einer erfolgreichen Wahl auf Landesebene gezielt Personal für die Büroleitung, das Schreiben von Reden oder Referenten für ein Fachgebiet anfragen können, um bei einer Regierungsübernahme von Anfang an einsatzbereit zu sein.
Die Akademie verfügt hierfür über ein Register mit Namen und Qualifikationen. Für Organisatorisches ist AfD-Bundesschatzmeister Hannes Gnauck zuständig. Dieser betonte im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass wenn etwa Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund „geeignetes Verwaltungspersonal für die Ministerien“ brauche, der Bundesverband auf dieses Szenario vorbereitet sei.
Landesebene Es bestehen mindestens vier verschiedene Ableger der Akademie auf Landesebene; da die Landesverbände allerdings teilweise keine Auskunft darüber geben, existieren womöglich noch weitere. Ein wichtiger davon ist etwa die Politische Akademie Thüringen, die von Roland Hartwig geleitet wird.
Einordnung Laut Focus Online soll die Akademie eine mögliche Machtübernahme auf Landes- oder Bundesebene vorbereiten.
Der Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber hält es insbesondere mit Blick auf den Ableger in Thüringen für möglich, dass im Zusammenhang mit der Akademie „Akteure der intellektuellen Neuen Rechten dann Konzeptionen entwickeln, wie eine AfD-Regierung auf Länder- oder Bundesebene aussehen würde, welche Schritte sie umzusetzen hätte. Dass also ein Plan für einen Systemwechsel dort auch entwickelt werden würde“.
Einzelnachweise
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