Chakaia Booker (* 1953 in Newark, New Jersey) ist eine US-amerikanische Bildhauerin und Künstlerin, die für monumentale Skulpturen aus wiederverwendeten Gummireifen bekannt ist. Ihre Werke sind in mehr als 40 öffentlichen Sammlungen vertreten.
Leben Booker wurde 1953 in Newark im US-Bundesstaat New Jersey geboren und lernte als Jugendliche, eigene Kleidung herzustellen, nach dem Vorbild ihrer Tante und ihrer Schwester. Im Jahr 1976 erwarb sie an der Rutgers University einen Bachelorabschluss in Soziologie und 1993 am City College of New York einen Master of Fine Arts.
Seit den 1980er-Jahren unterhält sie ein Atelier im New Yorker East Village. Für monumentale Arbeiten nutzt sie überdies ein größeres Studio in Allentown, Pennsylvania.
Wirken Bookers künstlerisches Wirken begann mit tragbarer Kunst und Keramik, bevor sie sich großformatigen Skulpturen widmete und seit den 1980er-Jahren ausrangierte Reifen als Material einsetzt. An den Reifen interessieren sie deren Haltbarkeit, Formbarkeit und modulare Verwendbarkeit, die ihr die Arbeit in monumentalen Dimensionen ermöglicht. Sie schneidet, verdreht, verwebt und vernietet das Gummi, wobei Profil, Färbung und Gebrauchsspuren zu formalen Bestandteilen der Arbeiten werden.
Die Reifenskulpturen sprechen ökologische Fragen und Konsumkritik an und befassen sich mit afroamerikanischer Identität, Arbeit und Geschlecht; Reifenprofile können dabei an afrikanische Textilmuster und Skarifizierung erinnern.
Internationale Aufmerksamkeit erlangte Booker bei der Whitney Biennial im Jahr 2000 mit It’s So Hard to Be Green. 2002 erhielt sie einen Pollock-Krasner Grant und 2005 ein Guggenheim Fellowship. Im Jahr 2000 war sie zudem Preisträgerin von Anonymous Was A Woman.
Seit 2009 bildet die Druckgrafik einen weiteren Schwerpunkt. Am Robert Blackburn Printmaking Workshop arbeitet Booker mit Holzschnitt und Chine collé und verwendet frühe Druckstöcke über viele Jahre erneut.
In Foundling Warrior Quest (II 21C) greift Booker historische Bildkonventionen um Edward S. Curtis’ fotografische Darstellung indigener Menschen auf und setzt sich durch ihre eigene Inszenierung als Bildsubjekt mit dem kolonialisierenden Blick auseinander.
Installationen und Ausstellungen Die Überblicksausstellung Chakaia Booker: The Observance am Institute of Contemporary Art in Miami, zeigte 2021 Arbeiten aus vier Jahrzehnten und bezog neben Reifenskulpturen auch Malerei, Bronze, Keramik, Assemblage und Fotografie ein. Im Jahr 2023 stellte die Berliner Galerie Isabella Bortolozzi Bookers Arbeiten in Against the Day: Chakaia Booker & Carol Rama denen von Carol Rama gegenüber. 2024 wurde die rund elf Meter hohe Reifenskulptur Shaved Portions, ursprünglich 2021 für Oklahoma Contemporary geschaffen, im Garment District in Manhattan installiert. Die National Gallery of Art in Washington zeigte 2025 und 2026 in In the Tower: Chakaia Booker – Treading New Ground die Wandreliefs Acid Rain (2001), Echoes in Black (Industrial Cicatrization) (1996) und It’s So Hard to Be Green (2000) sowie die sechsteilige Druckserie Foundling Warrior Quest (II 21C) (2010).
Einzelnachweise
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