Jörg Nachtigall (* 11. November 1956 in Neuruppin) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. In der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballs, der Oberliga, spielte er für den FC Vorwärts Frankfurt/Oder.
Sportliche Laufbahn Gemeinschafts- und Clubstationen Jörg Nachtigall, der in Neuruppin geboren wurde, begann 1965 organisiert mit dem Fußballsport bei der BSG Traktor Wustrau, wo er von Reinhard Herzog und seinem Vater Dieter trainier wurde.Sie vertreten unsere Republik. In: fuwo – Die neue Fußballwoche. 6. Mai 1975, Seite 13. Seit November 1971 dem in diesem Sommer aus Ost-Berlin in die Oderstadt umgezogenen FC Vorwärts angehörend, verdiente sich das Talent ab Mitte der 1970er-Jahre seine ersten Sporen im überregionalen Männerfußball der DDR. Beim Fußballclub der Armeesportvereinigung Vorwärts schnupperte er 1974/75 und 1975/76 in der Reserveelf Zweitligaluft.
Seinen Einstand im ostdeutschen Oberhaus bei den Armeefußballern gab die 1,75 Meter große Offensivkraft in der Saison 1975/76. Nachtigall debütierte am 1. Spieltag bei der herben 1:7-Auswärtsniederlage gegen den BFC Dynamo. Im FDGB-Pokalwettbewerb dieser Spielzeit erreichten die FCV-Fußballer das Finale. Beim im Ost-Berliner Stadion der Weltjugend ausgetragenen und mit 0:3 verlorenen Endspiel gegen den 1. FC Lok Leipzig wirkte der 19-jährige Angreifer als Einwechselspieler mit.
Mit insgesamt 17 Punktspielen gehörte der Teenager in seinem Premierenjahr zum erweiterten Stammpersonal der 1. Mannschaft des FCV. Auf dieselbe Zahl von Saisoneinsätzen kam der gelernte Schlosser in der Folgesaison 1976/77, wobei dem ebenfalls als Ing.-Ök.-Studenten und Unteroffizier geführten Kicker seine ersten beiden Oberligatreffer gelangen. 1977/78 musste der damalige Rekordmeister den bitteren Gang in die zweitklassige Liga antreten, wobei die zwei Punktspiele Nachtigalls einen geringen Anteil am Absturz der Vorwärts-Elf vermuten lassen.
Im Zweitligaspieljahr 1978/79 holten sich die Oderstädter durch den Sieg in Staffel B und den 1. Platz in der Aufstiegsrunde die Teilnahmeberechtigung für die Oberliga zurück. Der Anteil Nachtigalls mit fünf Einsätzen und einem Tor war auch in dieser erfolgreichen Spielzeit der Frankfurter nicht übermäßig hoch. In den folgenden beiden Spielzeiten kam Nachtigall auf elf von 52 möglichen Punktspieleinsätzen beim FCV. So standen am Ende der Erstligakarriere – in der er oft zwischen 1. Mannschaft, in deren Kader der Ingenieur-Ökonom und inzwischen zum Oberfeldwebel avancierte Fußballer 1981/82 letztmalig geführt wurde, und Nachwuchsoberligateam pendelte – des früheren Juniorennationalspielers 47 Oberligaspiele mit drei Treffern zu Buche.
Im Sommer 1982 wechselte Nachtigall in die Liga zur BSG Motor Babelsberg. Dort blieb er in den 1980er-Jahre über mehrere Spielzeiten wichtiges Kadermitglied der Elf aus dem bekannten Potsdamer Stadtteil. Sein letztes Punktspiel für die Motor-Elf, die 1988/89 aus dem Unterhaus des DDR-Fußballs absteigen musste, in der Zweitklassigkeit bestritt er im Juni 1989.
Auswahleinsätze Für die DDR-Juniorennationalelf absolvierte er zehn Länderspiele, in denen ihm drei Treffer gelangen. Mit der ostdeutschen U-18 nahm er im Frühjahr 1975 am UEFA-Juniorenturnier, der inoffiziellen Europameisterschaft dieser Altersklasse, in der Schweiz teil.
Literatur Hanns Leske: Die DDR-Oberligaspieler. Ein Lexikon. AGON Sportverlag, Kassel 2014, ISBN 978-3-89784-392-9, Seite 348.
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