Staatsfeinde – Russlands politische Gefangene (Original Politzek – Voices that Defy the Kremlin) ist ein Dokumentarfilm von Manon Loizeau und Ekaterina Mamontova von 2025.

Inhalt Der Film berichtet über das Schicksal von mehreren Personen, die wegen verhältnismäßig geringer friedlicher Proteste gegen den Krieg Russlands in der Ukraine und den Präsidenten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden.

Oleg Orlow, ein Mitbegründer der bekannten Menschenrechtsorganisation Memorial hatte nach dem Beginn des Krieges 2022 mit kleinen Aktionen wie einem Pappschild in der Öffentlichkeit vor dem Körper dagegen protestiert und wurde deshalb zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Die Künstlerin Sascha Skotschilenko hatte in Warenhäusern an Kleidungsstücken auf die Preisschilder Zahlen mit Bezug zum Ukraine-Krieg und Informationen dazu geschrieben. Nachdem der Geheimdienst sie ermittelt hatte, wurde sie zu sieben Jahren Straflager verurteilt. Der 14-jährige Arseni Turbin hatte im Internet Botschaften veröffentlicht, die direkt den Präsidenten kritisierten. Im Klassenzimmer hatte er ebenfalls deutlich seine Meinung gesagt. Nachdem er von Lehrern denunziert worden war, ermittelte der Geheimdienst seine Internetaktivitäten, worauf er zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde. Er wurde dort misshandelt und war am Ende des Films für die Mutter nicht mehr erreichbar, wahrscheinlich wegen seines schlechten Gesundheitszustandes. Memorial bezeichnete ihn als den jüngsten politischen Gefangenen des Landes. Die Regisseurin Schenja Berkowitsch und die Dramatikerin Swetlana Petritschuk wurden vor einem Militärgericht wegen eines Theaterstückes zu sechs Jahren Haft verurteilt. Darin hatten sie die Schicksale russischer Ehefrauen von radikalen Islamisten in Syrien als abschreckende Warnung drastisch dargestellt, wofür sie renommierteste russische Theaterpreise erhielten. Das Gericht wertete dieses aber als Propaganda für eine extremistische Organisation.

Der Film begleitet die Protagonisten über mehrere Monate und dokumentiert auch die Gerichtsprozesse mit Filmaufnahmen und Zeichnungen. 2024 kamen Oleg Orlow und Sascha Skochilenko bei einem größeren Gefangenenaustausch gegen mehrere in Westeuropa verhaftete russische Agenten frei und konnten nach Deutschland ausreisen. Die heimgekehrten russischen Geheimdienstmitarbeiter wurden auf dem Flughafen von Präsident Putin herzlich begrüßt, wie in einer Liveübertragung im Fernsehen zu sehen war.Staatsfeinde – Russlands politische Gefangene SWR, 2025, mit einigen Inhaltsangaben

Hintergründe Der Film basierte vor allem auf mehrmonatigen Filmaufnahmen, die Ekaterina Mamontova an mehreren Orten in Russland zum Teil heimlich drehte. Sie begleitete die Protagonisten und ließ sie vor der Kamera berichten. Manon Loizeau organisierte von Westeuropa aus die technische Unterstützung.

Der Film wurde am 25. November 2025 erstmals in Deutschland in einer öffentlichen Veranstaltung durch die Deutsche Welle vorgestellt.Staatsfeinde – Russlands politische Gefangene DW Es wurde so lange gewartet und die Aufnahmen unter Verschluss gehalten, bis alle Beteiligten aus Russland ausgereist waren, um sie nicht unnötig zu gefährden. Danach war der Film zunächst in der ARD Mediathek und den Kanälen der Deutschen Welle (dort in verschiedenen Sprachen) zugänglich. 2026 wurde er in mehreren öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern gezeigt, aber noch nicht im ersten Programm der ARD.

Weblinks Staatsfeinde – Russlands politische Gefangene DW Staatsfeinde – Russlands politische Gefangene SWR, 2025 Staatsfeinde – Russlands politische Gefangene 3sat Mediathek

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2025 Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Französischer Film Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Belgischer Film