mini|hochkant|Wappen der Stecke im Wappenbuch des Westfälischen Adels Stecke (auch Stecken, Steck, Steckh o. ä.; teilweise mit Linienzusatz von Holten, von Beeck, von der Steckenburg oder von dem Mühlenbruch) ist der Name eines erloschenen rheinisch-westfälischen Edelherrengeschlechts.

Die Familie ist zu unterscheiden von dem 1702 nobilitierten namens- und wappenähnlichen oberösterreichischen Briefadelsadelsgeschlecht Steckh von Malscheim und Steckenhoffen.Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 940.31 Steckh, Mathias, oberösterreichischer Regimentsadvokat, Adelsstand, Wappenbesserung, „von Malscheim und Steckenhoffen“, 1702.01.18, abgerufen am 22. August 2026.Hefner (1866), S. 17. Auch die 1572 geadelten wappenverschiedenen Brüder Wilhelm, Gerhard und Florenz/Franz von Steck(h) und ihre Nachkommen gehören nicht zu den Edelherren Stecke,Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 407.52 Steckh, Wilhelm, Lehrer der Rechte, Administrator des Stiftes Osnabrück, Gerhard, Floreus, Adelsbestätigung, rittermäßiger Adelsstand für das Reich und die Erblande, Lehenbesitzfähigkeit, 1572.02.11, abgerufen am 22. August 2026.„v. Stecke II.“ in Spiessen (1901–1903), S. 121 und Tfl. 305. Hier als Nobilitierungjahr fälschlicherweise 1672 angegeben. eben so wenig die Familie des 1776 in den preußischen Adelsstand erhobenen Juristen Johann Christoph Wilhelm von Steck (1730–1797).

Geschichte Das Geschlecht war dynastischen Ursprungs. Schon im 13. Jahrhundert erscheinen Familienmitglieder mit dem Prädikat des hohen Adels.Ledebur (1856), S. 475. Die Stecke stellten ab der Mitte des 15. Jahrhunderts mit Johann Stecke († 1504) den letzten Erbgrafen der Grafschaft Dortmund, ferner mit Goswin Stecke von der Steckenburg (urkundlich 1392–1432) und dessen Sohn Goswin Stecke († 1475) die ersten zwei Erbmarschälle des Herzogtums Kleve sowie im 15. und 16. Jahrhundert mehrere Erbmarschälle des Klosters Werden und Erbvögte des Damenstifts Rellinghausen.

Die Familie war in Westfalen und am Niederrhein begütert.Spießen (1901–1903), S. 120 f. Zu den Besitzungen gehörten u. a. Abdinghof bei Hillen (urkundlich 1569), Haus Baldeney (1487), Haus Knipp in Beeck (1331–1348), Steckenburg (später Haus Schlangenholt genannt) in Bottrop-Eigen, Burg Blankenstein (ab ca. 1461), Berge bei Rees (1370), Krudenburg (1370), Haus Leithe (Gelsenkirchen) (1439–1529), Haus Lüttinghof (ab 1376), Dale bei Werden (1470–1490), Schloss Herten (1569), Hünxe (1370), Mühlenbruch (heute Straße und Haltestelle „Zum Möllenbrockshof“ in Wehofen) bei Holten (1402–1454), Hof Overstraten in Bochum-Harpen (1490–1495) und Haus SickenbeckHaus Sickenbeck auf Genwiki. Abgerufen am 28. August 2026. in Herten.Kneschke (1868), S. 607. Die Moriansmühle (ursprünglich „Neue Mühle“ genannt) im heutigen nach der Mühle benannten Duisburger Stadtteil Neumühl wurde ab 1354 auf Land der Stecke errichtet. Sie war eine landesherrliche Zwangsmühle, von der eine Hälfte der Erträge an die Stecke fiel.

Als erster Familienvertreter erscheint Arnold Stecke 1183 als Zeuge in einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Philipp I. von Heinsberg († 1191).Ludger Horstkötter (Bearb.): Urkundenbuch der Abtei Hamborn mit Übersetzung und Kommentar, Band I (1139–1467), Münster 2008, Nr. 3, S. 39. 1188 wird derselbe Arnold Stecke als Edelherr (liber dominus) erneut unter den Zeugen einer Urkunde des Erzbischofs erwähnt.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0472 / Rees, Stift, Urkunden AA 0472, Nr. 13. Erzbischof Philipp kaufte in seiner Amtszeit (1167–1191) Arnold Steckes Allode bei Holten, nämlich die Hälfte der Burg Holten und die dabeiliegende curtis.Richard Knipping (Bearb.): Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter, Band 2 (1100–1205), Bonn 1901, Nr. 1386 (53), S. 280. 1237 findet sich ein A. Stecke unter den Edelherren-Zeugen einer Urkunde des Münsteraner Bischofs Ludolf von Holte († 1247) wegen des Stifts Vreden.Fahne (1858), S. 370.

Ferner erscheinen 1268 der Ritter Heinrich Stecke sowie Burchhard Stecke und sein Oheim Wolter Stecke als Zeugen in einer Urkunde des Edelherrn Dietrich von Moers. Offenbar waren sie Burgmänner zu Holten. 1281 finden sich die Brüder und Holtener Burgmänner Borchard, Goswin und Wolter Stecke in einer Urkunde der Edelfrau Mechthild von Holte († 1304). Ritter Walter Stecke (nobilis) siegelte 1282 als Anverwandter des Edelherrn Dietrich IV. von Broich eine Urkunde desselben, worin er dem Deutschordenhaus zu Köln den Hof Nuwenheim, Rode genannt, mit dem Patronat der Kirchen Nuwenheim bei vierten Erledigungsfalle verkaufte. Im selben Jahr war er auch Bürge für Dietrich/Theodor von Hackenbroich. 1287 wurde Walter Stecke „Bruder“ des Henricus Nobilis de Gotterswic genannt. 1296 trat Ritter Walter Stecke in einer Urkunde Dietrichs IV. von Broich als Zeuge auf. 1299 wurde er vom Grafen von Berg, Wilhelm I. von Berg († 1308), zum Schiedsrichter in dessen Angelegenheiten mit dem Kölner Erzbischof Wigbold von Holte († 1304) erwählt.Fahne (1853), S. 145 f.

Goswin Stecke war 1312 mit Mechtildis von Dortmund (von Lindenhorst) verheiratet. Graf Konrad IV. von Dortmund (urkundlich 1313–1339) nannte 1320 Arnold und Walter Stecke seine „Brüder“, ebenso Borchard Stecke, sowie Walter Stecke seinen „Vetter“. Im selben Jahr erscheint Conrad Stecke als Schwager des Grafen Friedrich II. von Rietberg († 1322), der mit Poncelina von Dortmund († nach 1325) verheiratet war. 1324 lag Conrad Stecke mit Wennemar von Dortmund wegen der Grafschaft Dortmund in Streit. Ebenfalls 1324 war Ysebrand dictus Stecke Zeuge in einer Urkunde des Klosters Werden.

Ein späterer Walter Stecke (urkundlich 1342–1368; 1347 Waltherus Stecke de Becke nobilis et miles) quittierte 1360–1364 mehrfach Manngelder aus dem Zoll zu Kaiserswerth. Da er kein eigenes Siegel hatte, gebrauchte er zwei Mal das Siegel seiner Ehefrau Richardis von Dollendorf. 1375 wurde Borchard Stecke von der Steckenburg († 1393) von Kaiser Karl IV. (1316–1378) daraufhingewiesen, dass er, Buchard, mit seiner Freigrafschaft die Rechte des Erzbischofs von Köln beeinträchtige. Ein Jahr später wurde der Knappe Johann Stecke von der Steckenburg († 1416) von Kurköln mit der Burg Lüttekenhove, dem Gut zu Bortbeke und 10 Mark als Burglehn zu Recklinghausen belehnt. Die Belehnung besiegelten Johanns Vater Borchard Stecke von der Steckenburg († 1393) und Heidenriech von Oer. Johann Stecke von der Steckenburgs Sohn Borchard Stecke von der Steckenburg nutzte die Burg Lüttekenhove als militärischen Stützpunkt für seine Fehden. Borchard hatte mit seiner Frau Elisabeth Sobbe keinen männlichen Nachkommen, so dass ihre Tochter Elisabeth Stecke durch die 1430 geschlossene Ehe mit Reiner von der Ruer die Burg an die von der Ruer brachte.

1388 verbot Kaiser Wenzel (1361–1419) dem Johann Stecke von der Steckenburg die angemaßte Freistuhl-Gerechtigkeit weiter auszuüben, da sie die Rechte des Erzischofs von Köln beeinträchtigte. 1398 bekam Johann Stecke von der Steckenburg, Herr zu Luttekenhove, das Amt Aspel und Rees verschrieben. 1399 ernannte Graf Adolf II. von Kleve (1373–1448) ihn zum Statthalter der Grafschaft Mark. Später war er Amtmann zu Wetter. 1400 bezog Johann Stecke, Herr zu Benke, von Ruprecht von der Pfalz (1352–1410) ein Mannlehen aus dem Zoll zu Kaiserswerth. Heinrich Stecke wurde 1400 Drost zu Orsoy. 1409 kommt er mit seiner Frau Elisabeth vor. 1403 trug der Knappe Goswin Stecke von der Steckenburg sein Gut Oevernbecke im Kirchspiel Gladbeck dem Erzstift Köln auf. Seine Frau hieß Lysa, sein Bruder Johann. 1407 wurden die Brüder Johann, Heinrich und Goswin Stecke von der Steckenburg, die dem Grafen von Kleve beim Entsatz von Ottenstein zur Seite standen, vom Münsteraner Bischof Otto IV. von Hoya († 1424) gefangen genommen.

Auch in den Folgejahren hatten die Stecke eine Reihe von zentralen Verwaltungspositionen inne. Goswin Stecke von der Steckenburg war 1408 Amtmann zu Holten sowie 1409 Amtmann zu Wesel und Dinslaken, Johann Stecke von der Steckenburg 1409 Droste zu Wetter. 1412 werden Johann Stecke von dem Lüttekenhove (= Johann Stecke von der Steckenburg) und Johann Stecke, Sohn des Wolter Stecken von Beeck, erwähnt. Im selben Jahr vermittelte ersterer eine Sühne zwischen Dortmund und Kurköln. 1415 quittierte Heinrich Stecke dem Herzog von Kleve die Entschädigung für den Schaden, den er in dessen Kriegsdienst erfahren hatte. 1417 besaß Johann Stecke von der Steckenburg, Drost zu Wetter, ein Lehen vom Kaiser. Arnd Stecke, Conrad Stecke und Cracht Stecke, Söhne des verstorbenen Conrad Stecke, setzten sich 1425 mit dem Grafen von Bentheim auseinander. Heinrich Stecke war 1430 mit Elisabeth Sasse, Tochter von Heidenreich Sasse, verheiratet. Sie erbte des Vaters Erbgut und Zehnten. 1435 saß Cracht Stecke zu Wetter und Blankenstein.

1438 vermittelten Gose Stecke und einige andere einen Frieden zwischen Dietrich V. von Limburg-Broich (1387–1444), Graf von Limburg und Herr zu Broich, der Kölner Bürger auf seinem Schloss Broich an der Ruhr gefangen hielt, und dem Kölner Erzbischof Dietrich II. von Moers († 1463), der deshalb das Schloss belagerte. Johann Stecke († 2. September 1454) war von 1438 bis 1452 Abt des Klosters Werden. 1443 stand Johann Stecke mit 800 Reitern auf der Seite des Herzogs von Kleve, Adolf II. von Kleve, gegen denselben Erzbischof von Köln. 1445 verglich sich Conrad Stecke im Namen des Kaisers Sigismund (1368–1437) mit der Stadt Dortmund wegen der Judenabgaben. Goissen (Goswin) Stecke war 1445 Erbmarschall des Landes Kleve. Im selben Jahr empfing Crafft/Cracht Stecke für Herzog Adolf II. von Kleve-Mark die Huldigung der Soester Börde. Cracht Stecke († 1465) war ab 1444 mit der Edlen Lutgart/Lucardis von Limburg, Tochter von Dietrich V. von Limburg-Broich (1387–1444) und Henrika von Wisch († 1459), verheiratet. 1458 war Goswin Stecke, Erbmarschall von Kleve, bei der Eheberedung des Johann Stecke († 1504) mit der Erbin der Grafschaft Dortmund, Katharina von Lindenhorst (urkundlich 1452–1534), anwesend. Die Heirat wurde 1463 vollzogen. Katharina war zu diesem Zeitpunkt erst 14 Jahre alt. Noch im selben Jahr erhielt Johann Stecke vom Kaiser Friedrich III. (1415–1493) die Hälfte der erbfreien Grafschaft Dortmund als Lehen. 1498 wurde Johann auf seine Bitte hin die Belehnung mit der Hälfte der Freigrafschaft Dortmund vom Kaiser Maximilian (1459–1519) bestätigt. Johann schwor den Lehnseid in die Hände des dazu bevollmächtigten Kölner Erzbischofs Hermann von Hessen († 1508).Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/HHStA RK Maximiliana 8-2-18 Maximilian bestätigt dem Hans Stecke auf dessen Bitte die halbe erbfreie Grafschaft Dortmund mitsamt den Freistühlen, Gerichten, Rechten und Zugehörungen; die schuldigen Eide soll Stecke bis zum 4. März dem Erzbischof Hermann von Köln leisten., 1498.01.06, abgerufen am 22. August 2026.

1470 teilten Luitgard von Limburg, Witwe des Cracht Stecke, und ihre Söhne Johann Stecke, Graf von Dortmund, Goswin und Dietrich Stecke, die Pfandschaft an Burg Blankenstein. Die Burg war nach zahlreichen innerfamiliären Auseinandersetzungen 1461 zusammen mit der Grafschaft Mark an Johann I. von Kleve gefallen. Dieser hatte die Burg daraufhin an seinen Drosten Cracht Stecke verpfändet, dessen Sohn Johann seinem Vater im Amt als Drost Blankensteins nachgefolgt war.