Metta Lande (; geboren 13. Oktober 1924 in Wien; gestorben 23. April 2017 in Ramat Gan) war eine jüdische österreichisch-israelische Widerstandskämpferin im Zweiten Weltkrieg. Sie gehörte in den Niederlanden der Gruppe Westerweel und anschließend von Januar 1944 bis zum Kriegsende in Frankreich dem Netzwerk der Hollandais de l'Organisation juive de combat (Netzwerk der Niederländer in der OJC) an.Soweit nicht anders angegeben folgt die Darstellung der angegebenen Literatur bzw. Weblinks.

Leben Lande war die Tochter von Falik (* 1891 in Sadagora, Rumänien), einem Konditor, und Slatka Lande, geborene Rubel (* 1902 im polnischen Teil von Österreich-Ungarn). Sie hatte einen zwei Jahre älteren Bruder, Norbert Lande (* 1922 in Wien).

Mit dem Anschluss Österreichs im März 1938 setzten auch die antijüdische Verfolgungen ein. Am 1. Juni 1938 wurde Landes Vater im Rahmen der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ verhaftet und zur Schutzhaft nach Dachau deportiert. Im September 1938 wurde er nach Buchenwald verlegt. Ihre Mutter begann sofort, nach Möglichkeiten zu suchen, die Familie zu retten, und schickte Lande am 10. Dezember 1938 mit einem der Kindertransporte in ein Heim für Flüchtlingskinder in Wassenaar in den Niederlanden. Ihr Bruder wurde mit der Kinder- und Jugend-Alija nach Palästina geschickt. Ihrer Mutter gelang es, ihren Vater im Februar 1939 aus dem Lager Buchenwald freizubekommen, und das Ehepaar floh im Juni 1939 ebenfalls nach Palästina. Lande blieb bei Kriegsausbruch am 1. September 1939 in den Niederlanden „gestrandet“.

Lande kam bald darauf in eines der Hachschara-Pionierlager in Loosdrecht (Provinz Utrecht), wo sich Jugendliche auf das bäuerliche Leben im Land Israel vorbereiteten. Im Sommer 1942, als die Deportation der Juden auch aus den Niederlanden begann, knüpften die Jugendlichen Kontakte zu Mitgliedern der „Gruppe Westerweel“. Dank ihnen erhielt Lande gefälschte Papiere und wurde im August 1942 zu Griet und Hendrik Wentink nach Zutphen (Provinz Gelderland) geschickt. Im Mai 1943, etwa neun Monate nach ihrer Ankunft, musste sie ihr Versteck wechseln, und Griet Wentink begleitete Lande zu Dirk und Petronella (Nel) Doets zurück nach Loosdrecht. Anschließend wurde sie der Familie van Nieuwenhuyzen in Hilversum (Provinz Noord-Holland) anvertraut, wo sie bis zum Januar 1944 blieb.

Lande wurde von dem ebenfalls zur „Gruppe Westerweel“ gehörenden Max Windmüller, Deckname „Cor“, rekrutiert, der seit Ende 1943 Verbindungsmann zu den Juden im besetzten Frankreich war. Lande und Windmüller kannten sich schon seit der Zeit im Pionierlager in Loosdrecht. Sie wurden ein Paar und verlobten sich. Lande ging zunächst nach Toulouse, wo sie mit Paul Roitman zusammenarbeitete, und dann nach Paris, wo Windmüller und Paula Kaufman tätig waren. Sie transportierte gefälschte Papiere und war für die Verbindung zwischen der niederländischen Gruppe, der Armée juive (AJ) und dem Mouvement de la Jeunesse Sioniste (MJS) zuständig. Sie verwendete die Decknamen „Elisabeth Brinkman“ und „Margareta Lans“.

Am 18. Juli 1944 wurde ein geheimes Treffen der jüdischen Résistance in Paris von der Gestapo gestürmt und unter anderen wurden Windmüller und Kaufman verhaftet und deportiert. Neben Joseph Linnewiel verblieb Lande, die nicht auf dem Treffen war, die einzige aktive Person der niederländischen Gruppe. Sie arbeitete bis zur Befreiung Frankreichs dort im Untergrund weiter, zu ihren Kontakten gehörten Judith Geller Markus, Lucien Rubel, Tony Gryn, Simon Levitte, Henry Pohorylès und Jacques Lazarus zusammen.

Nach der Befreiung von Paris arbeitete Lande für David Shaltiel von der Jewish Agency for Israel an der Alija Bet, der Einwanderung europäischer Juden nach Palästina. Sie selbst reiste an der Spitze einer Gruppe von 70 illegalen Einwanderern nach Palästina. Dort traf sie auch ihre Eltern und ihren Bruder wieder.

Sie änderte ihren Vornamen in Shulamit und heiratete Hanan (Hans) Röthler (1918–1968), der aus Breslau stammte. Mit ihm hatte sie zwei Kinder, Doron Röthler und Maya Edri. Sie lebte bis zu ihrem Tod am 23. April 2017 in Ramat Gan. Sie wurde auf dem Friedhof Kiriat Shaul neben ihrem Ehemann und ihren Eltern beigesetzt.

Ihr Nachlass und auch ein 1986 von Adrian Doets geführtes Zeitzeugen-Interview befinden sich in der Reutler Collection des Archivs im Haus der Ghettokämpfer.

Literatur

Weblinks

Eintrag „Metta Shulamit Roethler“ in der Datenbank von Yad Vashem. Abgerufen am 27. August 2026.

Einzelnachweise

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