Paul Millington-Herrmann, geboren als Paul Herrmann, (* 10. November 1858 in Hamburg; † 24. Mai 1935 in Breslau) war ein deutscher Bankier und Kommerzienrat.
mini| Millington-Herrmann ist der zweite von links in der hinteren Reihe. Das Foto wurde vermutlich im Zusammenhang mit der Einführung der Rentenmark im Oktober 1923 aufgenommen.
Leben und Wirken Paul Herrmann wuchs in Hamburg in einer Bankiersfamilie auf. 1876 begann er eine Lehre im Hamburger Bankhaus Haller, Söhle & Co. Es folgten Auslandsaufenthalte in Spanien, England und Frankreich.Artikel von Victor Auburtin im Hamburger Fremdenblatt vom 9. November 1928 aus Anlass des 70. Geburtstages; abgerufen am 20. August 2026. 1883 wurde er Prokurist im väterlichen Bankhaus De Chapeaurouge & Co. in Hamburg und bald auch Teilhaber.
1891 fügte er den Geburtsnamen seiner englischen Frau seinem Namen zu und nannte sich Millington-Herrmann. Seite zur Geschichte der Deutschen Bank, englisch; abgerufen am 20. August 2026.
Von 1895 bis 1900 lebte er in Chile, um dort Filialen für die Deutsche Ueberseeische Bank, einer Tochter der Deutschen Bank, aufzubauen.Tino Jacobs: Rauch und Macht. Das Unternehmen Reemtsma 1920 bis 1961. Wallstein, Göttingen 2008, S. 293. 1901 wurde er stellvertretendes Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, für die er Filialen in Leipzig und Dresden aufbaute. 1911 wurde er in den Vorstand der Deutschen Bank in Berlin berufen. Während des Ersten Weltkriegs bewirkte er ein Engagement der Deutschen Bank bei der Gründung der Deutschen Ozean-Reederei in Bremen, deren Handels-U-Boot Deutschland 1916 vom Stapel lief. Nach Kriegsende baute er das Auslandsgeschäft der Bank neu auf und gründete 1921 eine Filiale in Amsterdam.
Er vertrat die Bank in etwa 60 Aufsichtsräten von Industriegesellschaften. In 22 davon hatte er den Vorsitz inne. So war er beispielsweise Aufsichtsratsvorsitzender der Dresdener Zigarettenfabrik Jasmatzi, die später zu Reemtsma gehörte, und stellvertretender Vorsitzender im Reemtsma-Aufsichtsrat, Mitglied in den Aufsichtsräten des Schifffahrtsunternehmens Norddeutscher Lloyd, in der Dynamit AG sowie weiteren Schifffahrts-, Maschinenbau-, Tabak-, Textil- und Chemieunternehmen. 1928 schied Paul Millington-Herrmann auf eigenen Wunsch als Vorstand der Deutschen Bank aus, wurde aber deren Aufsichtsratsmitglied. Bis zu seinem Tod am 24. Mai 1935 in Breslau war er Aufsichtsratsvorsitzender der Berlin-Gubener Hutfabrik, zweier Maschinenfabriken in Magdeburg und Chemnitz, einer Dampfmühle, Friedrich Thörls Vereinigter Harburger Ölfabriken sowie Ehrenpräsident der Deutschen Überseeischen Bank.Meldung in der Berliner Börsen-Zeitung Nr. 248 vom 28. Mai 1935; abgerufen am 20. August 2026.
Die Universität Heidelberg hatte ihm einen Ehrendoktortitel verliehen.
Sein Sohn George (geb. 1884) war bis 1928 Geschäftsführer der Constantin-Cigarettenfabrik in Hannover und Vorstandsmitglied der Manoli AG in Berlin.
Einzelnachweise
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