Der HC Motor České Budějovice ist ein tschechischer Eishockeyklub aus Budweis, der nach 7 Spielzeiten in der zweitklassigen 1. Liga seit dem Aufstieg 2020 wieder in der Extraliga spielt.

Geschichte

mini|links|Spieler des AC Stadion České Budějovice zusammen mit den Massachusetts Rangers (1933) Ab 1913 wurde im SK České Budějovice Bandy gespielt, nach dem Ersten Weltkrieg auch in anderen Sportklubs der Stadt. Im Dezember 1921 fand das erste Spiel im sogenannten kanadischen Eishockey statt, wobei der SK der Mannschaft aus Strakonice unterlag. Eine Woche später gewann der Verein das erste in Budweis ausgetragene Eishockeyspiel gegen den SK Písek. 1928 schlossen sich Viktoria České Budějovice und Slovan České Budějovice zum AC Stadion České Budějovice zusammen. Dieser Verein war 1936/37 Gründungsmitglied der tschechoslowakischen Eishockeyliga.

In der 1. Spielklasse (1936–2013) mini|links|Logo vor Umbenennung in HC Mountfield mini|100px|Logo des HC Mountfield bis 2013

Nach 1948 erfuhr der AC Stadion České Budějovice zahlreiche Umbenennungen: 1948/49 in Sokol Stadion České Budějovice, 1949 in ZSJ Obchodní domy České Budějovice, 1950 in SKP České Budějovice. In der Saison 1950/51 feierte der Verein aus Budweis den bisher einzigen Meistertitel der Vereinsgeschichte. Vor der neuen Saison wurde der Klub in Slavoj České Budějovice umbenannt. Dieser Name hatte bis Oktober 1965 Bestand, als der Klub unter die Schirmherrschaft des volkseigenen Unternehmens Motor kam. Motor wurde 1980/81 Vizemeister hinter TJ Vítkovice. Den Meistertitel verhinderte die damals gültige Punkteregel, wonach es für ein Unentschieden keine Punkte gab. 1994/95 erreichte der inzwischen in HC České Budějovice umbenannte Verein den dritten Rang in der Extraliga.

2004 stieg der Verein in die 1. Liga ab, nachdem die Mannschaft nur den 14. Platz der Saison 2003/04 belegt hatte. Ein Jahr später erreichte der Verein die Meisterschaft der 1. Liga und sicherte mit einem 4:1 gegen den HC Dukla Jihlava den Wiederaufstieg in die Extraliga.

2006 begann die Zusammenarbeit mit dem Hauptsponsor Mountfield, einem tschechischen Händler für Gartenartikel. Ab diesem Zeitpunkt spielte der Verein unter dem Namen HC Mountfield České Budějovice, im Zuge der Umbenennung wurden auch das Vereinslogo sowie die Vereinsfarben geändert. Durch den Gewinn der Hauptrunde der Saison 2007/08 war der HC Mountfield für die neugegründete Champions Hockey League spielberechtigt und spielte in einer Gruppe mit dem russischen Meister Salawat Julajew Ufa und dem slowakischen Meister HC Slovan Bratislava.

Verkauf der Lizenz, Zweitklassigkeit und Wiederaufstieg (seit 2013)

Im Verlauf der Saison 2012/13 einigte sich die Extraliga auf einen Sponsorenvertrag mit der Radegast-Brauerei, die ab der folgenden Saison die exklusiven Ausschankgenehmigungen in allen Stadien der Spielklasse erhielt. Dieser Vertrag kollidierte mit dem Vertrag zwischen der Stadt Budweis und der Budweiser-Budvar-Brauerei bezüglich der Namens- und Ausschankrechte der Budvar Aréna, der hohe Strafen für den Ausschank einer anderen Biermarke als Budweiser in der Arena vorsieht. Nachdem keine Einigung zwischen den Konfliktparteien erreicht werden konnte, wurde die Extraliga-Lizenz (inklusive der laufenden Spieler- und Mitarbeiterverträge) an eine neue Betreibergesellschaft aus Hradec Králové verkauft. Wenige Tage später wurde bekannt, dass der Stammverein HC České Budějovice die 1. Liga-Lizenz des HC VCES Hradec Králové übernommen hatte.

In den folgenden Jahren gehörte der HC Motor zu den besten Klubs der Liga und nahm 2015, 2017 und 2019 jeweils an der Aufstiegsrunde zur Extraliga teil, scheiterte jedoch jeweils am Aufstieg. Aufgrund der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 wurde die Saison 2019/20 vorzeitig beendet, die Playoffs nicht abgeschlossen und der Meistertitel nicht vergeben. Der HC Motor České Budějovice wurde als Hauptrundensieger das Aufstiegsrecht in die Extraliga gewährt. Kurz vor Beginn der Saison 2020/21 änderte der Verein aufgrund eines neuen Hauptsponsors seinen Namen in Madeta Motor České Budějovice. Nach nur einem Jahr beendete der Sponsor die Zusammenarbeit, so dass der Klub zum ursprünglichen Namen HC Motor České Budějovice zurückkehrte.

Im Spieljahr 2021/22 erreichte der Klub erstmals wieder das Playoff-Halbfinale. 2023 wurde der Verein abermals umbenannt, diesmal in Banes Motor České Budějovice.

Erfolge mini|Spieler des HC České Budějovice, August 2010 mini|Roman Turek ist einer der erfolgreichsten Spieler des HC České Budějovice Titel 1936/37: 3. Platz der tschechoslowakischen Meisterschaft 1950/51: Tschechoslowakischer Meister 1980/81: Tschechoslowakischer Vizemeister 1994/95: 3. Platz der tschechischen Meisterschaft 2004/05: Meisterschaft der 1. Liga; Aufstieg in die Extraliga 2007/08: Gewinn der regulären Saison, 3. Platz der Tschechischen Meisterschaft, Qualifikation für die Champions Hockey League 2016/17: Meisterschaft der 1. Liga 2019/20: Hauptrundensieger der 1. Liga; Aufstieg in die Extraliga

Fair-Play Trophäe HC České Budějovice 1996

Auszeichnungen Roman Turek, der heutige Präsident des Klubs, wurde viermal zum Spieler des Jahres gewählt und erhielt 1994 zudem den Zlatá hokejka, die höchste Eishockey-Trophäe Tschechiens. Drei Spieler des HC České Budějovice wurden seit 1993 als Rookie des Jahres ausgezeichnet.

Zlatá hokejka Roman Turek 1994

Spieler des Jahres Roman Turek 1994, 1995, 1996, 2008

Verteidiger des Jahres Libor Zábranský 1996

Fairster Spieler des Jahres Radek Bělohlav 1997

Rookie des Jahres Radek Martínek 1997 Václav Nedorost 2000 Milan Michálek 2002

All-Star Team der Extraliga 2008: Roman Turek, Milan Toman

Heimspielstätte mini|Innenansicht der Budvar Aréna (2024) mini|Fans des Klubs Die Heimspielstätte des HC České Budějovice ist die Budvar Aréna, ein 1946 errichtetes Eisstadion, das 1967 überdacht wurde. 2001/02 wurde das Eisstadion grundlegend renoviert und erhielt den neuen Namen Budvar Aréna. Die Kapazität beträgt 6.421 Plätze, davon 551 Stehplätze. Eigentümer ist die Stadt Budweis.

Zuschauerschnitt Den höchsten Zuschauerschnitt in der Extraliga verzeichnete der HC České Budějovice in der Saison 2007/08, als durchschnittlich 5588 Zuschauer in die Budvar Arena strömten. In den Playoffs der gleichen Saison war die Budvar Arena bei sechs von sieben Spielen ausverkauft. Die Eintrittspreise in der Spielzeit 2008/09 lagen zwischen 120 und 200 Kč für Einzeltickets und zwischen 3500 und 5900 Kč für Saisonkarten. Nach dem Abstieg 2013 sanken die Zuschauerzahlen deutlich und erreichten erst in der Saison 2017/18 erneut die Extraliga-Werte. In der Saison 2023/24 wurde mit 6132 ein neuer Klubrekord aufgestellt, was einer Auslastung von über 95 % entsprach. Die Eintrittspreise in der regulären Saison lagen zwischen 200 und 290 Kč für Einzeltickets, die Saisonkarten lagen zwischen 4800 und 8500 Kč.

Saison Zuschauerschnitt 1993/94 2654 1994/95 2957 1995/96 3006 1996/97 2797 1997/98 3356 1998/99 4645 1999/2000 4166 2000/01 3700 2001/02 1623 2002/03 3988 2003/04 3998 Saison Zuschauerschnitt 2004/05 2482 2005/06 4286 2006/07 5402 2007/08 5588 2008/09 5210 2009/10 4613 2010/11 4774 2011/12 4319 2012/13 4452 2013/14 3724 2014/15 4462 Saison Zuschauerschnitt 2015/16 5492 2016/17 5501 2017/18 5869 2018/19 5735 2019/20 5718 2020/21 -- 2021/22 4372 2022/23 5722 2023/24 6132

Platzierungen seit 1993 Saison PlatzierungReguläre Saison Punkte Saisonabschluss Kapitän Trainer1993/94 2. Platz 52 5. Platz Roman Horák Jiří Vrba und Vladimír Caldr (Spieler-Assistenztrainer)1994/95 6. Platz 46 3. Platz Roman Horák Karel Pražák und Vladimír Caldr, später ersetzt durch Vladimír Caldr und Jaroslav Pouzar1995/96 3. Platz 49 4. Platz Vladimír Caldr und Jaroslav Liška1996/97 7. Platz 52 7. Platz Vladimír Caldr und Jaroslav Liška1997/98 10. Platz 48 10. Platz Radek Ťoupal Vladimír Caldr und Jaroslav Liška, ersetzt durch Jaroslav Liška und Jaroslav Pouzar1998/99 5. Platz 60 5. Platz Radek Ťoupal Jaroslav Liška und Jaroslav Pařízek1999/2000 6. Platz 61 7. Platz Jaroslav Liška und Jaroslav Pařízek2000/01 11. Platz 72 11. Platz Jaroslav Liška und Jaroslav Pařízek, ersetzt durch Jan Tlačil und Jaroslav Pouzar2001/02 12. Platz 59 12. Platz Rudolf Suchánek Jaroslav Jágr und Václav Červený, J. Jágr während der Saison durch Jaroslav Liška ersetzt2002/03 6. Platz 80 6. Platz Rudolf Suchánek Jaroslav Liška und Václav Červený, Liška später durch Jaroslav Pouzar ersetzt2003/04 14. Platz 47 14. PlatzAbstieg Luboš Rob Jan Neliba und Vladimír Caldr, ab dem 8. Spieltag statt Neliba Jaroslav Pouzar, wiederum ersetzt durch Ladislav Kolda und Radek Ťoupal2004/05 1. Platz(1. Liga) 134 MeisterAufstieg Václav Prospal Josef Jandač und Milan Kupka2005/06 8. Platz 76 4. Platz Radek Bělohlav Josef Jandač und Milan Kupka2006/07 3. Platz 89 4. Platz Petr Sailer Josef Jandač und Milan Kupka2007/08 1. Platz 106 3. Platz Petr Sailer Josef Jandač2008/09 11. Platz 71 11. Platz Petr Sailer, später Ondřej Veselý Ernest Bokroš und Jan Tlačil, ab Januar 2009 Jan Tlačil und Milan Kupka2009/109. Platz 71 9. Platz Petr Sailer Jan Tlačil und Milan Kupka, ab 28. Oktober 2009 František Výborný2010/11 6. Platz 85 7. Platz František Ptáček František Výborný, Milan Kupka, Ladislav Gula2011/12 5. Platz 83 6. Platz František Ptáček František Výborný, Milan Kupka, Ladislav Gula2012/13 8. Platz 76 9. Platz Jiří Šimánek Peter Draisaitl, Radek Bělohlav und Roman Turek 2013/14 9. Platz(1. Liga) 65 12. Platz Aleš Kotalík Radek Bělohlav, Jaroslav Jágr, später Jaroslav Jágr, Radek Bělohlav, gefolgt von Petr Rosol, Radek Bělohlav2014/15 2. Platz(1. Liga) 95 2. Platz Josef Straka Petr Rosol, Radek Bělohlav2015/16 3. Platz(1. Liga) 97 3. Platz Josef Straka Petr Rosol, Radek Bělohlav, gefolgt von Radek Bělohlav, Martin Štrba, Roman Turek2016/17 1. Platz(1. Liga) 111 Meister Lukáš Květoň Antonín Stavjaňa, Martin Štrba und Roman Turek2017/18 2. Platz(1. Liga) 101 3. Platz Zdeněk Kutlák Antonín Stavjaňa, Martin Štrba und Roman Turek, ersetzt durch Marian Jelínek, Aleš Kotalík, Luboš Rob und Stanislav Hrubec2018/19 3. Platz(1. Liga) 106 1. Platz Zdeněk KutlákVáclav Prospal, Aleš Totter und Stanislav Hrubec2019/20 1. Platz(1. Liga) 153 Playoffs abgebrochen, AufstiegPavel Pýcha Václav Prospal, Aleš Totter und Stanislav Hrubec2020/2021 14. Platz 33 14. Platz Pavel Pýcha Václav Prospal, Aleš Totter und Stanislav Hrubec2021/2022 3. Platz 93 3. PlatzMilan Gulaš Jaroslav Modrý, Patrik Martinec, Roman Fousek und Stanislav Hrubec2022/2023 13. Platz 61 13. Platz Milan Gulaš Jaroslav Modrý, David Čermák, Roman Fousek und Stanislav Hrubec; ab Dez. 2022 David Čermák, Jiří Novotný, Roman Fousek und Stanislav Hrubec2023/2024 6. Platz 83 6. Platz Milan Gulaš Ladislav Čihák, Jiří Hanzlík und Stanislav Hrubec

Spieler und Trainer mini|Viktor Hübl bei einer Autogrammstunde mini|Rudolf Červený, August 2010 Bekannte ehemalige Spieler

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