Julius Gustav Adolf Hartung (* 29. Mai 1850 in Magdeburg; † 30. März 1910 in Berlin) war ein deutscher Architekt.
Leben Hartungs Eltern waren der Kaufmann Gustav Hartung und dessen Ehefrau Mathilde, geb. Freyer.Standesamt Berlin 1–2, Sterberegister 1910, Urkunde Nr. 241. In: Ancestry.com. Berlin, Deutschland, Sterberegister, 1874–1986 [Datenbank online]. Er studierte an der Berliner Bauakademie und war nach der Bauführerprüfung bis 1874 praktisch tätig im Ministerium der öffentlichen Arbeiten und von 1874 bis 1876 unter Sturmhöfel am Bau des Theaters in Magdeburg. Um 1877 machte er die Baumeisterprüfung und anschließend eine Italienreise. Von 1877 bis 1894 beteiligte er sich als Mitglied des Architektenvereins zu Berlin regelmäßig an den Monatskonkurrenzen. Bis 1881 war er beim Stadtbauamt Berlin tätig und wurde danach Mitarbeiter und zuletzt Teilhaber bei Ende & Böckmann. Ab 1886 hatte er eine eigene Architekturfirma. 1897 heiratete er Dorothea Elisabeth JescharStandesamt Schöneberg I, Heiraten 1897, Urkunde Nr. 57. In: Ancestry.com. Berlin, Deutschland, Heiraten, 1874–1944 [Datenbank online]. und war im selben Jahr Mitbegründer der Berliner Architekturwelt, deren langjähriger Mitherausgeber er wurde. Ab 1900 war seine berufliche Tätigkeit aus Krankheitsgründen stark eingeschränkt. 1903 wurde er Mitglied in der Vereinigung Berliner Architekten.
Werke (Auswahl) mini|hochkant|Hasselbach-Brunnen in Magdeburg 1883: Wohnhaus in Berlin, Lindenstraße 43 (heute Axel-Springer-Straße 43) 1884: Monumentalbrunnen in Magdeburg, auf dem HasselbachplatzPlan für einen Brunnen in Magdeburg, Plan im Architekturmuseum der TU Berlin. 1885: Entwurf (Monatskonkurrenz) für ein Gefallenendenkmal in StralsundDenkmalentwurf im Architekturmuseum der TU Berlin. 1886–1891: Mitarbeit bei Ende & Böckmann am Deutschen Haus in Brünn und an Bauten in TokioPläne im Architekturmuseum der TU Berlin. 1891: Entwurf Rathaus in Gelsenkirchen (nicht ausgeführt) 1897: Entwurf für die Hochschule der bildenden Künste in Charlottenburg bei Berlin (nicht ausgeführt) 1890er: Entwurf für das Kaufhaus Wertheim, Leipziger Str., Berlin 1903: Ministerialgebäude in Rudolstadt (Entwurf 1899) (errichtet), Entwurf für Museum in Hamburg-Altona (nicht ausgeführt)
Seine Große Kunst des Ornamentalen und Figürlichen führte zur Verleihung dreier erster Entwurfspreise für die Berliner Gewerbeausstellung und für die Fischereiausstellung in Berlin. Darunter werden genannt: die Ideenkonkurrenz für den Neubau der Berliner Hochschule der bildenden Künste (siehe oben) und der Hochschule für Musik (jeweils erster Preis), und der Siegerentwurf zum Ministerialgebäude in Rudolstadt (siehe oben), der gebaut wurde.
Literatur
Berliner Architekturwelt, 1911, Seiten 31–38 [1. Teil], 68–78 [2. Teil] samt Bildern dazu: Seiten 116–120.
Weblinks Adolf Hartung: Projekte. In: Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin Nachruf in der Berliner Architekturwelt, 1911, Seite 41.
Einzelnachweise
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