Miguel Rodrigáñez (* 1974) ist ein spanischer Kontrabassist und Komponist, der sich zwischen den Genres bewegt.

Leben und Wirken Rodrigáñez, der in Madrid aufwuchs, war Mitglied des spanischen nationalen Jugendorchesters JONDE (als Solist) und studierte sein Instrument an der Royal Academy of Music in London, wo er mit der Bestnote abging.

Rodrigáñez war dann im Bereich der Klassik Mitglied des Orchesters von RTVE, des Sinfonieorchesters von Madrid, des Orchesters von Cadaqués, des Orchesters Andrés Segovia und des Proyecto Guerrero. Parallel dazu begann er sein Jazzstudium an der Escuela de Música Creativa in Madrid und vervollständigte seine Ausbildung durch einen Studienaufenthalt in Kopenhagen bei Niels Henning Ørsted Pedersen und Mette Hanskov. Mit verschiedenen Formationen trat er bei einigen Jazzfestivals auf wie dem Jazzfestival von Ibiza, dem Galapajazz und dem Jazzfestival von Getxo. Mit dem Breuss Arrizabalaga Quintet entstand 2003 das Concert for Kowald. Dann arbeitete er als Begleitmusiker von Ara Malikian/Fernando Egozcue (Lejos), Maria del Mar Bonet, Jorge Drexler, Micka Luna, Patxi Andion oder Clara Montes. Auch begann er Kompositionen und Arrangements für Künstler wie La Shica, Jose Luis Montón oder Ana Laan zu schaffen.

Rodrigáñez gründete 2007 das Klavierquintett „Cámara Quercus“, das zunächst ein Programm mit der Musik von Nino Rota spielte. Zwei Jahre später arbeitete er mit dieser Formation und Jorge Drexler am Soundtrack des Films „The City of Your Final Destination“ von James Ivory. Zur gleichen Zeit entwickelte er zudem eine Vorliebe für den Flamenco und die spanische Folklore und wirkte an verschiedenen Projekten mit Olga Pericet, Rocío Molina, Jose Luis Montón, Antonio Najarro oder La Shica. Zusammen mit Letzterer erhielt er 2008 den Preis für den besten Newcomer-Komponisten der Musikakademie. 2009 gründet er gemeinsam mit der Schauspielerin und Sängerin Julia de Castro das Ensemble „De la Puríssima“, das sich der Wiederbelebung des traditionellen Liedguts der spanischen Volksmusik im Jazzstil widmete und 2015 das Album Virgen vorlegte. Ab 2011 arbeitete er zudem mit der Flamencotänzerin Selene Muñoz, mit der er 2011 auf dem Festival „Sommerballet“ in Kopenhagen auftrat; Es folgten die Programme „Madera por metal“ und 2013 „Alegría de papel“, das beim Choreografie-Wettbewerb für spanischen Tanz und Flamenco den Preis für die beste Musikkomposition erhielt.

2019 gründete Rodrigáñez zusammen mit Rainer Seiferth (Vihuela) und Belen Nieto (Blockflöte und Querflöte) das Trio Taracea, das europäische Alte Musik mit einem zeitgenössischen Ansatz interpretiert, der Elemente des Jazz und der Roots-Musik einbezieht. Bisher hat das Trio zwei Alben veröffentlicht, „Akoé“ (2020) und „Desvíos a Santiago“ (2022), das es auf zahlreichen Festivals und in vielen Konzertsälen vorstellte. In seinem Trio mit Moisés Sánchez (Piano) und Gonzalo Maestre (Schlagzeug) führt er eigene Kompositionen auf. Er ist auch auf Alben mit dem Maria Parra Trio, Fetén Fetén und dem Ensamble Nuevo Tango zu hören.

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Einzelnachweise

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