Friedrich Traumüller (* 12. März 1845 in Vonhausen; † 8. Oktober 1906 in LeipzigLeipziger Tageblatt vom 16. Oktober 1906, Frühausgabe.) war ein deutscher Naturwissenschaftler und Lehrer.
Leben Geboren als Sohn eines Volksschullehrers besuchte er zunächst das Gymnasium in Büdingen und anschließend von 1863 bis 1865 das Lehrerseminar in Friedberg. Kurz darauf wurde er für ein Jahr als Gehilfe seines Vaters abgestellt, wechselte dann aber 1866 für vier Jahre als Privatlehrer des norddeutschen Konsuls A. Bauer ins niederländische Batavia. Nach seiner Rückkehr legte er 1871 das aufgeschobene Abitur am Großherzoglichen Gymnasium in Darmstadt ab. Es folgte ein Studium der Naturwissenschaften und der Mathematik in Leipzig und Gießen. In Gießen wurde er auch 1874 mit einer Arbeit über Gesetzmäßigkeiten chemischer Verbindungen promoviertDie Arbeit ließ sich bisher nicht auffinden.. Unmittelbar danach wechselte er als Oberlehrer ans Leipziger Nikolaigymnasium. Dort wirkte er bis an sein Lebensende, seit 1895 mit dem Professorentitel ausgestattetEine Fotografie Traumüllers findet sich im Stadtarchiv Leipzig, Bestand 0171 (Nikolaischule), 7.2., Nr. 314.. Er starb plötzlich an einem SchlaganfallJahresbericht der Nikolaischule zu Leipzig 1907, S. V, https://digital.ulb.hhu.de/ulbdsp/periodical/zoom/5591088 und wurde auf dem Neuen Johannisfriedhof beigesetzt.
Traumüller veröffentlichte meteorologische und allgemeinphysikalische Arbeiten, in die er auch seine Erfahrungen aus Südostasien einbrachte, und wirkte an Schulbüchern mit. Sein Hauptinteresse galt der Popularisierung der Naturwissenschaften, so dass er auch in der Gartenlaube publizierte.Etwa 1879 Erinnerungen an Java, https://de.wikisource.org/wiki/Pflanzen-_und_Thierleben_auf_der_Insel, oder Bilder aus Batavia 1883, https://de.wikisource.org/wiki/Bilder_aus_Batavia.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Die Mannheimer meteorologische Gesellschaft (1780–1799). Ein Beitrag zur Geschichte der Meteorologie, Leipzig 1895. (mit Ernst Gerland): Geschichte der physikalischen Experimentierkunst, Leipzig 1899. 442 S. Arendts' Naturhistorischer Bildatlas. 6. Aufl., Leipzig 1892. Leitfaden der Chemie und Mineralogie für den Unterricht an Gymnasien. 3. Aufl. Leipzig 1903. (mit Richard Krieger): Grundriss der Botanik. Für höhere Lehranstalten insbesondere Gymnasien. 2. Aufl. Leipzig 1890.
Literatur
Johannes Baunack: Gedächtnisrede auf Prof. Dr. Friedrich Traumüller, in: Jahresbericht der Nikolaischule zu Leipzig (1907), S. XI–XVIII. Ernst Friedrich Bischoff: Das Lehrerkollegium des Nikolaigymnasiums in Leipzig 1816–1896/97, Leipzig 1897, S. 40.
Einzelnachweise
Kategorie:Physiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Meteorologe Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1845 Kategorie:Gestorben 1906 Kategorie:Mann